EFI-Gutachten

Mehr Innovationen wagen

Expertenkommission Forschung und Innovation übergibt 10. Jahresgutachten. Wanka: "Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter kraftvoll steigern"

15.02.2017 Bundesweit Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat heute ihr zehntes Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka übergeben. Die Expertenkommission sieht Deutschland in ihrem Jubiläumsgutachten auf dem Weg zu einem "Top-Innovationsstandort". Diesem Anspruch sei das Land erheblich nähergekommen. Die Kommission bescheinigt Deutschland spürbare Verbesserungen bei den öffentlichen und privaten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE), bei der internationalen Attraktivität und Leistungsfähigkeit der Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie bei der Modernisierung der deutschen Wirtschaft. Insbesondere lobt die Kommission die Fortschritte bei Wagniskapital und den rechtlichen Rahmenbedingungen für Gründungen.

"Die Expertenkommission hat die Bundesregierung in den vergangenen zehn Jahren als unabhängiges Beratungsgremium bei der Gestaltung der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik sehr konstruktiv unterstützt. Nicht immer waren und sind wir einer Meinung, aber der Dialog mit der Kommission gibt stets wichtige Impulse. So macht auch das aktuelle Gutachten deutlich, dass Deutschland sich zwar hervorragend entwickelt, gleichzeitig aber große Herausforderungen wie der digitale Wandel gemeistert werden müssen. Ein hervorragender Innovationsstandort erfordert herausragendes Engagement für Forschung und Entwicklung", sagte Bundesforschungsministerin Wanka.

Bei der Entwicklung von Forschung und Innovation in Deutschland spielt die Hightech-Strategie der Bundesregierung eine große Rolle: Sie hat die Kräfte von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik erfolgreich gebündelt und trägt seit ihrem Start im Jahr 2006 dazu bei, dass gute Ideen schnell in innovative Produkte und Dienstleistungen überführt werden. In zehn Jahren Hightech-Strategie haben Staat und Wirtschaft ihre Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes kontinuierlich gesteigert und 2015 gemeinsam das Ziel erreicht, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung auszugeben. Bei internationalen Rankings wie dem EU-Innovationsanzeiger belegt Deutschland vordere Plätze und zählt seit langer Zeit zu den Innovationsführern.

Auch in der Wirtschaft zeigen sich die positiven Auswirkungen: Inzwischen kommen sechs der zehn FuE-stärksten Unternehmen Europas aus Deutschland. Mit dem Zehn-Punkte-Programm "Vorfahrt für den Mittelstand" hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seine Förderpolitik für mehr Innovationen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) neu aufgestellt, damit künftig auch mehr Mittelständler in Zukunftslösungen investieren. Es bringt die KMU in die richtigen Partnerschaften, etwa mit Hochschulen in ihrer Region oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen, erleichtert den Zugang zu Förderangeboten und stärkt die Einbindung der KMU in die Dynamik von Schlüsselbereichen wie Digitalisierung, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Die EFI zeigt in ihrem Gutachten Handlungsfelder auf, um den Innovationsstandort Deutschland weiter voranzubringen. Sie empfiehlt der Bundesregierung, ihre Maßnahmen insbesondere in den Bereichen Wissenschaftssystem, Transfer, Innovation in etablierten Unternehmen, Entrepreneurship, Governance und Digitaler Wandel weiter zu verstärken.

"Nach Erreichen des Drei-Prozent-Ziels müssen wir die Dynamik am Innovationsstandort aufrechterhalten. Jetzt gilt es, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland weiter kraftvoll zu steigern. Wie von der Expertenkommission vorgeschlagen, müssen wir uns das ambitionierte Ziel setzen, 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren. Dies ist notwendig, um den Herausforderungen des digitalen Wandels gerecht zu werden und innerhalb Europas mit gutem Beispiel voranzugehen. Dies wird allerdings nur gelingen, wenn wir mehr Unternehmen motivieren, Innovationen hervorzubringen", sagte Wanka.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation berät die Bundesregierung seit 2007. Die Kommission leistet wissenschaftlich fundierte Politikberatung für die Forschungs- und Innovationspolitik und zeigt jährlich Fortschritte und Handlungsmöglichkeiten auf. Bundesforschungsministerin Wanka kündigte an, dass die Bundesregierung das Gutachten sorgfältig prüfen und im Frühjahr 2017 im Rahmen des Umsetzungsberichtes zur Hightech-Strategie der Bundesregierung dazu Stellung nehmen wird.

Das Gutachten finden Sie unter www.e-fi.de

Weitere Informationen: www.bmbf.de/de/expertenkommission-forschung-und-innovation-efi


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