Land und Kommunen schaffen 80 zusätzliche Stellen für Schulpsychologinnen und Schulpsychologen

In Nordrhein-Westfalen gibt es in diesem Jahr mehr als 80 zusätzliche Stellen für Schulpsychologinnen und Schulpsychologen. 50 dieser Stellen hat das Land bereitgestellt. 34 Stellen wurden bisher von den Kreisen und kreisfreien Städten eingerichtet. Damit gibt es in Nordrhein-Westfalen insgesamt über 270 Stellen für die Schulpsychologie. Darüber hinaus werden die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in einigen Kommunen durch weiteres pädagogisch oder sozialpädagogisch qualifiziertes Personal unterstützt. Auf der Jahrestagung zur Schulpsychologie in Soest erklärte die Ministerin: "In Nordrhein-Westfalen haben sich das Land und die Kommunen auf einen gemeinsamen Ausbau der Schulpsychologie im Rahmen einer Bildungspartnerschaft verständigt. Das ist in Deutschland einmalig."

30.10.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Formale Voraussetzung für die Zuweisung einer zusätzlichen Landesstelle ist der Abschluss einer Vereinbarung zwischen dem Ministerium für Schule und Weiterbildung und der jeweiligen Kommune. Ziel dieses Verfahrens ist es, dass der bisherige kommunale Stellenanteil erhalten oder ausgebaut wird. Die örtlichen Vereinbarungen orientieren sich an einer Mustervereinbarung, die die kommunalen Spitzenverbände und das Ministerium für Schule und Weiterbildung gemeinsam entwickelt haben. 47 von 54 möglichen Vereinbarungen wurden inzwischen unterschrieben. Weitere Vereinbarungen sind in Vorbereitung.

Die Zahl der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen hat sich deutlich erhöht. Gab es zu Beginn dieser Legislaturperiode 70 Landesstellen und 114 Stellen im kommunalen Dienst sind es nun 120 Stellen im Landesdienst und mindestens 148 Stellen im kommunalen Dienst. Das sind 84 neue Stellen, eine Steigerung um fast 50 Prozent.

In allen 54 Kreisen und kreisfreien Städten gibt es Schulpsychologinnen und Schulpsychologen im Landesdienst. 2005 traf dies nur auf 34 Kreise und kreisfreie Städte zu. Darüber hinaus sind in fast allen Kreisen und kreisfreien Städten Schulpsychologen im Landesdienst und Schulpsychologen im kommunalen Dienst im Einsatz, die im Team und auf der Grundlage eines gemeinsamen Einsatzmanagements arbeiten und so eine bestmögliche Versorgung vor Ort sicherstellen. Eine solche gemeinsame Arbeitsgrundlage gab es 2005 nur in 33 Kreisen und kreisfreien Städten.

Ministerin Barbara Sommer: "Grundlage der Aufgaben der Schulpsychologie sind vor allem zwei Aspekte: das individuelle Wohl der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers und die Unterstützung der Schulen." Konkrete Arbeitsbereiche sind die individuelle Förderung einschließlich der Förderung besonderer Begabungen, die Prävention und Intervention bei auffälligem Verhalten einschließlich des Krisenmanagements sowie die Mitwirkung bei der Aus- und Fortbildung von Schulleitungen und Beratungslehrkräften.

Die Vereinbarungen sehen auch vor, dass in jedem Kreis und in jeder kreisfreien Stadt eine Schulpsychologin und ein Schulpsychologe eine gesonderte Ausbildung im Krisenmanagement (Notfallpsychologie) erhält. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung hat darüber hinaus allen Schulen ein Handbuch zur Verfügung gestellt, das konkrete Hinweise für den Umgang mit Notfallsituationen enthält.

Weitere Informationen: Unter www.schulministerium.nrw.de gibt es im Bereich "Schulsystem" einen eigenen Auftritt mit weiterführenden Informationen zur Schulpsychologie und zur Beratung in der Schule. Dort sind unter anderem die betreffenden Erlasse, die Mustervereinbarung, der aktuelle Verteilungsvorschlag zur schulpsychologischen Versorgung und die Empfehlungen zur Krisenintervention zu finden.


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