500 statt 50 neue Schulpsychologen nötig

"50 neue Schulpsychologen sind zwar ein kleiner Fortschritt, Baden-Württemberg bleibt damit aber im Bundesländervergleich auf einem der letzten Plätze. Wenn ein Schulpsychologe in Zukunft für 16.300 Schülerinnen und Schüler zuständig ist, bleibt es eine Illusion, dass damit Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen schnell geholfen werden kann. 500 statt 50 neue Stellen wären ein echter Fortschritt", sagte Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Dienstag (19.12.) in Stuttgart.

19.12.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

2004 kamen bundesweit auf einen Schulpsychologen gut 12.000 Schüler/innen. Das beste Beratungsangebot hatten damals Berlin, Hamburg, Bremen und Thüringen. "Der Bedarf an psychologischer Beratung ist gewachsen. Angesichts der vielen Probleme stehen die wenigen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen vor einer Sisyphusarbeit" Erschwert wird die Arbeit der schulpsychologischen Beratung in Baden-Württemberg auch dadurch, dass sie nicht an den Schulen, sondern extern in schulpsychologischen Beratungsstellen untergebracht ist.

In den USA und den PISA-Siegerländern Skandinaviens ist die schulpsychologische Beratung eine Selbstverständlichkeit. Auf eine Schulpsychologin oder Schulpsychologen kommen dort zwischen 800 und 1.000 Schülerinnen und Schüler. In Russland kommen auf einen Schulpsychologen etwa 500 Schüler/innen.

In Baden-Württemberg gibt es gut 1.400 Beratungslehrer, die Schüler/innen vor allem bei Fragen zu ihrer Schullaufbahn beraten. "Bei psychischen Problemen und Konflikten kann aber die engagierte Arbeit dieser Lehrerinnen und Lehrer eine professionelle schulpsychologische Arbeit nicht ersetzen", so Dahlem.

(Quellen: Landtagsdrucksache 13/3636; Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V., Sektion Schulpsychologie)

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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