Wissenschaftssommer: Frankenberg diskutiert über die Zukunft von Forschung und Lehre

"Wir brauchen eine umfassende, ganzheitliche Reformstrategie, um die Hochschulen für den internationalen Wettbewerb und die großen Herausforderungen in unserem Land zu stärken", erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg anlässlich einer Podiumsdiskussion im Rahmen des "Wissenschaftssommers 2004" am 1. Oktober in Stuttgart.

01.10.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Frankenberg erörterte mit Vertretern von Wissenschaft und Wirtschaft die Eckpunkte einer zukunftsorientierten Hochschul- und Forschungspolitik. "Wirtschaftswachstum und Wohlstand hängen an einem Hochtechnologiestandort wie Deutschland im wesentlichen von der Wissenschafts- und Forschungspolitik ab", so der Minister. Das neue Landeshochschulgesetz werde die baden-württembergische Hochschullandschaft in wichtigen Punkten zukunftsweisend reformieren. Ziel seiner Reformstrategie sei es, einen Regelkreis von Wettbewerb und Autonomie an den Hochschulen zu etablieren.

Der Minister forderte eine stärkere Orientierung der Hochschulstrukturen an wirtschaftlichen Modellen. "Die Hochschulen müssen wie moderne Dienstleistungsunternehmen geführt werden." Darüber hinaus eröffne der Verzicht auf staatliche Mitwirkungs- und Entscheidungsrechte den Hochschulen neue Handlungsspielräume. Die Finanzierung solle leistungsorientiert durch mehrjährige Hochschulverträge erfolgen. "Auch neue Finanzquellen wie sozialverträgliche Studiengebühren, Spenden und Drittmittel müssen sich die Hochschulen zunehmend erschließen", erklärte der Minister. Jede Hochschule müsse zudem ihre Ressourcen bündeln und ein wettbewerbsorientiertes Profil entwickeln.

"Durch attraktive Rahmenbedingungen wollen wir exzellente Wissenschaftler im Land halten oder aus dem Ausland anwerben", so Frankenberg. Im Rahmen der Qualitätsoffensive stelle das Land 20 Mio. Euro für Berufungen auf internationalem Spitzenniveau zur Verfügung. Der Minister betonte, dass sich die Berufungsverfahren nach internationalen Maßstäben richten müssten. Es sei ein wichtiger Schritt, dass nach dem neuen Landeshochschulgesetz die Verantwortung für die Berufungen bei der Hochschulleitung liegen werde. Ein weiterer wichtiger Eckpunkt sei die Einführung gestufter Studiengänge nach dem Bachelor- und Master-Modell sowie eine strukturierte Doktorandenausbildung.

Als zukunftsweisend bezeichnete Frankenberg auch die Prinzipien der Forschungsförderung im Land. "Baden-Württemberg vergibt Fördermittel schon lange nach strukturellen und thematischen Gesichtspunkten und nicht nach dem Gießkannenprinzip." Ausschlaggebend sei ein "Wettbewerb der Ideen und Konzepte". Strategisch wichtige Forschungsfelder und Schlüsseltechnologien wie zum Beispiel die Informationswissenschaften oder Life Sciences würden verstärkt gefördert. Forciert werde auch die Herausbildung interdisziplinärer und standortübergreifender Forschungsstrukturen, etwa im Kompetenznetz Funktionelle Nanostrukturen. Besondere Bedeutung maß der Minister der kontinuierlichen Analyse der Stärken und Schwächen einzelner Forschungsfelder zu, die im Land durch so genannte strategische Querschnittevaluationen erfolgt.


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