Ministerpräsident Teufel und Wissenschaftsminister Frankenberg stellen Zukunftsoffensive IV vor

Die Landesregierung hat heute (1. März 2005) die Grundsätze der Umsetzung der "Zukunftsoffensive IV Innovation und Exzellenz" beschlossen. "Die Mittel der neuen Zukunftsoffensive werden direkt und gezielt in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert. Damit wird der Vorsprung des Landes bei HighTech-Produkten ausgebaut." Dies sagten Ministerpräsident Erwin Teufel und Wissenschaftsminister Peter Frankenberg im Anschluss an die Sitzung des Ministerrates vor der Landespresse. Am 28. Februar 2005 hatte der Aufsichtsrat der Landesstiftung beschlossen, aus dem Grundkapital der Landesstiftung bis zu 168 Mio. € für eine neue Zukunftsoffensive zur Verfügung zu stellen. Mit der neuen "Zukunftsoffensive IV Innovation und Exzellenz" soll die Clusterbildung, insbesondere im Bereich der Schlüsseltechnologien vorangetrieben werden.

01.03.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Eine der Stärken des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Baden-Württemberg ist seine national und international wettbewerbsfähige Forschungsinfrastruktur mit vielen leistungsfähigen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Dazu kommen die Ausrichtung auf international richtungweisende Zukunftsthemen mit inhaltlich breiter Abdeckung sowie eine zunehmende Vernetzung der Grundlagenforschung mit der anwendungsorientierten Forschung und eine gute Zusammenarbeit mit der Industrie, so der Ministerpräsident und der Wissenschaftsminister weiter. Im Blick auf deren Ausrichtung hätten auch die Rektoren der baden-württembergischen Hochschulen bei einer vor kurzem stattgefundenen Dienstbesprechung mit dem Ministerpräsidenten die Konzeption der Zukunftsoffensive IV begrüßt und für notwendig erachtet.

Die neuen Investitionsmittel der Landesregierung werden auf folgende Kernthemen konzentriert:

  1. 57 Mio. Euro für den Aufbau und die Stärkung der Forschungsinfrastruktur im Bereich der Neuen Materialien. Im 21. Jahrhundert sind die "Neuen Materialien" Wegbereiter und treibende Kraft für Wohlstand und Arbeitsplätze. Schon immer waren innovative Werkstoffe Grundlage für technische Entwicklungen. Heute zeichnet sich der Bereich der Neuen Materialien jedoch durch besonders hohe Innovationsraten aus. Innovationen in den Materialwissenschaften sind Basis für moderne Produkte in allen Lebensbereichen, für neue Unternehmen und Arbeitsplätze. Um die Herausforderungen annehmen zu können, soll die Forschungsinfrastruktur zur Bearbeitung neuartiger, insbesondere disziplinenübergreifender Fragestellungen im Bereich der Neuen Materialien gestärkt und ausgebaut werden.

  2. 66 Mio. Euro für Strukturinvestitionen an den Hochschulen. Die Hochschulen bilden die Basis des Wissenschaftsstandorts. Sie sind die Zentren der Wissenserzeugung. Hier ist eine kontinuierliche "Investitionspolitik in die besten Köpfe" unerlässlich, um neuartige wissenschaftliche und technologische Herausforderungen auch in Zukunft zu meistern.

  3. 22 Mio. Euro für strategische Investitionen in Landesforschungsinstitute. An den vom Land finanzierten anwendungsorientierten Forschungsinstituten erfolgen Neuinvestitionen, die die Fortsetzung der Spitzenforschung ermöglichen. Außerdem soll ein weiteres Verbundforschungsprogramm in der Produktionstechnik und der Energieforschung ausgeschrieben werden.

  4. 3 Mio. Euro für ein Forschungsprogramm Brennstoffzelle. Der Brennstoffzellentechnologie wird ein hohes Zukunftspotenzial zugesprochen. Trotz des bisher Erreichten, sind bis zur Anwendungsreife noch grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erforderlich. Diese betreffen insbesondere die Kosten der Brennstoffzellentechnologie, die Zuverlässigkeit und die Effizienz der Systeme und Einzelkomponenten. Mit einem landesweit ausgeschriebenen Forschungsprogramm sollen neue innovative Lösungsansätze unterstützt werden.

  5. 5 Mio. Euro zur Weiterentwicklung der Filmakademie. Der Gerätebestand der Filmakademie soll entsprechend den Marktbedürfnissen mit einer einmaligen Investitionsbeihilfe erweitert werden. Die Akademie erhält damit die Möglichkeit, ihre führende Stellung unter den deutschen Filmhochschulen zu festigen und eventuell sogar auszubauen.

Erwin Teufel, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Landesstiftung Baden-Württemberg ist, sagte: "Baden-Württemberg wird seine wirtschaftliche Spitzenstellung in Deutschland und Europa und damit den Wohlstand seiner Bürger im immer härteren internationalen Wettbewerb nur verteidigen können, wenn zielgerichtet im Land in neue Spitzentechnologien investiert wird. Dies ist vorrangige Aufgabe der Landesstiftung Baden-Württemberg. Zu diesem Zweck hat sie nochmals Mittel bereitgestellt. Ohne die Landesstiftung könnte das Land in der gegenwärtigen Haushaltslage diese Investitionen nicht aufbringen. Die Landesstiftung ist ein Segen für das Land und alle Bürger."

Ministerpräsident Erwin Teufel machte weiter deutlich, dass die wirtschaftlichen Erfolge des Landes nicht zuletzt auf die zukunftsorientierte Investitionspolitik der Landesregierung zurückzuführen ist. Seit 1994 seien im Rahmen der Zukunftsoffensiven I - III insgesamt 1.650 Mio. ? aus Privatisierungserlösen für den Ausbau der Infrastruktur in Bildung, Forschung und Entwicklung bereitgestellt worden.

"Baden-Württemberg belegt beim Gründungsgeschehen im Hochtechnologiebereich mit durchschnittlich 8,8 Nettoexistenzgründungen auf 100.000 Einwohner deutschlandweit den Spitzenplatz. Hieraus entwickeln sich die Arbeitsplätze der Zukunft. Baden-Württemberg hat - inzwischen mit Abstand - die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland; speziell der Anteil der Langzeitarbeitslosen liegt im Land um mehr als ein Viertel unter dem Bundesschnitt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in Baden-Württemberg seit 1999 um 16,0 % zurückgegangen, während in Deutschland ein Anstieg von 9,8 % registriert wurde. Mit 349.400 neue Arbeitsplätze sind in Baden-Württemberg 30 % aller in den letzten zehn Jahren in Deutschland neu entstandenen Arbeitsplätze geschaffen worden", sagte der Ministerpräsident abschließend.


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