Baden-Württemberg

Vorsicht vor Etikettenschwindel vor der Landtagswahl

Die Bildungsgewerkschaft GEW warnt die Wähler/innen angesichts des Landtagswahlkampfes vor Etikettenschwindel in der Bildungspolitik. Die größte bildungspolitische Interessenvertretung in Baden-Württemberg erwartet von den Parteien konkrete Aussagen, wie durch Schülerrückgang frei werdende Lehrerstellen für pädagogische Verbesserungen und die Sicherung der Unterrichtsversorgung genutzt werden sollen. "Das Schüler-Lehrer-Verhältnis hat sich in den vergangenen 25 Jahren um bis zu 18 Prozent verschlechtert.

11.02.2011 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Angesichts der zahlreichen pädagogischen Herausforderungen wie Ausbau der Ganztagsschulen, Inklusion behinderter Schülerinnen und Schüler oder Sprachförderung kann es sich unser Land noch lange nicht leisten, Lehrerstellen zu streichen oder zu sperren", sagte am Freitag (11.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Die GEW mischt sich unter dem Motto "Zeit für Bildung!" in den Landtagswahlkampf ein. In Diskussionen mit den Spitzenkandidat/innen der Parteien und einer bildungspolitische Erklärung verlangt die Bildungsgewerkschaft unter anderem kleinere Klassen, Erhalt aller Lehrerstellen und mehr Investitionen für KiTas.

Die GEW-Chefin Moritz befürchtet, dass die jetzige Landesregierung noch in diesem Jahr 700 Lehrerstellen sperren will. "Bisher habe ich weder von Ministerpräsident Stefan Mappus noch von Kultusministerin Marion Schick eine Antwort auf meine Frage bekommen, ob durch das geplante freiwillige Vorgriffsstundenmodell Lehrerstellen gesperrt werden sollen. Die Lehrerinnen und Lehrer werden sich nicht an einem Modell beteiligen, das Einstellungschancen von 800 jungen Lehrerinnen und Lehrer vernichtet und keine Verbesserungen für ihre Schülerinnen und Schüler bringt", sagte Moritz.

Die GEW weist darauf hin, dass die Inklusionspläne der Landesregierung zum Scheitern verurteilt sind. "Die Rahmenbedingungen sind so schlecht, dass wir gut verstehen können, wenn derzeit Eltern ihre behinderten Kinder nicht auf allgemeine Schulen schicken. CDU und FDP betreiben Inklusion nur als Alibi und werden den Vorgaben der UN nicht gerecht", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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