Reform des Wirtschaftsingenieur-Studiums bleibt notwendig

Die Reform des Wirtschaftsingenieur-Studiums (HWI) in Hamburg ist notwendig. Die Umstellung auf das Bachelor-Master-System und damit veränderte Rahmenbedingungen und strategische Weichenstellungen für die Hochschulen erfordern eine Neugestaltung des Wirtschaftsingenieur-Studiums. Daran ändern auch neue Zahlen zum Studienerfolg nichts, die die HWI-Geschäftsstelle der Wissenschaftsbehörde jetzt übermittelt hat. Nach den neuen Daten liegt der Studienerfolg im Mittel bei 43 Prozent.

24.01.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Das Prüfungsamt des HWI hatte irreführende Daten geliefert, die der üblichen Hochschulstatistik zuwider laufen. Zudem basieren sie auf individuellen Studienverlaufsbetrachtungen und sind damit datenschutzrechtlich problematisch. So wurden nicht – wie üblich – die in jedem Jahr vergebenen Abschlüsse aufgeführt, sondern gezählt, wie viele Studienanfänger eines bestimmten Jahres bis heute ihren Abschluss erreicht haben. Dies ging jedoch aus den übermittelten Daten nicht hinreichend hervor. Die übermittelten Daten lassen sich nur erheben, wenn man den Studienverlauf der einzelnen Personen betrachtet – und dies widerspricht dem Datenschutz. Deshalb hat die Wissenschaftsbehörde das HWI-Prüfungsamt jetzt aufgefordert, diese datenschutzrechtlich bedenkliche Praxis zu korrigieren.

Üblicherweise wird Studienerfolg anhand von Kohortenbetrachtungen gemessen: Die HWI-Studienanfängerzahlen eines Jahres werden ins Verhältnis zu den Absolventenzahlen sechs bis sieben Jahre später gesetzt. Durch diese Berechnung der Tabellendaten kam es zur Studienerfolgsquote von 31 Prozent.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: „Die Zahlen-Verwirrung ist ärgerlich. Dennoch: 43 Prozent Studienerfolg in einem teuren, gut betreuten Studiengang wie dem HWI sind kein Ruhmesblatt für die beteiligten Hochschulen. Zusammen mit langer Fachstudiendauer bei hohen Kosten ist der bescheidene Studienerfolg nicht Ursache, sondern Symptom des Reformbedarfs: Durch die Umstellung auf das Bachelor-Master-System haben sich die Rahmenbedingungen des Studiengangs geändert, während organisatorische Herausforderungen geblieben sind. Und auch die strategischen Weichenstellungen der Hochschulen sind heute andere als vor einem Vierteljahrhundert, als die TUHH als dritter Partner dem HWI beitrat. Dies und nicht die Frage, ob die Studienerfolgsquote 31 oder 43 Prozent beträgt, ist ausschlaggebend für die Zukunft des Wirtschaftsingenieur-Studiums in Hamburg. Der von der Wissenschaftsbehörde vorgelegte Reformvorschlag berücksichtigt diese veränderten Rahmenbedingungen und bietet innovative, zukunftsorientierte Lösung für das Wirtschaftsingenieurstudium.“


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