Machbarkeitsstudie für Bioenergy Science Park Wolfhagen

Die Berliner Prognos AG arbeitet an einer Machbarkeitsstudie für die Einrichtung des auf dem Gelände der ehemaligen Pommernkaserne Wolfhagen geplanten Bioenergy Science Parks. Das Unternehmen hatte sich in einem Vergabeverfahren durchgesetzt; der Vertrag war noch im Dezember unterzeichnet worden. Erste Ergebnisse der von den Ministerien für Wissenschaft und Kunst sowie Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz finanzierten Studie sollen im ersten Quartal 2009 vorliegen. Die angesetzte Bearbeitungszeit beträgt drei Monate.

13.01.2009 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

"Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, die Erfolgsaussichten der Einrichtung eines Bioenergy Science Parks am geplanten Standort Wolfhagen zu prüfen", sagte Staatsministerin Silke Lautenschläger. Außerdem soll der gegenwärtige Stand von Forschung und Entwicklung, Lehre und Technologietransfer im Bereich Bioenergie/Biomasse in Hessen im nationalen und internationalen Vergleich evaluiert werden, um Realisierungsoptionen besser abschätzen zu können.

Das Land Hessen will Akzente im Bereich der erneuerbaren Energie(technologie)n und Energieeffizienz setzen. Dazu werden bestehende Potenziale überprüft, gebündelt oder vernetzt und weiter ausgebaut – in Forschung und Lehre ebenso wie im Transfer in die Wirtschaft hinein. Es ist erklärtes Ziel der Landesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern. Insbesondere Biomasse spielt dabei als regionale, regenerative Energiequelle eine wesentliche Rolle im Rahmen der nachhaltigen Energieversorgungspolitik.

In diesem Zusammenhang hatten die Universität Kassel, die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Stadt Wolfhagen das ehemalige Kasernengelände ("Pommernkaserne") in Wolfhagen als Standort für einen "Bioenergy Science Park" vorgeschlagen. Hier soll eine Forschungsplattform entstehen, die allen in der Biomasseforschung aktiven hessischen Forschungseinrichtungen zur Verfügung beziehungsweise für eine Beteiligung offen steht.

Auf dem Gebiet Bioenergie/Biomasse forschen an verschiedenen hessischen Standorten leistungsstarke Arbeitsgruppen an Hochschulen – etwa den Universitäten Kassel, Gießen, Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt sowie Fachhochschulen wie der Fachhochschule Gießen-Friedberg – und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem ISET. Das Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V. an der Universität Kassel wird noch im Lauf dieses Jahres in das neue Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES mit Standorten in Bremerhaven und Kassel übergehen.

Überdies sind in der Region Nordhessen zahlreiche Institutionen wie das ebenfalls in Kassel ansässige Kompetenznetzwerk Dezentrale Energieversorgungstechnik e.V. (deENet) oder das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe e.V. (HeRo) in Witzenhausen im Bioenergiesektor tätig. Hinzu kommen Unternehmen der Privatwirtschaft wie die Ingenieurgemeinschaft Witzenhausen, die sich mit Fragen der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung, Biomasse, Vergärung und Kompostierung beschäftigt oder das Witzenhausen Institut, das sich mit unterschiedlichen Aspekten der energetischen Nutzung von (Bio)Abfällen befasst.

Biomasse ist eine dezentrale Energieressource mit einem breiten Spektrum an Rohstoffarten. Angepasste Nutzungskonzepte sind daher erforderlich, wenn es darum geht, regional verfügbare Potenziale an Rohstoffen für die Biomassenutzung mit den spezifischen Forderungen der verschiedenen Konversionsverfahren an Art, Menge und Qualität der Biorohstoffe in Einklang zu bringen. Entsprechend hoch ist auch der Forschungs- und Entwicklungsbedarf auf diesem Gebiet.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden