Internationalisierung

Fit fürs internationale Parkett

Fließend Englisch zu sprechen ist schon mal gut. Doch auf den grenzüberschreitenden Austausch muss eine Hochschule als Ganzes eingestellt sein: Wie nicht nur Studierende und Lehrende, sondern auch Verwaltungsmitarbeiter die Gepflogenheiten anderer Länder und Wissenschaftssysteme kennenlernen. Von Mareike Knoke

27.11.2017 Bundesweit Artikel Deutsche Universitätszeitung (duz)
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Susanne Sinn-Bisinger, Mitarbeiterin der Hochschule Reutlingen, war kürzlich zum ersten Mal in Ljubljana. Als sehr modern empfand sie die slowenische Hauptstadt, WLAN war praktisch überall verfügbar und an der dortigen Universität eine Selbstverständlichkeit. Es war ein Fortbildungsaufenthalt mit Workshop im Rahmen des Programms Erasmus+, der Sinn-Bisinger für eine Woche in die Stadt führte.

„Vielleicht ergeben sich Kooperationen“

An ihrer Hochschule ist Sinn-Bisinger in der Stabsstelle „Qualität in Studium und Lehre“ zuständig für Rankings. Die studierte Betriebswirtin tauschte sich in Ljubljana unter anderem über die internationale Akkreditierung von Studiengängen aus. Für ihre Hochschule und besonders für die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge der Fakultät der ESB Business School ist das ein sehr wichtiges Thema. „Umso spannender fand ich es, zu erfahren, welche Strategien Kollegen aus anderen Ländern verfolgen und wie das Qualitätsmanagement dort arbeitet“, sagt Sinn-Bisinger. Dass sie dabei auch auf Kollegen aus Kasachstan, Aserbaidschan und Jordanien traf – Länder, mit denen ihre Hochschule bislang noch keine Partnerschaften pflegt –, „war für mich zusätzlich interessant. Vielleicht ergeben sich ja daraus in Zukunft neue Kooperationen“.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag aus der aktuellen Ausgabe der Deutschen Universitätszeitung (duz).

Akademisches Personal, Studierende und auch die Mitarbeiter der Hochschulverwaltung zu internationalisieren und fit für den Umgang mit ausländischen Kollegen und Studierenden zu machen, rückt immer stärker in den Fokus der Hochschulen. Forschungskooperationen mit ausländischen Hochschulen sind seit Langem gang und gäbe. Fortbildungen oder Auslandsaufenthalte gezielt auch für die interne Internationalisierung einzusetzen und diese als Teil der Hochschulentwicklung und des Hochschulmarketings zu begreifen, ist erst eine Entwicklung der Bologna-Reform. Sei es im Service-Bereich, sei es in der Lehre: Die Mitarbeiter einer Hochschule sollen dazu beitragen, dass ausländische Studierende und Wissenschaftler sich wohl fühlen. Es kann schon helfen, wenn Verwaltungsmitarbeiter in der Lage sind, wichtige Informationen an E-Mail-Verteiler auch auf Englisch zu verfassen.

„Eine Hochschule ist immer nur so international wie der erste Kontakt mit ihren Mitarbeitern“, sagt Udo Stelzer vom International Office der Hochschule Reutlingen. Dieser erste Kontakt sei längst nicht immer Sache des Internationalen Büros einer Hochschule, sondern finde zuallererst in den Bibliotheken und Laboren statt, deren Mitarbeiter mit ausländischen Studierenden oder Doktoranden zu tun haben.

Anders als Forscher haben Verwaltungsmitarbeiter selten Gelegenheit, Tagungen und Konferenzen im Ausland zu besuchen. Nach den Erhebungen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) stieg die Zahl der Hochschulmitarbeiter, die über Erasmus+ eine Fortbildung im Ausland besuchten, zwischen 2008 und 2014 von rund 300 auf 1165.

Die Hochschule Reutlingen ermöglicht pro Jahr bis zu 18 Mitarbeitern wie Susanne Sinn-Bisinger, Auslandserfahrungen bei einer der rund 60 Partnerhochschulen zu sammeln. Viele Hochschulen nutzen für Fortbildungen ihre über die Jahre gewachsenen weltweiten Netzwerke mit anderen Hochschulen und entwickeln Austauschprogramme. Viele greifen dabei auf die finanzielle Förderung aus Erasmus+ zurück, um ihre Mitarbeiter zu Hospitanzen oder Workshops zu entsenden.

Den meisten Hochschulen sei bewusst, „dass Internationalisierung eine strategische Aufgabe ist“, sagt Stephan Keuck, der bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Leiter des Audits „Internationalisierung der Hochschulen“ ist. Die Mobilität von Wissenschaftlern und Studierenden sei dabei nur einer von vielen Aspekten; auch in anderen Hochschulbereichen müsse Internationalität verankert werden. Dazu gehörten nicht nur Sprachkurse oder Seminare zur Interkulturalität, sagt er, sondern Internationalisierung solle beispielsweise auch konsequent bei Neuberufungen berücksichtigt werden: „Im Fokus können hier interessante Kontakte und Netzwerke der Kandidaten stehen und wieviel Erfahrung sie in der Lehre mit internationalen Studierenden vorzuweisen haben“, so Keuck. Seit 2009 haben 82 Hochschulen am HRK-Audit teilgenommen, um sich bei der Entwicklung einer passgenauen Strategie beraten zu lassen – große Exzellenzuniversitäten ebenso wie kleine Fachhochschulen.

Den gesamten Artikel zum Weiterlesen finden Sie hier.

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