Lehre braucht dringend Impuls

"Die universitäre Lehre braucht dringend einen kräftigen Impuls", mahnt der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger an. "Die bisher sehr einseitige Ausrichtung der Exzellenzinitiative auf die Forschung verführt die Universitäten offenbar dazu, Lehre noch mehr als Ballast zu handhaben." Es dürfe auf keinen Fall zu einer weiteren Verzerrung des universitären Bildungsauftrags kommen.

30.01.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

"Die Länder stehen eindeutig in der Pflicht, endlich Bedingungen für eine anspruchsvolle Lehre zu gewährleisten", so Ludwig Eckinger. Seminare mit bis zu 250 Teilnehmern würden keiner Universität zur Zierde gereichen. "Wenn der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen für Lehrprofessuren als ernsthaften Anstoß zur Aufwertung von Lehre in der Einheit mit Forschung meint", merkt Eckinger an, "sollte der Weg beschritten werden." Sollte der Wissenschaftsrat aber an eine preiswerte Verschulung der Universitäten denken, um die künftigen Studierenden schneller durchzuschleusen, mache sich das Gremium zwar beliebt bei den Länderfinanzministern, aber schuldig gegenüber den Studierenden und jungen Wissenschaftlern, warnt Eckinger.

Der VBE-Bundesvorsitzende sieht in der Ankündigung des KMK-Präsidenten, die Exzellenzinitiative speziell auf Lehre auszurichten, "einen richtigen und wichtigen Schritt". "Das muss in ganz besonderer Weise für die Lehrerbildung gelten", unterstreicht Ludwig Eckinger. Das Exzellenzkriterium für Universitäten müsse sich an der Güte der Lehre und der Forschung bemessen. Es sei ein Unding, wenn Studienrichtungen ihre Existenzberechtigung allein über eingeworbene Drittmittel nachweisen müssten.


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