Studienqualität in Hamburg gesteigert

Am 6. Juli 2006 hat die Bürgerschaft hat mit dem Studienfinanzierungsgesetz allgemeine Studiengebühren mit Beginn des Sommersemesters 2007 als Lenkungsinstrument eingeführt. Die Behörde für Wissenschaft und Forschung wurde beauftragt, dem Senat jährlich über die Verwendung der Studiengebühren durch die Hochschulen zu berichten und ihn über die Ergebnisse der geplanten Evaluierung des Darlehensmodells ein Jahr nach Einführung des Studiengebührendarlehens zu unterrichten.

22.07.2008 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Heute hat der Senat der Öffentlichkeit den Bericht vorgestellt und ein erstes Fazit gezogen. Der Bericht beinhaltet eine Zusammenfassung der Berichte der Hochschulen. In ihm werden die Zahlen der zahlungspflichtigen Studierenden, die Ausnahmen und Befreiungen, die Exmatrikulationen wegen Nichtzahlung von Gebühren sowie die Verwendung der Mittel aufgezeigt.

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: "Der Bericht zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Chancen, die die zusätzlichen Einnahmen aus den Studiengebühren bieten, werden zunehmend von den Hochschulen und den Studierenden gemeinsam genutzt. Für alle wird sichtbar, dass sich die Studienbeiträge schon jetzt ganz konkret und positiv auf die Studienqualität und die Studienbedingungen an den Hochschulen auswirken. An der Verwendung der Studiengebühren wurden an allen Hochschulen die Studierenden beteiligt, verschiedenartige Möglichkeiten der Mitgestaltung haben sich dabei entwickelt. Beim neuen Studienfinanzierungsmodell werden wir die Beteiligung der Studierenden im Gesetz ausdrücklich festschreiben."

Im Berichtszeitraum waren von durchschnittlich 56.400 Studierenden rund 39.900 zahlungspflichtig. 30 Prozent aller Studierenden waren von der Gebührenpflicht ausgenommen oder aus unterschiedlichen Gründen befreit.

Durch die Erhebung von Studiengebühren haben die Hochschulen aus dem Sommersemester 2007 und dem Wintersemester 2007/2008 (Stichtag 1.4.2008) zusätzlich rund 38 Millionen Euro eingenommen. Auf das Sommersemester 2007 entfielen dabei 18,6 Millionen Euro, auf das Wintersemester 2007/2008 19,4 Millionen Euro. 13 Millionen Euro sind davon von den Hochschulen noch im Jahr 2007 ausgeben worden, 19,4 Millionen Euro sind verplant bzw. festgelegt.

Aus den Berichten der Hochschulen wird deutlich, dass die Schwerpunkte der einzelnen Hochschulen unterschiedlich sind. Generell ist festzustellen, dass knapp 35 Prozent der Ausgaben im Jahr 2007 der Verbesserung der Infrastruktur in der Lehre dienen. Rund 30 Prozent kommen der Erhöhung der Betreuungsintensität zugute, 15 Prozent der Ausgaben fließen in allgemeine Serviceleistungen. So werden z.B. Bibliotheken, Laborplätze oder Inneneinrichtungen besser ausgestattet, zusätzliche Tutorien eingeführt oder Softwarelizenzen erworben. Bei zwei Hochschulen wurden mit Zustimmung der Studierenden Baumaßnahmen durchgeführt.

Die Beteiligung von Studierenden an den Entscheidungen über die Verwendung von Studiengebühren ist sowohl von Hochschule zu Hochschule als auch von Fakultät zu Fakultät und auch innerhalb der Fakultäten unterschiedlich. So bringen sich Studierende z.B. in Studiengebührenkommissionen oder gemeinsamen Arbeitsgruppen ein oder machen eigene Vorschläge innerhalb ihres Departments. In einigen Fachbereichen übernimmt auch die Studierendenvertretung die Verhandlungsführung mit dem jeweiligen Hochschulpräsidium.

Das Jahr 2007 war das erste Jahr, in dem Studiengebühren erhoben wurden. Die Verfahren und Beteiligungsformen mussten erprobt und Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Maßnahmen wurden zunächst noch zögerlich umgesetzt. So kommt es, dass die Planungen und Festlegungen auf Maßnahmen der Hochschulen noch doppelt so hoch sind wie die in 2007 tatsächlich geleisteten Ausgaben.

Berichte der Hochschulen aus dem ersten Quartal 2008 zeigen, dass immer mehr Maßnahmen schneller umgesetzt werden, dass neue Ideen entstehen und die Umsetzungsschritte spürbar größer werden.

Zukünftig sollen die Hochschulen im Bericht ihre Maßnahmen näher erläutern können und damit zu noch mehr Transparenz beitragen. Der nächste Gesamtbericht wird dadurch ausführlicher und spezifischer werden.

Der komplette "Bericht über die Höhe und Verwendung der Studiengebühren im Zeitraum vom 1.4.2007 – 31.3.2008" steht zum Download bereit.


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