Sechs Thesen der HRK zum 7. EU-Forschungsrahmenprogramm

Die Vorbereitung des 7. Forschungsprogramms der Europäischen Union für die Jahre 2006 - 2010 hat begonnen. Das Plenum der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat bei seiner Sitzung in Saarbrücken am Dienstag (9. November) sechs Eckpunkte für die Gestaltung des Programms formuliert:

10.11.2004 Pressemeldung Hochschulrektorenkonferenz

  1. Der EU-Haushalt muss von Subventions- auf Investitionsförderung zugunsten von Forschung und technologischer Entwick­lung umorientiert werden. EU-Forschungsförderung muss über die nationale Förderung hinaus einen Mehrwert schaffen, der zur Steigerung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit Europas beiträgt.

  2. Einzig wissenschaftliche Qualität darf die EU-Forschungsförderung der EU bestimmen; sie darf nicht als Subventionsinstrument verstanden werden. Im 7. Rahmenprogramm soll daher das Exzellenzkriterium deutlich stärker betont werden.

  3. Die Qualifizierung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist zum einen durch Mobilitätsprogramme, zum anderen durch die Partizipation in hervorragend begutachteten Projekten zu fördern.

  4. Verstärkte Förderung auch der Grundlagenforschung in den Universitäten setzt adäquate Bewilligungs- und Evaluationsmechanismen voraus. Daher ist die Einrichtung eines Europäischen Forschungsrats zur Förderung insbesondere von Grundlagenforschung zu begrüßen. Für dessen Tätigkeit müssen streng wissenschaftsgeleitete Kriterien im peer review Verfahren gelten.

  5. Die Förderverfahren müssen den Gegebenheiten wissenschaftlicher Einrichtungen angemessen sein, d.h. sie müssen den zeitlichen und finanziellen Belastungen der Antragsteller und den Arbeitsschwerpunkten und Manage­mentkapazitäten auch und gerade der Hochschulen Rechnung tragen. Dies macht eine deutliche Vereinfachung der derzeitigen Förderverfahren notwendig. Die Hochschulen müssen die notwendigen Grundsatzentscheidungen hinsichtlich des geplanten Engagements treffen und die notwendigen Ressourcen bereitstellen, um Anträge der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angemessen zu unterstützen.

  6. Interdisziplinäre Themen oder branchenübergreifende Teams müssen besonders gefördert werden. Die HRK spricht sich in diesem Zusammenhang insbesondere für eine verstärkte Förderung auch der Geistes- und Sozialwissenschaften aus.

(Wortlaut des Beschlusses siehe hier)


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