Baden-Württemberg

Mehr Promotionsmöglichkeiten für Absolventen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen)

"Ich freue mich, dass durch die neuen Kooperativen Promotionskollegs im Südwesten jetzt noch mehr Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften an einer Universität promoviert werden können. Von der Zusammenarbeit in diesem bundesweit einmaligen Pilotförderprogramm profitieren beide Seiten, weil die Doktorandinnen und Doktoranden beider Hochschularten gemeinsam forschen und so ihre jeweiligen Stärken einbringen und nutzen können". Dies sagte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Frankenberg anlässlich der Bewilligung des neuen Förderprogramms "Kooperative Promotionskollegs" am (heutigen) 20. Dezember in Stuttgart.

20.12.2010 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Die acht Promotionskollegs seien von einer unabhängigen Gutachterkommission ausgewählt und für eine Förderung empfohlen worden. Das Land stelle für das auf zunächst drei Jahre angelegte Programm insgesamt rund 4,85 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung umfasse vorrangig Promotionsstipendien für bis zu zehn Kollegiatinnen und Kollegiaten. Die Höhe der Stipendien werde von der Hochschule im Einzelfall festgelegt, so der Minister.

Auch wenn das Promotionsrecht den Universitäten vorbehalten bleiben solle, gebe es ein berechtigtes Interesse forschungsstarker Hochschulen für angewandte Wissenschaften an einer Mitwirkung an Promotionsverfahren, dem mit den Promotionskollegs nun auch Rechnung getragen werde: "Diese Hochschulen haben im Bereich der angewandten Forschung ein Alleinstellungsmerkmal, das durch die Forschungsarbeit ihrer besonders befähigten Absolventinnen und Absolventen in Promotionsverfahren gestärkt werden soll".

Die Zusammenarbeit der Hochschulen für angewandte Wissenschaften und der Universitäten stärke zudem die Innovationspotentiale im Land. Es sei daher wichtig, auch im Bereich der Doktorandenausbildung mehr Durchlässigkeit zwischen den Hochschularten zu schaffen. "Für die besten Absolventinnen und Absolventen aller Hochschularten muss es eine realistische Perspektive für die Promotion und eine spätere wissenschaftliche Karriere geben", so Frankenberg.

Hintergrundinformation:

Promotionskollegs sind Hochschuleinrichtungen, die sich um fachliche Schwerpunkte gruppieren. Sie haben die Aufgabe, besonders geeignete Promovierende zu betreuen, weiter zu qualifizieren und gute Forschungsbedingungen sicherzustellen. Die Landesregierung von Baden-Württemberg fördert im Rahmen des Landesgraduiertenförderung solche Promotionskollegs. Entsprechend einer Empfehlung des Wissenschaftsrates sollen die Promotionskollegs mit ihrer intensiven Betreuung und klaren Strukturen den Doktorandinnen und Doktoranden helfen, schneller zu einem Abschluss zu gelangen.

Geförderte Vorhaben:

"Krankheitsmodelle und Wirkstoffe"

Hochschule Mannheim (Sprecher: Prof. Dr. Christian Maercker) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Sprecher: Prof. Dr. Michael Lanzer)

"Generierungsmechanismen von Mikrostrukturen"

Hochschule Furtwangen (Sprecher: Prof. Dr. Ulrich Mescheder) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Sprecher: Prof. Dr. Holger Reinecke)

"Kleinskalige erneuerbare Energiesysteme"

Hochschule Offenburg (Sprecher: Prof. Dr. Andreas Christ) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Sprecher: Prof. Dr. Leonhard M. Reindl)

"Hybrid"

Hochschule Esslingen (Prof. Dr. Thomas Brunner) Universität Stuttgart (Prof. Dr.-Ing. Michael Bargende)

"Digital Media Produktion"

Hochschule der Medien Stuttgart (Sprecher: Prof. Dr. Bernhard Eberhardt) Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Sprecher: Prof. Dr. Andreas Schilling) Universität Stuttgart (Sprecher: Prof. Dr. Thomas Ertl)

"Entwurf und Architektur eingebetteter Systeme"

Hochschule Pforzheim (Sprecher: Prof. Dr. Thomas Greiner) Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Sprecher: Prof. Dr. Wolfgang Rosenstiel)

"Gefügestrukturanalyse und Prozessbewertung"

Hochschule Karlsruhe (Sprecher: Prof. Dr. Eckhard Martens) KIT - Karlsruher Institut für Technologie (Sprecherin: Prof. Dr. Britta Nestler)

"Pharmazeutische Biotechnologie"

Hochschule Biberach (Sprecher: Prof. Dr. Jürgen Hannemann) Universität Ulm (Sprecher: Prof. Dr. Peter Dürre)


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