Antrag

Mehr Frauenförderung an Unis

Die Linke will die Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft durchsetzen. Das schreibt sie in ihrem Antrag (18/9667). Sowohl strukturelle Diskriminierung wie auch eine direkte Frauendiskriminierung sei an Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen nach wie vor Alltag.

22.09.2016 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Bundestag
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(hib/ROL)  Das gelte teilweise für ganze Fachrichtungen und es gelte besonders für die Führungs- und Entscheidungsebenen. Obwohl über die Hälfte aller Studienabschlüsse von Frauen erbracht würden und es im Bereich der Promotionen seit Jahrzehnten bereits fächerübergreifend einen stabilen Frauenanteil von mindestens einem Drittel bis über 40 Prozent gebe, würde es keinen angemessen schnellen und flächendeckenden Anstieg des Frauenanteils unter den Habilitierenden oder innerhalb der Professorinnenschaft geben. 

Nach wie vor würde der Anteil der Wissenschaftlerinnen mit steigendem Qualifikationsniveau sinken, die an Hochschulen oder außerhochschulischen Forschungseinrichtungen tätig sind. Laut dem Datenreport 2015 der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) zu Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung liege der Anteil an Frauen im Bereich der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen sowie Dozentinnen und Assistentinnen an Hochschulen bei etwa 40 Prozent - doch ihre Arbeitsstellen seien zu fast 90 Prozent befristet und 55 Prozent von ihnen arbeiten in Teilzeit, unterstreicht die Linke. Im Jahr 2013 hatten Frauen nur 21 Prozent der unbefristeten Stellen für Professoren inne. 

Ähnliche Verhältnisse würden sich auch in der außerhochschulischen Forschung finden, schreibt die Linke. In den vier großen gemeinsam von Bund und Ländern finanzierten Wissenschaftsorganisationen Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) und Leibniz-Gemeinschaft (WGL) werden Frauen im wissenschaftlichen Bereich ebenfalls zu rund zwei Dritteln befristet beschäftigt. Über 40 Prozent aller Wissenschaftlerinnen an außerhochschulischen Forschungseinrichtungen seien teilzeitbeschäftigt, bei ihren männlichen Kollegen seien es nicht einmal 20 Prozent.

Die Linke fordert unter anderem in Abstimmung mit den Ländern, die Politik der durch temporäre Pakte befristeten Finanzierung des Wissenschaftssystems zu beenden. Stattdessen müsse die Grundfinanzierung deutlich angehoben werden und auf einem hohen Niveau verstetigt werden. Die Linke fordert mit einer Entfristungsoffensive und einem Anreizprogramm zehn Jahre lang die Einrichtung von 100.000 unbefristeten Stellen durch Entfristung oder Neuschaffung zu fördern, um auf diesem Wege knapp der Hälfte des angestellten wissenschaftlichen Personals an den Hochschulen eine dauerhafte Perspektive zu ermöglichen. Es soll ein Anteil von 50 Prozent Frauen angestrebt werden. 

Ferner tritt die Linke dafür ein, mehr Stellen zu schaffen, um die Betreuungsrelation an den Hochschulen von 13 Studenten pro Vollzeitäquivalent an wissenschaftlichen Beschäftigten zu erreichen. Auch hier sollen mindestens 50 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt werden. Die jährliche Fördersumme des Professorinnenprogramms wie auch der Anteil von W3 Professuren an allen geförderten Professuren müsse verdoppelt werden. 

Ferner schlägt die Linke vor, gemeinsam mit den Ländern eine Reform der Karrierewege und Personalstrukturen im Wissenschaftsbereich unter Berücksichtigung der Förderung der Chancengerechtigkeit einzuleiten, um eine breitere Berufsperspektive für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neben der Professur zu ermöglichen.

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