Wissenstransfer

Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft in Hamburg

Die InnovationsAllianz Hamburg hat einen Meilenstein erreicht. Heute haben Vertreter der Hamburger Wirtschaft, der Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen und des Senats im Beisein des Ersten Bürgermeisters die Strategischen Leitlinien der Allianz unterzeichnet.

23.03.2010 Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Die Strategischen Leitlinien sind das Ergebnis einer intensiven Diskussion in Arbeitsgruppen und Expertengesprächen, an denen mehr als 160 Akteure aus Hamburger Wirtschaft und Wissenschaft mitgewirkt haben. Eingeflossen sind aber auch die Ergebnisse einer online-Befragung, an der sich weit über 1.000 Akteure aus allen genannten Bereichen beteiligt haben.

Die Leitlinien bilden die Grundlage, um die Innovationstätigkeit und den Wissenstransfer zu verbessern, das Hamburger Innovations-Fördersystem effizienter auszugestalten sowie Hamburger Zukunftsfelder und Initiativen zu identifizieren. Sie sollen im besonders innovationsträchtigen Schnittbereich zwischen Wissenschaft und Wirtschaft für eine möglichst breite und tiefe Verflechtung der beiden Bereiche sorgen und ein optimales Zusammenwirken der Akteure ermöglichen.

Mit der Unterzeichnung der Leitlinien haben sich die Partner auf gemeinsam getragene innovations- und förderpolitische Ziele verständigt. An diesen sollen sich Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der nächsten Phase des Projekts, bei der Entwicklung konkreter Maßnahmen, orientieren können.

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: "Erfolgreicher Wissenstransfer schafft die Voraussetzungen für einen attraktiven Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Die InnovationsAllianz hat den dazu notwendigen ständigen, vielgestaltigen Kommunikationsprozess zwischen den Forschungseinrichtungen und den Unternehmen unserer Stadt in Gang gesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit der Unterzeichnung der Strategischen Leitlinien haben wir einen wichtigen Schritt getan. Nun gilt es, den Weg gemeinsam weiterzugehen und die Allianz mit konkreten Maßnahmen auszufüllen. Mit den Strategischen Leitlinien haben wir ambitionierte, aber erreichbare Ziele definiert."

Wirtschaftssenator Axel Gedaschko: "Basis für ein gesundes Wachstum der Wirtschaft und Wissenschaft Hamburgs sind Innovationen und die daraus hervorgehende Schaffung von Arbeitsplätzen. Wirtschaft und Wissenschaft müssen stärker kooperieren und mehr Innovationen generieren/produzieren. Unser Ziel ist klar – jetzt müssen wir uns auf den Weg machen, die wesentlichen Rahmenbedingungen für eine Innovationshauptstadt für Europa umzusetzen."

Wesentlicher Inhalt der Strategischen Leitlinien

Im Bereich des Wissenstransfers und der Innovationstätigkeit sollen effiziente und transparente Austauschprozesse und dadurch ein innovationsförderndes Klima geschaffen werden. Ebenso sollen Angebot und Nachfrage in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Weiterbildung und Lehre systematischer zusammen geführt werden. Dabei rücken insgesamt mehr als bisher Kleine und Mittlere Unternehmen in den Fokus, deren Transferpotenzial bisher unzureichend ausgeschöpft ist. Hinzu kommt der Ausbau einer innovationsfördernden Infrastruktur, d.h. die Förderung der Ansiedlung anwendungsorientierter Forschungsinstitute, themenbezogener Inkubationszentren mit Campuscharakter sowie Gründungszentren in Hochschulnähe.

Hamburgs gewachsene Förderlandschaft soll zu einem klar strukturierten, effizienten Fördersystem weiterentwickelt werden, um künftig Doppelförderungen, Unübersichtlichkeit von Fördermitteln, -anträgen, -bedingungen und Ansprechpartnern zu vermeiden. Insbesondere Existenzgründer und junge Unternehmen aus innovativen Bereichen mit einer starken wissenschaftlichen Komponente sollen so dazu beitragen, die hamburgische Wirtschaftsstruktur zu bereichern.

Die Strategischen Leitlinien berücksichtigen Bereiche, die hinsichtlich der globalen Megatrends von Marktbedeutung sind und in denen es in Hamburg bereits Innovationspotenzial bzw. zukunftsweisende Alleinstellungsmerkmale gibt. Mittels einer Onlinebefragung wurden folgende "Hamburger Zukunftsfelder" identifiziert:

  • Mobilität, Verkehr und Logistik
  • Materialien, Systeme, Prozesse und Verfahren
  • Energie, Klima, Umweltschutz und Meerestechnik
  • Information und Kommunikation
  • Gesundheit, angewandte Lebenswissenschaften und Ernährung
  • Internationaler Handel und länderübergreifende Kooperation
  • Finanzen, Versicherung und Recht
  • Kreativität, Bildung und Qualifizierung

Diese Zukunftsfelder sollen durch strategische Initiativen, wie z.B. die Weiterentwicklung der Hamburger Cluster, gestärkt werden.

Erste konkrete Maßnahmen

Neben der Verständigung auf gemeinsame Ziele ist auch ein Konsens über Maßnahmen und Instrumente sehr wichtig, damit die Ziele erreicht werden können. Die Strategischen Leitlinien sind deshalb schon mit Blick auf konkrete, während des Entstehungsprozesses bereits diskutierte Maßnahmenvorschläge entwickelt worden.

So soll ein zentrales Web-Informations-Leitsystem künftig die Fülle an innovationsrelevanten Informationen transparent und bedarfsgerecht bündeln, nutzerfreundlich zugänglich machen und zudem als Vermarktungsinstrument für den Innovationsstandort Hamburg eingesetzt werden. Ein auf zwei Säulen basierendes Innovations-Kontakt-System mit je einem Anlaufpunkt für die Wirtschaft und die Wissenschaft könnte insbesondere Akteuren, die noch nicht in bestehende Transferstrukturen eingebunden sind, den Zugang erleichtern.

Für Gründer innovativer Unternehmen ist zudem ein modulares und flexibel nutzbares Förderprogramm geplant, welches individuell und bedarfsgerecht von der Unterstützung des Lebensunterhalts über Beratungszuschüsse, Finanzierung von Machbarkeitsstudien und Prototypenentwicklung bis hin zur Umsetzung technologischer Innovationen in Anspruch genommen werden kann.

Kapitalintensiven Gründungen soll es darüber hinaus möglich sein, Anschlussfinanzierungen über den Beteiligungsfonds für junge innovative Unternehmen in Hamburg in Höhe von bis zu einer Million Euro je Beteiligung zu erhalten.

Die InnovationsAllianz Hamburg wurde im November 2009 ins Leben gerufen. Sie ist eine von Hamburger Politik, Wirtschaft und Wissenschaftseinrichtungen gemeinsam ergriffene Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine ganzheitliche und durch alle maßgeblichen Akteure mitgetragene Innovationsstrategie zu erarbeiten und umzusetzen.


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