Der Fußball lässt die Menschen in Afrika Gesichter gewinnen

Die Menschen in Afrika aus der Anonymität von Zahlen in der Wahrnehmung der Bundesbürger herausholen wollen das Bayerische Kultusministerium, die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, missio München, das Missionswerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sowie das Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.. Mittel dazu sind der "Fußball" als Dingsymbol und das Internetportal [www.tor-nach-afrika.de](http://www.tor-nach-afrika.de,), das am morgigen Dienstag von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit freigeschaltet wird.

20.12.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die rund 900 Millionen Kinder, Jugendlichen, Frauen und Männer des schwarzen Kontinents, von denen viele in größter Armut leben, sollen mit Hilfe der 2010 für Südafrika geplanten Fußball-Weltmeisterschaft ein Angesicht erhalten, das die Bewohner in Europa nicht kalt lässt. Bayerns Kultusstaatssekretär Karl Freller mahnte, dass auch die Menschen in Afrika unveräußerliche Menschenrechte haben, doch werde ihre Würde häufig mit Füßen getreten. Entsprechend wurde das Kooperationsprojekt "Tor nach Afrika" überschrieben. Er begrüßte es, dass mittlerweile viele farbige Fußballspieler in der Bundesliga zu Vorbildern der Jugendlichen avanciert seien.

Der Präsident von missio München, P. Eric Englert, sowie sein Kollege vom Missionswerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche, Dr. Hermann Vorländer, stellten das Schicksal von Kindersoldaten in Afrika vor. Mehr als 300.000 Kinder und Jugendliche - viele davon in Afrika - werden als Werkzeuge an Waffen missbraucht und im Krieg, getötet oder schwer verletzt und traumatisiert. Entsprechend haben die beiden Hilfswerke das Projekt "Aktion Volltreffer � kein Krieg mit Kindern" initiiert, bei dem die ehemaligen Kindersoldaten wieder in die Gesellschaft integriert werden und mit Bällen spielen und nicht mit Leichtwaffen aufeinander schießen. Eine menschliche Brücke will das Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck zu farbigen Schülerinnen und Schüler nach Afrika spannen. Auf einen Besuch der bayerischen Schüler im Februar 2006 soll im Sommer eine Antwortvisite folgen, so die Pädagogin Hedi Paul.

Das Internetportal soll die Möglichkeit geben, dass Schulen ihre Projekte mit Bildungseinrichtungen aus Afrika präsentieren.

Werner Karg, der stellv. Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, hofft, dass mit Hilfe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika der "Pass" zu den Menschen nach Afrika gelingt. Wie Dr. Alexander Fonari vom Netzwerk Eine Welt unterstrich, muss eine zentrale Aufgabe sein, den Blick über den eigenen Tellerrand zu weiten und sensibel zu werden für die Nöte der Menschen in anderen Teilen der Erde.

Die Schirmherrschaft über das Projekt haben Kultusstaatssekretär Karl Freller, Friedrich Kardinal Wetter und der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich übernommen.


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