Sitzenbleiben

Rigoros betriebene Auslese schadet Kindern

"Die schulische Karriere darf nicht über die Bedürfnisse von Kindern gestellt werden. Alle Kinder haben ein Recht auf die Zeit, die sie für erfolgreiches Lernen und den Erwerb vielseitiger Kompetenzen brauchen." Anlässlich des bevorstehenden Weltkindertages am Samstag forderte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, mehr Zeit für individuelle Förderung und persönliche Zuwendung in der Schule. "Unsere Schulen müssen für alle Kinder Lern- und Lebensraum sein. Der Bildungsauftrag muss im Mittelpunkt stehen und darf nicht ständig vom Sortierauftrag verdrängt werden. Verantwortungsvolle Schul- und Bildungspolitik muss die Bedürfnisse der Kinder ernst nehmen und entsprechend auf sie eingehen. Die Fixierung auf Noten und die zu früh einsetzende Auslese von Kindern erschwert diesen Prozess jedoch." Die rigoros betriebene Auslesediagnostik bezeichnete Wenzel als "anachronistisch, pädagogisch kontraproduktiv und schädlich." Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich Rahmenbedingungen, die kindgerechtes Lernen fördern. mehr

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Der schnelle Weg vom Gymnasium auf die Hauptschule

(redaktion) Nicht immer nehmen Eltern schlechte Noten, die Nichtversetzung oder aber die Empfehlung der Grundschule für die weitere Schullaufbahn ihres Kindes widerspruchslos hin. Sie schalten einen Anwalt ein und scheuen auch nicht den Weg zum Gericht. Dabei geht es ihnen um die Zukunftschancen ihrer Kinder, so die Wiesbadener Anwältin Sibylle Schwarz, die immer wieder Eltern und Schüler vor Gericht vertritt. mehr

04.09.2008 Artikel

Zweimal "mangelhaft" - Nur mit Ausgleich hat Schüler Anspruch auf Versetzung

(redaktion/PM) Die Nichtversetzung eines Gymnasialschülers, der in zwei Fächern die Note "mangelhaft" hat und nur eine davon durch bessere Noten in anderen Fächern ausgleichen kann, ist rechtlich nicht zu beanstanden. Vor diesem Hintergrund hat die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Mainz in einem einstweiligen Anordnungsverfahren die Zulassung eines nicht versetzten Mainzer Gymnasiasten (Antragsteller) in die nächsthöhere Klassenstufe abgelehnt. mehr

19.08.2008 Artikel

Erfreulicher Zuspruch der Gymnasien bei der Initiative zur Absenkung der Sitzenbleiberquote

Die Resonanz auf die vom Philologen-Verband mitgetragene "Komm-Mit!"-Förderinitiative zur Reduzierung der Wiederholerquote ist ausgesprochen gut. mehr

14.08.2008 Pressemeldung Philologen-Verband NRW

VBE: Projekt gegen Sitzenbleiben hat guten Start

"Wir freuen uns, dass das vom VBE mitinitiierte Projekt "Komm mit – Fördern statt Sitzenbleiben" auf eine so große Resonanz stößt und die Zahl der Bewerbungen mit 380 deutlich die erwartete Bewerberzahl von 300 übersteigt. Wir sehen dieses Projekt als Bestandteil der Vereinbarung "Fordern und Fördern", die zwischen der KMK und den Lehrerorganisationen im Oktober 2006 getroffen wurde", erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). mehr

Die Initiative "Komm Mit! - Fördern statt Sitzenbleiben" startet mit 385 Schulen

Mit 85 Schulen mehr als ursprünglich vorgesehen startet die gemeinsame Initiative des Schulministeriums und der nordrhein-westfälischen Lehrerverbände "Komm Mit! – Fördern statt Sitzenbleiben". Auf Anhieb hatten sich 385 Schulen (141 Gymnasium, 120 Realschulen, 78 Hauptschulen und 46 Gesamtschulen) um die Teilnahme an der Initiative beworben. Geplant war ursprünglich, mit 300 Schulen zu starten. mehr

Bundesweit einmalig: "Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben"

Alle 385 Schulen, die sich für die Initiative "Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben" beworben haben, werden nach Verhandlungen zwischen der GEW und dem Schulministerium in den landesweiten Modellversuch aufgenommen. Nach dem unerwartet großen Interesse, ursprünglich waren maximal 300 Schulen für das Projekt vorgesehen, hat die GEW sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass auch alle Schulen zu den vereinbarten Konditionen zum Schuljahresbeginn in das Projekt einsteigen können. mehr

14.08.2008 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Sitzenbleiben abschaffen, individuelle Förderung als "Pflichtfach" für Schulen - Eltern fordern ehrgeizige Bildungsziele

Etwa 400 Schülerinnen und Schüler wiederholen im Saarland jährlich freiwillig das Schuljahr, 2.900 aber müssen wiederholen (250.000 sind es in Deutschland). Hinzu kämen jährlich 1.000 Schülerinnen und Schüler, die das Gymnasium abbrechen müssten. Auf diese "schulische Praxis des Versagens" hat die Landeselterninitiative für Bildung zum Beginn des neuen Schuljahres aufmerksam gemacht. "Es muss endlich über das pädagogisch fragwürdige und aufwändige Sitzenbleiben und das Auslesesystem an Schulen nachgedacht werden", sagte der Sprecher der Initiative Bernhard Strube. "Nie mehr sitzen bleiben und individuelle Förderung als Pflichtfach für Schulen" sollten ehrgeizige Bildungsziele der Landesregierung werden. Die Eltern appelieren an Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer, in diese Richtung ein Zeichen zu setzen. mehr

Abitur für alle?

Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat Forderungen des Grund- und Hauptschullehrerverbandes BLLV nach der Abschaffung des vielgliedrigen Schulwesens, der Abschaffung von Noten und der Abschaffung des Sitzenbleibens zurückgewiesen. Der bpv-Vorsitzende Max Schmidt sagte dazu am Donnerstag in München: "Das ist Humbug. Solche Forderungen laufen in letzter Konsequenz auf eine Gesamtschule hinaus, in der alle Schüler das Abiturzeugnis erhalten. Genauso gut könnte man dann dazu übergehen, Abitur und allgemeine Hochschulreife bereits gleich auf der Geburtsurkunde zu bescheinigen." mehr

31.07.2008 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Besser nicht sitzenbleiben

Am Freitag gibt es das Jahreszeugnis, und in viel zu vielen steht "nicht versetzt". Weil entgegen landläufiger Meinung das Sitzenbleiben so gut wie nie etwas nützt, rät der Bayerische Elternverband allen Schülern und ihren Eltern, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um das Sitzenbleiben doch noch zu verhindern. "Was nützt es dem Schüler, zehn Fächer, in denen seine Leistung ordentlich war, noch einmal ein ganzes Jahr lang durchzukauen, nur weil er in Geschichte und Englisch Lücken hat?", sagt Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands. mehr

30.07.2008 Pressemeldung Bayerischer Elternverband