Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: Mittelschule eröffnet Schülern mehr Bildungschancen

"Die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule, die der Ministerrat gestern beschlossen hat, eröffnet unseren Schülern neue Bildungschancen", so Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zu seinem Konzept. Die Kritik, die der bildungspolitische Sprecher der SPD, Hans-Ulrich Pfaffmann an dem Konzept des Kultusministeriums zur Mittelschule übt, weist Minister Spaenle zurück. Es gehe Pfaffmann nicht in erster Linie um die Chancen für die Kinder, sondern vor allem um die Durchsetzung des von ihm favorisierten gleichmachenden Gesamtschulsystems.

01.07.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Mit Hilfe von eigenverantworteten Schulverbünden sichern wir zudem organisatorisch möglichst lange möglichst viele Schulstandorte, und zwar mit einem qualitativ hochwertigen Bildungsangebot", ergänzte Minister Spaenle. Kleine Hauptschulen können sich zu Schulverbünden zusammen schließen. Die innovative Möglichkeit ab der 5. Jahrgangsstufe an jedem Standort gezielt auch auf den Mittleren Abschluss vorbereiten zu können, eröffnet ein weiteres hochwirksames Instrument gerade zur Sicherung einzügiger Standorte in der Fläche.

Im Vorfeld des Ministerrats hatte Minister Spaenle mit Vertretern von Lehrer- und Elternverbänden sowie der Wirtschaft und des DGB diskutiert.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle entwickelt mit seinem Konzept, das auf der Initiative seines Amtsvorgängers Siegfried Schneider aufsetzt, die Hauptschule inhaltlich zu einer attraktiven weiterführenden Schulart mit stark berufsorientierter Ausrichtung weiter. Die Alleinstellungsmerkmale der Hauptschule werden in der "Mittelschule" weiter ausgebaut, nämlich:

  1. Die berufliche Orientierung wird verstärkt und die Schüler werden intensiver auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet. Dazu dient auch die institutionelle Kooperation mit Berufsschule, Wirtschaft und Agentur für Arbeit.

  2. Der mittlere Bildungsabschluss wird an das Niveau der Wirtschafts- und Realschule herangeführt und vergleichbar.

  3. Schüler werden deshalb innerhalb des Klassenverbandes bereits ab der 5. Klasse in den Hauptfächern differenziert und zusätzlich gefördert - auch mit Blick auf einen späteren mittleren Bildungsabschluss. Der Klassenlehrer bekommt dabei eine Schlüsselrolle.

  4. Darüber hinaus soll jede Mittelschule den Schülern ein Ganztagsangebot unterbreiten.

"Es geht bei der Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule nicht um ein neues ,Türschild`, sondern um eine qualitative Fortentwicklung zugunsten unserer Schüler", so der Minister.

Die von Pfaffmann vorgestellte "Alternative" einer "Sekundarschule" lehnt Minister Spaenle ab.

"Das differenzierte Schulwesen in Bayern ist leistungsstark und fördert die Schüler begabungsgerecht sehr gut. Die Durchlässigkeit werden wir weiter ausbauen", so Minister Spaenle. Die von Pfaffmann ins Feld geführte "Sekundarschule" könne diese Aufgabe nicht bewältigen.


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