"Praxisnahes Modell zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen"

Der Modellversuch FOKUS-Hauptschule, der zu Beginn dieses Schuljahres gestartet ist, trägt bereits jetzt erste Früchte: Die Hauptschule Schnieglinger Straße führt zusammen mit der Handwerkskammer Mittelfranken und der Agentur für Arbeit Nürnberg für fast 100 Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe ein einwöchiges Kooperationsprojekt zur "Vertieften Berufsorientierung" durch.

19.11.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Dabei können Schülerinnen und Schüler die überbetrieblichen Werkstätten der Handwerkskammer besuchen und dort einen Einblick in das Arbeitsleben gewinnen. "Dieses praxisnahe Modell gibt den Schülern wichtige Hilfestellungen für die persönliche Berufsorientierung und verbessert ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch eine frühzeitige Begegnung mit der betrieblichen Wirklichkeit. Ich freue mich, dass unser Modellversuch FOKUS-Hauptschule derart überzeugende Initiativen entwickelt", sagte Kultusstaatssekretär Freller zum Ausklang der ersten Projektwoche.

Die Hauptschule Schnieglinger Straße richtet ihr besonderes Augenmerk innerhalb des FOKUS-Modellversuchs auf die Arbeitswelt und will den Schülern vertiefte praktische Erfahrungen in Arbeitsgemeinschaften, Betriebserkundungen und Schülerfirmen vermitteln. Während des einwöchigen Kooperationsprojekts mit der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit Nürnberg haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, aus den Berufsfeldern Holz, Metall, Bau, Farbe, Nahrung und Körperpflege zwei Bereiche auszuwählen und in den Werkstätten der Kammer für jeweils zwei Tage zu arbeiten. Sie werden dabei unterstützt und angeleitet von qualifizierten Ausbildern. Die beteiligten Handwerksmeister geben den Jugendlichen in einem persönlichen Auswertungsgespräch auch Rückmeldungen zu ihrem Sozialverhalten, ihrer Leistungsbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit sowie ihrem handwerklichen Geschick. Die beteiligten Lehrkräfte erhalten im Anschluss an das Projekt eine schriftliche Information, um die Schülerinnen und Schüler gezielt fördern und auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereiten zu können. Begleitend zu dem Projekt berät die Agentur für Arbeit jeden einzelnen Teilnehmer auf der Grundlage eines psychologischen Eignungstests und bietet ihnen eine individuelle berufliche Beratung.

"Unser besonderer Dank gilt der Handwerkskammer Mittelfranken und der Agentur für Arbeit Nürnberg für ihre umfassende Unterstützung", sagte der Staatssekretär. "Solch innovative Konzepte tragen in hervorragender Weise dazu bei, den Jugendlichen eine realistische Chance zum Einstieg in das Berufsleben zu bieten und die bestehende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu schließen", so Freller.

Präsident Heinrich Mosler von der Handwerkskammer für Mittelfranken hob hervor, dass das mittelfränkische Handwerk seit vielen Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur und den allgemeinbildenden Schulen pflege, um die berufliche Orientierung der Jugendlichen zu unterstützen. Dies geschehe beispielsweise durch Projekte im Rahmen der Arbeitskreise Schule-Wirtschaft oder durch Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung.

"Die Handwerkskammer für Mittelfranken beteiligt sich an diesem Projekt, weil wir die berufliche Orientierung der Jugendlichen fördern wollen. Die Schüler erhalten im Rahmen dieses Projekts in zwei Berufsfeldern die Möglichkeit, ihre Eignung für ein Berufsfeld von einem Experten einschätzen zu lassen. Egal wie diese Einschätzung ausfällt – positiv oder negativ - für die Schüler ist es ein Hinweis, in welche Richtung sie gehen können bzw. eher nicht gehen sollten", so Mosler. Er sei der festen Überzeugung, dass nicht nur die Jugendlichen sondern auch die Handwerksbetriebe von einer solchen Maßname profitierten. Schließlich käme nach wie vor der Großteil der Lehrlinge, die einen Handwerksberuf ergriffen, aus der Hauptschule.


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