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Trendwende bei den Studierendenzahlen im Wintersemester 2017/18

Rückgang bei den Studienanfängerinnen und -anfängern: Weniger Bildungsausländerinnen und -ausländer nach Einführung von Studiengebühren in Baden-Württemberg

08.05.2018 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
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Im Wintersemester 2017/18 waren an den baden-württembergischen Hochschulen 359 749 Studierende eingeschrieben. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes entspricht dies einem minimalen Rückgang von 0,03 % im Vergleich zum Wintersemester 2016/17. Erstmals seit dem Wintersemester 2007/08 ist damit kein Anstieg der Studierendenzahl zu verzeichnen. Der Frauenanteil unter den Studierenden stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 47,7 % leicht an. Der Ausländeranteil lag unverändert bei 13,9 %.

Unter den Studierenden im Wintersemester 2017/18 waren 62 362 Studienanfängerinnen und -anfänger im ersten Hochschulsemester. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 3,2 %. Insbesondere an den Universitäten (−7,1 %) waren die Studienanfängerzahlen rückläufig. Der Frauenanteil unter den Studierenden im ersten Hochschulsemester lag mit 49,3 % über dem des Vorjahres (48,9 %), der Ausländeranteil sank hingegen um 1,7 Prozentpunkte auf 19,7 %1.

Seit dem Sommersemester 2017 gilt für die Studierendenstatistik ein neues Standortprinzip, nach dem in Baden-Württemberg liegende Außenstandorte von Hochschulen mit Hauptsitz in einem anderen Bundesland erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen werden2. Umgekehrt werden die Studierenden der Außenstandorte von Hochschulen mit baden-württembergischen Hauptsitz nicht mehr in Baden-Württemberg gemeldet3. Ein Vergleich unter Berücksichtigung dieser methodischen Änderung ergibt gegenüber dem Wintersemester 2016/17 ein deutlicheres Minus von 4,0 % bei den Studienanfängerinnen und -anfängern bzw. 1,0 % bei den Studierenden insgesamt.

Zum Wintersemester 2017/18 wurden in Baden-Württemberg an staatlichen Hochschulen Studiengebühren für Bildungsausländerinnen und -ausländer4 aus Nicht-EU/EWR-Ländern eingeführt. Gegenüber dem Wintersemester 2016/17 sank die Anzahl dieser Studienanfängerinnen und -anfänger um 21,0 % von 7 700 auf 6 080 Personen.

Knapp die Hälfte (48,6 %) der fast 360 000 Studierenden im Land war im Wintersemester 2017/18 an einer Universität eingeschrieben. Über ein Drittel (33,7 %) studierte an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, während auf die Duale Hochschule Baden-Württemberg etwa ein Zehntel (9,6 %) der Studierenden entfiel. 6,8 % lernten an einer Pädagogischen Hochschule und gut einer von hundert Studierenden (1,2 %) war an einer Kunsthochschule eingeschrieben. Im Vergleich zum Wintersemester 2016/17 verloren die Universitäten Studierende (−2,2 %), während die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (+3,0 %) und die Duale Hochschule (+1,0 %) Zuwächse verzeichnen konnten. Die Anzahl der Studierenden an den Pädagogischen Hochschulen (0,0 %) und den Kunsthochschulen (+0,2 %) blieb nahezu unveränderBei einem Vergleich des Ausländeranteils der Studienanfängerinnen und -anfänger mit dem Ausländeranteil der Studierenden insgesamt muss berücksichtigt werden, dass bei den Ausländerinnen und Ausländern im ersten Hochschulsemester auch Personen enthalten sind, die in Deutschland lediglich ein Auslandssemester absolvieren.

  1. Bei einem Vergleich des Ausländeranteils der Studienanfängerinnen und -anfänger mit dem Ausländeranteil der Studierenden insgesamt muss berücksichtigt werden, dass bei den Ausländerinnen und Ausländern im ersten Hochschulsemester auch Personen enthalten sind, die in Deutschland lediglich ein Auslandssemester absolvieren.
  2. Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) in Stuttgart und Mannheim mit Stammsitz in Essen, Macromedia Hochschule Stuttgart mit Stammsitz in München sowie IB Hochschule Stuttgart mit Stammsitz in Berlin.
  3. Außenstandort der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit Mannheim in Schwerin.
  4. Bildungsausländerinnen und -ausländer sind ausländische Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland oder an einem Studienkolleg in Deutschland erworben haben. Im Unterschied hierzu werden ausländische Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben, als Bildungsinländerinnen und -inländer bezeichnet.


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