"Wissenschaftlichen Nachwuchs gezielt und intensiv in hessische Großforschungsprojekte einbinden"

"Mit Hilfe des Forschungsförderungsprogramms LOEWE wird insbesondere auch der wissenschaftliche Nachwuchs gezielt und intensiv in hessische Großforschungsprojekte eingebunden." Darauf hat Staatsministerin Silke Lautenschläger hingewiesen. Sie überreichte heute im Eisenhower-Raum der Goethe-Universität Frankfurt am Main die Bewilligungsbescheide und die Urkunden an die Vertreter der beteiligten Institutionen des LOEWE-Zentrums "Helmholtz International Centre (HIC) for FAIR" und des LOEWE-Schwerpunkts "Lipid Signaling Forschungszentrum Frankfurt (LiFF)". Beide Projekte unter Federführung der Goethe-Universität waren in der ersten Auswahlrunde des wettbewerblich organisierten Landesprogramms "LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz" Ende Juni 2008 erfolgreich.

30.10.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

"HIC for FAIR" ist eine Kooperation von drei hessischen Hochschulen – der Goethe-Universität Frankfurt, der Technischen Universität Darmstadt, der Justus-Liebig-Universität Gießen – und des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Gemeinsam wollen die Partner ihre Stärken in das zukünftige Beschleunigerzentrum FAIR – Facility for Antiproton and Ion Research – an der GSI einbringen. FAIR wird Antiprotonen- und Ionenstrahlen mit bisher unerreichter Intensität und Qualität liefern und eine noch nicht da gewesene Vielfalt an Experimenten ermöglichen, von denen die Physiker neue Einblicke in die Struktur der Materie und die Evolution des Universums erwarten. Durch das Projekt soll darüber hinaus das optimale Umfeld geschaffen werden zur Erforschung wechselwirkender Materie, zur Entwicklung modernster Technologien in den Bereichen der Teilchenbeschleunigung, der schnellen Mustererkennung und des Hochleistungsrechnens zur Simulation stark wechsel¬wirkender Materie sowie der Datenauswertung.

Für das Land ist es entscheidend, eine international führende Rolle hessischer Universitäten und hessischer Forschungseinrichtungen an dieser weltweit einzigartigen Einrichtung bei der GSI zu sichern und international anerkannte Exzellenz in der physikalischen Grundlagenforschung dauerhaft in Hessen zu etablieren. Mit Hilfe der LOEWE-Förderung können nachhaltig etwa 20 Professuren mit internationalen Spitzenwissenschaftlern bei den beteiligten Partnern besetzt werden. Dadurch wird die so genannte kritische Masse für ein derart ambitioniertes Großforschungsprojekt erreicht. "Die Landesregierung stellt damit sicher, dass die beteiligten hessischen Einrichtungen mit ,HIC for FAIR´ als Denkfabrik eine weltweit führende Rolle für FAIR als größter Forschungseinrichtung der nächsten Dekade in Europa einnehmen werden", hob Staatsministerin Lautenschläger hervor.

Das LOEWE-Zentrum "HIC for FAIR" wird seit 1. Juli 2008 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bis 2010 mit rund 12,3 Millionen Euro gefördert. Für 2011 sind weitere zirka drei Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Auch der neue LOEWE-Schwerpunkt "Lipid Signaling Forschungszentrum Frankfurt (LIFF)" verfügt über ein großes Innovationspotential, ausgewiesene Kompetenz der Wissenschaftler und ein hohes Maß an nationaler und Internationaler Vernetzung. Im Rahmen dieses interdisziplinären Schwerpunkts bündeln die Goethe-Universität Frankfurt und das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim ihre anerkannten Wissenschaftsexpertisen, um in enger Kooperation zwischen Pharmakologie, Pharmazie, biochemischer Grundlagenforschung und klinischer Forschung die krankheitsrelevante Bedeutung von Lipidmediatoren zu erforschen. Dafür wird der Schwerpunkt in den nächsten zweieinhalb Jahren Projektmittel in Höhe von 3,7 Millionen Euro erhalten. Für 2011 sind weitere 630.000 Euro in Aussicht gestellt.

Gemeinsam und unter Einbindung der pharmazeutischen Industrie im Rhein-Main-Gebiet widmen sich die Projektpartner einem biomedizinisch wichtigen und hochaktuellen Thema: Lipide erfüllen als Bausteine der Zellmembranen wichtige Aufgaben und sind oftmals bei der Entstehung von Krankheiten wie zum Beispiel Tumoren, chronischem Schmerz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen von zentraler Bedeutung. "Die interdisziplinären Forschungsarbeiten des LOEWE-Schwerpunkts LiFF eröffnen Chancen für innovative Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten und für die Entwicklung wirksamer Arzneistoffe", sagte Staatsministerin Lautenschläger.

Im Rahmen der ersten LOEWE-Förderrunde unterstützt die Landesregierung fünf LOEWE-Zentren und fünf LOEWE-Schwerpunkte bis 2010 mit insgesamt 115 Millionen Euro. Rund 32 Millionen Euro sollen auf der Grundlage eines beschlossenen Landeshaushalts 2009 zusätzlich für das Jahr 2011 bewilligt werden. Die Ministerin wies darauf hin, dass dieser Betrag der Höchste sei, den eine hessische Landesregierung jemals zur Forschungsförderung aufgewendet habe: "Das streng wettbewerblich organisierte LOEWE-Programm eignet sich hervorragend zur nachhaltigen Stärkung der wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Innovationsfähigkeit Hessens, weil es den hessischen Wissenschaftseinrichtungen attraktive Perspektiven zur Schwerpunktsetzung und Profilierung sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch der angewandten Forschung eröffnet." Auch in seinem Finanzierungsvolumen sei dieses Programm bundesweit im Ländervergleich einzigartig, sagte die Ministerin.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden