Unionsländer bringen Alternativkonzept zur "Exzellenzinitiative" in BLK ein

Die Koordinatorin der Unionsländer für Bildung und Wissenschaft, Baden-Württembergs Kultusministerin Dr. Annette Schavan, und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg sehen eine "neue, gute Chance, die Herausbildung von Spitzenuniversitäten zeitnah durch eine erheblich erweiterte und veränderte Forschungsförderung zu erreichen. Dem dient das gemeinsame Konzept ´Forschungsoffensive Deutschland´ aller unionsregierten Länder, das wir am Montag in die Beratung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) einbringen werden", erklärten die Minister am 13. März in Stuttgart.

13.03.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Dieses Konzept wurde auf einer Klausursitzung in Berlin am 11./12. März endgültig beschlossen. "Der neue Ansatz ist die Vollkostenfinanzierung der Forschung. Dies ist wissenschaftsadäquat und zugleich politisch innovativ, um so die festgefahrene Diskussion über die Förderung von Spitzenhochschulen voranzubringen. Nur durch die gezielte, internationalen Standards entsprechende Förderung von Top-Forschung bekommen wir Top-Unis."

Die Initiative des Bundes zur Etikettierung so genannter Elitehochschulen löse nicht die Probleme der Forschungsförderung, so die Minister. "Dieses Modell war ein Kompromiss, dem alle Mängel eines solchen anhaften, bis hin zu ernsten verfassungsrechtlichen Einwänden wegen zusätzlicher Bundes-Kompetenzen. Jetzt brauchen wir ein neues Konzept, in dem sich Bund und Länder mit ihren Vorstellungen zur Exzellenz-Förderung wieder finden können", erklärte Schavan nach einer Beratung der Kultus- und Wissenschaftsminister der unionsregierten Länder. Deren Konzept sieht vor, die finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen für die universitäre Forschung nachhaltig zu verbessern.

Dies soll durch zweierlei geschehen:

  • Einstieg in die Vollkostenfinanzierung von Forschungsprojekten. Dies bedeutet, dass nicht nur die Kosten, die direkt mit dem Forschungsprojekt zusammenhängen, sondern auch die indirekten Aufwendungen finanziert werden, etwa die Kosten für Geräte und Labors.

 

  • Bereitstellung zusätzlicher Fördermittel in Höhe von rund 1,9 Mrd. Euro für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die nach Auffassung der beiden Minister in den kommenden fünf Jahren insgesamt rund 9,1 Mrd. Euro erhalten soll. Mit diesen zusätzlichen Mitteln sollen vor allem Graduiertenschulen und Exzellenz-Zentren in der Forschung gefördert werden. Die Exzellenz-Zentren sollen die universitäre und die außeruniversitäre Forschung stärker zusammenführen.

Weil eine Vollkostenfinanzierung, die längst internationaler Standard ist (etwa in den USA und Großbritannien), bisher bei der DFG-Förderung nicht vorgesehen ist, kommen drittmittelstarke Universitäten an ihre finanzielle Leistungsgrenze, da sie die erforderliche Grundfinanzierung für neue Forschungsprojekte nicht mehr aufbringen können. Frankenberg: "Drittmittelfinanzierung wäre bei einer Vollkostenfinanzierung für erfolgreiche Hochschulen kein Verlustgeschäft, sondern würde ihre Wettbewerbsposition verbessern." Bundesforschungsministerin Bulmahn könne nun beweisen, ob es ihr in der Sache um eine erfolgreiche Spitzenförderung geht, so die beiden Minister.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden