Tropentag 2005 zu Fragen der Nahrungssicherheit und Ländlicher Entwicklung

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg unterstrich anlässlich des an der Universität Hohenheim durchgeführten Tropentags 2005 die große Bedeutung der agrarwissenschaftlichen Forschung.

12.10.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"In Zeiten globalen Klimawandels und fortschreitenden Bevölkerungswachstums kommt den Agrarwissenschaften eine umfassende Verantwortung zu. Ihre Bedeutung ist damit nicht mehr nur auf einzelne Regionen begrenzt, sondern steht vielmehr im weltweiten Kontext mit konkreten Auswirkungen auch auf die Industrienationen", sagte der Minister am 12. Oktober in Stuttgart.

Der Minister verweist auf das Millenniumsprojekt der Vereinten Nationen, das im September 2000 acht Ziele zur Lösung der dringendsten Menschheitsprobleme formuliert hat. Einer der wichtigsten Punkte dieses Beschlusses ist es, bis 2015 Hunger und Armut in der Welt um die Hälfte zu reduzieren. Als Mitunterzeichner ist auch Deutschland verpflichtet, die drängenden Probleme einer Lösung zuzuführen. "Ich bin fest davon überzeugt, dass Wissenschaft und Forschung, allen voran die Agrarwissenschaften, eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Ziele des Millenniumsprojekts spielen. Angesichts begrenzter Ressourcen sind die nachhaltige Umweltnutzung und Nahrungsmittelsicherheit die entscheidenden Faktoren für die gemeinsame Zukunftsbewältigung", so Frankenberg.
Der Wissenschaftsminister verweist in diesem Zusammenhang auf die hervorragenden Forschungsleistungen der baden-württembergischen Hochschulen. "Insbesondere die Universität Hohenheim ist in den Agrarwissenschaften eine der absoluten Top-Adressen. Der Hochschule ist es gelungen, allein im Zeitraum 1999 bis 2001 im Rahmen der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 9,8 Millionen Euro bundesweit die meisten Fördermittel in den Agrar- und Forstwissenschaften zu erhalten." Das 1982 gegründete Tropeninstitut trage durch seine erfolgreiche und viel beachtete Arbeit zur Lösung der Nahrungs- und Umweltprobleme weltweit bei und arbeite mit zahlreichen nationalen und internationalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Dabei werde auch im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses in Hohenheim sehr gute Arbeit geleistet, führte der Minister unter Hinweis auf die Verleihung des Landesforschungspreises 2003 an die dortige Wissenschaftlerin Dr. Eva Schlecht aus.

Als weiteres Beispiel nannte Minister Frankenberg die Universität Freiburg, wo es dem Zellbiologen Prof. Peter Beyer gemeinsam mit Prof. Potrykus von der ETH Zürich gelungen ist, die Entwicklung des sogenannten "Goldenen Reises" voranzutreiben. Dieser leistet einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen frühe Erblindung und Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern. Zur Fortsetzung des Projektes hat die Universität Freiburg im Sommer diesen Jahres von der "Bill and Melinda Gates Foundation" insgesamt 11 Millionen Dollar an Fördermitteln erhalten. "Dies bestätigt die Forschungspolitik des Landes und ist ein Beleg für die hochkarätigen Leistungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Land", so der Wissenschaftsminister.

Der vom 11. -13. Oktober stattfindende Tropentag 2005 steht unter dem Motto "International Research on Food Security, Natural Resource Management and Rural Development". Die Veranstaltung wird jeweils im Wechsel von den Universitäten Berlin, Bonn, Göttingen, Hohenheim und Kassel-Witzenhausen mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft für Tropische und Subtropische Agrarforschung (ATSAF) und der Beratungsgruppe Entwicklungsorientierte Agrarforschung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (BEAF GTZ) organisiert und durchgeführt. Weitere Informationen: www.tropentag.de


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