"Mobile Reserven und neu aufgebaute Vertretungspools an Schulen haben sich bewährt"

Einen deutlichen Rückgang im Unterrichtsausfall in den vergangenen Jahren in den meisten Schularten in Bayern belegen die Ergebnisse der Erhebungen, die heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle dem Bayerischen Kabinett vorgelegt hat.

30.06.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die vielfältigen Maßnahmen, die die Bayerische Staatsregierung ergriffen hat, um den Unterricht sicherzustellen, zeigen Wirkung. Die Mobilen Reserven und die neu aufgebauten Pools von Vertretungslehrern an den Schulen haben sich bewährt", kommentierte Kultusminister Spaenle die Zahlen. Das Ministerium nehme auch künftig die Situation der Unterrichtsversorgung sehr ernst. "Jede ausgefallene Stunde ist eine Stunde zu viel", so Minister Spaenle. An den Volksschulen setzt das Kultusministerium etwa auf Mobile Reserven im Umfang von 2180 Lehrerstellen. Das sind voll ausgebildete Lehrkräfte, die in einem Vierstufenmodell flexibel und bedarfsgerecht eingesetzt werden. An allen Schulen sind in den jüngsten Jahren Vertretungspools aufgebaut worden. Durchschnittlich umfasst dieser pro Schule in allen Schularten derzeit gut fünf Vertretungskräfte, darunter Lehrkräfte, die sich in Erziehungszeit befinden oder pensioniert sind, aber auch externe Vertretungskräfte. An Volksschulen und Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung waren im laufenden Schuljahr jeweils 1,1 Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen, an Realschulen 1,4 Prozent und in der Sekundarstufe I des Gymnasium 3,6 Prozent. An den Volksschulen, Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung und den Realschulen konnte der ersatzlose Unterrichtsausfall in den vergangenen zehn Jahren um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Hauptursache für den Ausfall von Unterricht war die Erkrankung von Lehrkräften in gut der Hälfte der Fälle. Außerdem spielten Exkursionen und Klassenfahrten eine Rolle.

Minister Spaenle ergänzte mit Blick auf die nächsten Jahre: "Aber wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, wir werden an dem Einsatz der Mobilen Reserven und den Mitteln für Vertretungslehrkräfte festhalten". In Unter- und Mittelfranken werden die Schulen auch weiter Dienste von Personaldienstleistern in Anspruch nehmen können. Zum kommenden Schuljahr setzen wir eine Arbeitsgruppe ein, die schulartübergreifend alle die Maßnahmen, um Unterricht sicher zu stellen, optimieren und Schulen beraten wird.

Für das Schuljahr 2009/2010 wird der Freistaat über die 1230 zusätzlich bereit gestellten Lehrerstellen hinaus weitere 162 Lehrerstellen sowie rund 10,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen, damit der Unterricht auf der Grundlage der vorliegenden Schülerzahlen an den einzelnen Schularten gehalten werden kann. "Der Bildungserfolg der Schüler setzt entsprechend qualifizierten Unterricht voraus, daran werden wir weiter arbeiten und dafür investieren wir", so der Minister. "Bildung genießt in Bayern auch in schwieriger Lage Vorrang", schloss Minister Spaenle seine Ausführungen.

Die Daten zum laufenden Schuljahr 2008/2009 waren in zwei jeweils zehntätigen Erhebungszeiträume im Spätherbst (1.12 bis 12.12.2008) und im Frühjahr (16.03. bis 27.03.2009) an 492 staatlichen Schulen erhoben worden. Konkret waren 204 Volksschulen, 23 Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung, 66 Realschulen, 74 Gymnasien, 23 Fachoberschulen, 22 Berufsoberschulen, 6 Wirtschaftsschulen, 28 Berufsschulen und 46 Berufsfachschulen in die Erhebung einbezogen worden.

Ausgewählt waren: bei den Volksschulen die in den Schulamtsbezirken Neuburg-Schrobenhausen, Deggendorf, Schwandorf, Bayreuth, Roth, Schweinfurt und Günzburg; bei den Volksschulen zur sonderpädagogischen Förderung die im Regierungsbezirk Schwaben; bei den Realschulen und Gymnasien die Schulen in den Bezirken der Ministerialbeauftragten (MB) Unterfranken und Schwaben; bei den Fach- und Berufsoberschulen der MB-Bezirk Ostbayern; und bei den weiteren Beruflichen Schularten die Regierungsbezirke Oberpfalz und Schwaben.

Zum Schuljahr 2009/2010 evaluiert das Kultusministerium das bisherige Konzept, um den Unterrichtsausfall zu erheben.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden