Mobilität der Studienanfänger und Studierenden abhängig von Land und Studienfach

Das Sekretariat der Kultusministerkonferenz legt den neuen Bericht zur Mobilität der Studienanfänger und Studierenden in Deutschland von 1980 bis 2003 vor. Darin wird die Mobilität nach Hochschularten, Ländern, Geschlecht und Fächergruppen im Zeitverlauf dargestellt. Mobilität von Studierenden stellt ein durchaus erwünschtes Verhalten dar, führt es doch zu einem größeren Austausch von Wissenspotenzialen und fördert die persönliche Entwicklung. Außerdem ist es für die Zukunft eines Landes von erheblicher Bedeutung, gut qualifizierte junge Menschen zu halten bzw. zu gewinnen.

24.01.2006 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Im Jahr 2003 gingen etwa 30 % der Studienanfänger zum Studium in ein anderes Bundesland. Im Laufe des Studiums nimmt die Mobilität über Ländergrenzen hinweg nur leicht auf 32 % zu. Die Studienanfänger an Universitäten sind mit 32 % etwas mobiler als die Studienanfänger an Fachhochschulen, die nur zu 27 % einen Studienort außerhalb des eigenen Bundeslandes wählen. Auffällig ist außerdem, dass 33 % der weiblichen, aber nur 28 % der männlichen Studienanfänger das Bundesland wechseln. Studierende aus den neuen Ländern gehen zu 40 % in ein anderes Land, ihre Kommilitonen aus den alten Ländern nur zu 30 %.

Das regional z. T. sehr unterschiedliche Studienangebot spiegelt sich im Wanderungsverhalten der Studienanfänger und Studierenden wider. Während rund zwei Drittel (66 %) der Studienanfängerinnen und -anfänger der Veterinärmedizin ihr Studium in einem anderen Bundesland aufnehmen, sind es in den Ingenieurwissenschaften nur 23 %. Eine relativ hohe Mobilität ist auch bei den Studienanfängern in Humanmedizin (42 %) sowie in den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften (41 %) zu beobachten.

Sehr unterschiedlich fällt die Mobilität in den einzelnen Ländern aus: In Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin bleiben 74 % bis 83 % der Studierenden im "Heimatland". Die höchsten Exportquoten verzeichneten dagegen Brandenburg (67 %), Schleswig-Holstein (53 %) und das Saarland (51 %).

Von Interesse ist darüber hinaus der Wanderungssaldo als Differenz zwischen Zu- und Abwanderung: Absolut konnten im Jahr 2003 Berlin (+40 000), Nordrhein-Westfalen (+25 000) und Hamburg (+18 000) die größten Wanderungsgewinne verbuchen, während Niedersachsen (-29 000), Brandenburg (-15 000) sowie Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein (jeweils -10 000) erheblich mehr Studierende an andere Länder abgaben als dort zum Studium hinzogen.

Bezogen auf die Studierenden mit im jeweiligen Land erworbener Hochschulzugangsberechtigung haben die Stadtstaaten Berlin (+48 %), Hamburg (+42 %) und Bremen (+41 %) die stärksten positiven Wanderungsquoten. Die höchsten negativen Wanderungsquoten verzeichnen Brandenburg (-30 %), das Saarland (-27 %) und Schleswig-Holstein (-20 %).

In der Vergangenheit war ein kontinuierlicher, aber sehr allmählicher Anstieg der Mobilität von 23 % im Jahr 1980 auf gut 30 % im Jahr 2003 zu beobachten. Die aktuellen und künftigen Entwicklungen im Hochschulbereich werden wahrscheinlich nicht ohne Auswirkungen auf das Wanderungsverhalten der Studienanfänger und Studierenden bleiben.

Den neuen Bericht zur Mobilität der Studienanfänger und Studierenden können Sie auf der Homepage der Kultusministerkonferenz unter: www.kmk.org/statist/mobilitaet.htm einsehen bzw. herunterladen.


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