Schleswig-Holstein

Lehrerbildungsgesetz: GEW plädiert für Diplomatie statt Lokalpatriotismus

Zunehmende Ratlosigkeit löst die Debatte um die Zukunft der Lehrerbildung in Schleswig-Holstein bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus. "Statt Kriegsrhetorik und Lokalpatriotismus brauchen wir mehr Diplomatie und Kompromissfähigkeit", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Mittwoch, 07.05.2014 in Kiel.

07.05.2014 Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Eindeutig sprach er sich gegen eine Verschiebung des Lehrerbildungsgesetzes aus: "In den vergangenen Jahren haben sich die politisch Verantwortlichen immer wieder um eine zukunftsfähige Lösung gedrückt, die der Schulstruktur im Lande entspricht. Der jetzige Gesetzentwurf mit einer einheitlichen Lehrerausbildung für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen geht da endlich voran – und das ist richtig. Deshalb sollte er zügig verabschiedet werden."

Was die schwierige Verteilung der Fächer auf die Universitäten Kiel und Flensburg betrifft, appellierte der Gewerkschafter an die Kompromissbereitschaft der beiden Universitäten. Ziel müsse es sein, Lehrerinnen und Lehrer sowohl in Kiel als auch in Flensburg so auszubilden, dass sie den immer anspruchsvoller werdenden Herausforderungen in den Schulen gerecht würden. Dazu benötigten sie gute Fachlichkeit genauso wie gute Pädagogik und Didaktik.

Nur Kopfschütteln hatte der GEW-Landesvorsitzende für den heute präsentierten FDP-Gesetzentwurf mit einer Rückkehr zum Staatsexamen übrig. "Was die FDP da vorlegt, ist Standespolitik in Reinkultur." Mit keinem Wort begründe die Partei, warum für das Studium an Grundschulen acht Semester, an Gemeinschaftsschulen neun und an Gymnasien zehn Semester erforderlich seien. Hintergrund sei allein, der Wille zur Rettung der überkommenen Laufbahn- und Besoldungsstruktur.

Dabei verliere die FDP vollkommen aus dem Blick, dass an den Grundschulen die Grundlagen für die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen gelegt würden. "Im 21. Jahrhundert ist kein Platz mehr für den völlig überkommenden Grundsatz: Kleine Kinder, kleine Ausbildung, kleines Geld – große Kinder, große Ausbildung, großes Geld", ging der GEW-Landesvorsitzende hart mit den Liberalen ins Gericht. Alle Lehrerinnen und Lehrer bräuchten eine gleich lange und gleich gute Ausbildung, egal an welchen Schulen sie später unterrichteten. Die logische Konsequenz sei dann auch "A 13 für alle!".

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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