Statement

KMK-Präsidentin Kurth zur Asyl- und Flüchtlingsproblematik

(red) Zum Treffen von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten zur Asyl- und Flüchtlingsproblematik sagt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin, Brunhild Kurth:

19.06.2015 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder
  • © SMK Sachsen

"Die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in Schule und Gesellschaft ist eine der wichtigsten Aufgaben der Bildungspolitik. Angesichts weiterhin steigender Zuwanderungszahlen und in Erwartung einer steigenden Aufnahme von Kindern von Flüchtlingen stehen die Länder und Kommunen aktuell vor großen Herausforderungen bei der Unterbringung und Beschulung von Flüchtlingskindern. Wir müssen aber in einer immer älter werdenden Gesellschaft auch die Potentiale der erwachsenen Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten nutzen. Dies ist wichtig für die künftige Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft. Denn entgegen vieler Befürchtungen ist der Großteil der Zuwandernden heute hochqualifiziert. Deshalb begrüße ich es sehr, dass die Länder sich für eine adäquate finanzielle Ausstattung der Zentralstelle ausländisches Bildungswesen (ZAB) ausgesprochen haben. Damit kann die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse zügiger bearbeitet werden und die Integration ausländischer Fachkräfte besser erfolgen als bisher."

Hintergrund:

Die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) ist die zentrale Stelle für die Bewertung ausländischer Qualifikationen in Deutschland. Hierzu gehören schulische und berufliche sowie Hochschulqualifikationen. Die ZAB erbringt Dienstleistungen für Bildungseinrichtungen, Behörden und Privatpersonen. Sie beantwortet jedes Jahr rund 27.000 Anfragen.

Im Bereich der Gutachtentätigkeiten ist die Anzahl der bearbeiteten Anfragen kontinuierlich angestiegen. Wurden 2006 etwa 12.000 Anfragen bearbeitet, erhöhte sich die Anzahl der erstellten Gutachten bis 2014 auf 17.500 pro Jahr. Die Anfragen von Privatpersonen stiegen im genannten Zeitraum sogar um ca. 130 Prozent von 2.050 auf ca. 4.700 Anfragen. Neben den schriftlichen Eingängen wurden in 2014 weitere 13.800 telefonische Anfragen beantwortet, von denen ca. 6.000 auf Privatpersonen entfielen.

Auch die vor allem für ausländische Fachkräfte wichtige Bewertung von Hochschulqualifikationen auf Grundlage der "Lissabon‐Konvention" wurde in den letzten Jahren sehr stark nachgefragt. So erhöhte sich die Anzahl der bei der ZAB eingehenden Anträge auf Ausstellung einer "Zeugnisbewertung" seit 2010 um ca. 300 Prozent, von knapp 2.700 auf über 8.000 in 2014. Für Inhaber eines ausländischen Hochschulabschlusses stellt die ZAB auf Antrag eine individuelle Zeugnisbewertung aus. Vor allem Migrantinnen und Migranten, die in Deutschland arbeiten wollen, können von diesem Service profitieren, da nicht für jede berufliche Qualifikation eine staatliche Anerkennungsstelle existiert.


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