Hamburg

Professor Garabed Antranikian wird neuer Präsident der TU Hamburg-Harburg

Der Hamburger Senat hat heute Herrn Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. Garabed Antranikian zum neuen Präsidenten der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) bestellt. Zuvor wurde der 59-jährige Wissenschaftler einstimmig vom Hochschulrat gewählt und die Wahl vom Akademischen Senat bestätigt. Der Wahl des neuen Präsidenten war ein mehrstufiges Auswahlverfahren vorausgegangen.

01.02.2011 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Prof. Antranikian wird sein Amt am 1. April 2011 antreten. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Sein bisheriges Amt als Vizepräsident Lehre der TUHH, das er seit 2009 inne hat, wird er abgeben. Antranikian folgt auf Prof. Dr.-Ing. habil. Edwin Kreuzer, der am 31. März 2011 aus dem Amt ausscheidet.

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: "Die TU Hamburg-Harburg ist eine junge, innovative und praxisnahe Universität, die eine ideale Atmosphäre für die Entwicklung neuer Ideen in den Ingenieurwissenschaften bietet. Sie leistet wichtige Beiträge für die technisch-wissenschaftliche Kompetenz unserer Gesellschaft und bildet mit modernen Lehr- und Lernmethoden aus. Professor Garabed Antranikian ist seit über 20 Jahren an der TUHH tätig und hat die Prinzipien der TUHH nicht nur mit entwickelt, sondern lebt sie täglich vor. Als Vizepräsident hat er neben innovativen Konzepten zur Verbesserung der Lehre auch Internationalität und enge Kontakte zur Wirtschaft zu seiner Handlungsmaxime gemacht. Ich freue mich, dass wir mit ihm einen ausgewiesenen Kenner der TUHH und ihrer Strukturen als Präsidenten erhalten. Persönlich verbindet mich mit ihm unser langjähriges Engagement für den Umweltschutz und großer Respekt vor seinen herausragenden Leistungen. Mit seiner Führungspersönlichkeit wird er auf seine Art die TUHH mit Leben füllen und eigene Akzente setzen. Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg und freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm."

Walter Conrads, Vorsitzender des Hochschulrates: "Wir freuen uns mit Professor Garabed Antranikian einen Forscher von internationalem Rang für das Amt des Präsidenten gewonnen zu haben. Zugleich demonstriert er als Vizepräsident für Lehre an der TUHH mit wegweisenden Initiativen sein großes Engagement für die Exzellenz in der Lehre an der TUHH. Durch seine langjährigen internationalen Erfahrungen an der Spitze großer Forschungsverbünde wie auch als Vizepräsident der TUHH bringt Herr Prof. Antranikian das Wissen und die Erfahrung für das Amt des Präsidenten mit. Mit ihm an der Spitze wird die TUHH auch in Zukunft zu den führenden deutschen Technischen Universitäten gehören."

Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. Garabed Antranikian wurde als Sohn einer armenisch stämmigen Familie am 30. April 1951 in Amman, Jordanien geboren. Seinem Studium der Biologie an der amerikanischen Universität in Beirut (1970-1976) folgte 1980 die Promotion an der Georg-August-Universität Göttingen, wo er sich 1988 auf dem Gebiet der Mikrobiologie habilitierte. 1989 erhielt Professor Antranikian einen Ruf an die 1978 gegründete TU Hamburg-Harburg, an der er zunächst als Professor für Technische Mikrobiologie forschte und lehrte. Seit 2003 ist er Leiter des gleichnamigen Instituts auf dem Gebiet der Mikrobiologie und Biotechnologie.

Sein Fokus als Biologe liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Ingenieuren zur Etablierung von Prozessen für die umweltfreundliche Produktion von Feinchemikalien, Pharmawirkstoffen und Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. In 106 mit der Industrie entwickelten Patenten (42 internationale, 31 nationale, 33 EU-Patente) spiegelt sich das Ziel des promovierten Mikrobiologen wieder: die Etablierung biotechnologischer Prozesse und Produkte in der Life-Science-Industrie. Er selbst steht an der Spitze von vier Großverbundvorhaben: Extremophiles as Cell Factories, Biotechnology of Extremophiles, Verbund Biokatalyse, Innovations Centrum Biokatalyse. Zurzeit koordiniert er die vom Bundesforschungsministerium geförderten Cluster Biokatalyse2021 sowie Bioraffinerie2021, in deren Zentrum ein Pardigmenwechsel steht: die Nutzung neuer Energieträger – Biomasse statt Erdöl – in der industriellen Produktion.

Professor Antranikian wurde 2002 in Anerkennung seiner herausragenden Leistungen die Ehrendoktorwürde der National Academy of Sciences of Armenia (Yerevan) verliehen. 2004 erhielt er den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. 2007 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg ernannt, und seit 2008 gehört er der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) an. Antranikian ist Präsident der International Society for Extremophiles und Mitglied weiterer akademischer Vereinigungen. Als Herausgeber der Fachzeitschrift "Extremophiles" und Beiratsmitglied verschiedener international renommierter Fachjournale hat er sich in der Fachwelt weltweit einen Namen gemacht.

Professor Garabed Antranikian spricht fünf Sprachen. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und lebt in der Nordheide.


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