Tenure-Track-Professuren

Landtag beschließt Änderung des Hochschulfreiheitsgesetzes

Der Sächsische Landtag hat in einer Sitzung am 27. September eine Änderung des Hochschulfreiheitsgesetzes beschlossen. Damit werden die rechtlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme sächsischer Hochschulen am Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – kurz WISNA – geschaffen.

27.09.2017 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
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Das Programm etabliert die sogenannte Tenure-Track-Professur als eigenständigen Karriereweg neben dem herkömmlichen Berufungsverfahren an Universitäten und den ihnen gleichgestellten Kunsthochschulen. Ziel ist es, für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an Hochschulen ein neues Angebot zu schaffen, das verlässliche und ansprechende Berufsperspektiven eröffnet. 

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Dabei geht es nicht nur um die Hochschulen als Institutionen, sondern um die Menschen, die Hochschulen überhaupt erst zu Hochschulen machen. Der Tenure wird neben der herkömmlichen Professur einen verlässlichen Karriereweg für hervorragend qualifizierte Wissenschaftler bieten. Zudem wird er mit dank einer sogenannten familienpolitischen Komponente mit der Familienplanung gut zu vereinbaren sein. Der Tenure ist, wie z. B. der Rahmenkodex zur befristeten Beschäftigung, ein Baustein, um die Beschäftigungsbedingungen attraktiver zu gestalten, um die engagierten und sehr gut qualifizierten Wissenschaftler zu gewinnen und hier in Sachsen halten zu können. Die sächsischen Universitäten bekommen mit dem Tenure-Verfahren eine weitere Option und somit hervorragende Chancen im nationalen und internationalen Wettbewerb um die „besten Köpfe“.“

Mit der Gesetzesänderung wird auch grünes Licht gegeben für die WISA-Teilnahme der Technischen Universitäten Bergakademie Freiberg und Dresden, die den Zuschlag zur Förderung von acht bzw. 18 Tenure-Track-Professuren für bis zu 13 Jahren erhalten haben. Die beiden Universitäten können mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes bereits ab 1. Dezember 2017 gefördert werden. Gibt es im aktuellen Hochschulfreiheitsgesetz lediglich für Juniorprofessuren ein Tenure-Verfahren, wird mit der Gesetzesänderung der Tenure-Track für Professuren eingeführt. Tenure-Track ist ein „Verfahren zur Anstellung“, was konkret bedeutet: Nach einer Bewährungszeit von bis zu sechs Jahren und einer positiven Evaluation kann der Bewerber ohne ein weiteres Berufungsverfahren eine unbefristete Professur erhalten. Es wird somit eine befristete Professur mit der Option auf Entfristung ausgeschrieben. 

Für WISNA stellt der Bund von 2017 bis 2032 in zwei Bewilligungsrunden insgesamt bis zu eine Milliarde Euro bereit.


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