Afghanische Schülerinnen und Schüler drücken in Sachsen die Schulbank

Die schulischen Kontakte zwischen Sachsen und Afghanistan, die im Mai 2003 bei einem Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten Milbradt in Kabul geknüpft wurden, werden weiter ausgebaut: Vom 18. August bis 8. September sind 19 Schülerinnen und Schüler aus Kabul und vier betreu­ende Lehrerinnen und Lehrer im Freistaat zu Gast.

12.08.2004 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Im Mittelpunkt des Programms stehen zwei einwöchige Schulbesuche in einer Mittelschule in Elsterberg und Chemnitz, während der die afghanischen und die deutschen Schülerinnen und Schüler im Unterricht gemeinsame Projekte erarbeiten. In dieser Zeit werden die 15- bis 17-Jährigen bei dortigen Gastfamilien wohnen. Am 3. und 4. September findet an der Sächsischen Akademie für Lehrerfortbildung (SALF) in Meißen ein Symposium "Gelebter deutsch-afghanischer Schülerdialog" statt, an dem neben den Schülerinnen und Schülern auch der sächsische Staatsminister für Kultus, Prof. Dr. Karl Mannsfeld, und der Abteilungsleiter Bildung im Schulministerium Afghanistans, Dr. Abdul Ghafor Ghaznawi, teilnimmt. Ein Treffen mit Ministerpräsident Milbradt sowie Besuche in Meißen, Dresden und Leipzig runden das Programm des ersten deutsch-afghanischen Schüleraustauschs ab.

An dem vom Kultusministerium, der Sächsischen Akademie für Lehrerfortbildung (SALF) und dem Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz gemeinsam organisierten Austauschprogramm nehmen elf Schüler der traditi­onsreichen Amani Oberrealschule für Jungen und acht Schülerinnen der Aisha-i-Durani Schule für Mädchen in Kabul teil. An der Amani-Schule (etwa 3000 Schüler) ist Deutsch ab Klasse 5 die einzige Fremdsprache im engeren Sinne - allerdings müssen alle Schüler beide Amtssprachen (Dari und Paschtu) lernen. An der Durani-Schule (etwa 2800 Schülerinnen) wird Deutsch als Fremdsprache ab Klasse 4 unterrichtet, in Klasse 7 kommt Englisch hinzu.

Zu einzelnen Punkten des Austauschprogramms:

  • Mittwoch, 18. August, abends: Ankunft auf dem Flughafen Frankfurt/Main, Weiterfahrt zur SALF nach Meißen.
  • Donnerstag, 19. August: 9.00 Uhr: Begrüßung in der SALF (Siebeneichener Schlossberg 2, Meißen); 10.30 Uhr: Besuch Porzellanmanufaktur, 15.00 Uhr: Stadtführung Meißen.
  • Freitag, 20. August: 10.00 Uhr: Stadtrundgang in Dresden; 11.30 Uhr: Besuch im Mathematisch-Physikalischen Salon
  • Sonnabend, 21. August: 9.30 Uhr Abfahrt von der SALF nach Elsterberg. Dort gegen 11.30 Begrüßung an der Schule durch die Gastfamilien.
  • Montag, 23., bis Freitag, 27. August: Gemeinsamer Unterricht an der Mittelschule Elsterberg (Wallstraße 16, 07985 Elsterberg).
  • Montag, 30. August, bis Donnerstag, 2. September: Gemeinsamer Unterricht an der Albrecht-Dürer Mittelschule Chemnitz (Charlottenstraße 52, 09126 Chemnitz).
  • Freitag, 3. September: 10.00 Uhr: Treffen mit dem Sächsischen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Georg Milbradt in der Staatskanzlei (Fototermin, Erfahrungsaustausch).
    Ab 15.00 Uhr nehmen die Schüler nehmen teil am Symposium "Gelebter deutsch-afghanischer Schülerdialog" in der SALF. Dabei präsentieren sie die im Projektunterricht in Elsterberg und Chemnitz erarbeiteten Ergebnisse.
    15.30 Uhr: Ansprache des Sächsischen Staatsministers für Kultus, Prof. Dr. Karl Mannsfeld, bei dem Symposium.
  • Sonnabend, 4. September: 11.00 Uhr: Im Rahmen des Symposiums: Präsentation der Projektarbeiten, Auszeich­nung der Arbeiten durch den Staatssekretär im Kultusministerium, Günther Portune.
  • Sonntag, 5., bis Mittwoch, 8. September: Aufenthalt in den Chemnitzer Gastfamilien. Geplant sind eine Betriebsbesichtigung und ein Ausflug nach Leipzig.
  • Mittwoch, 8. September: 20.00 Uhr: Rückflug von Frankfurt/Main nach Kabul.

Chronologie sächsisch-afghanischer Bildungskooperation:

Nach dem Besuch des Ministerpräsidenten im Mai 2003 in Kabul besuchten im September die Schulleiter der Amani Oberrealschule und der Aisha-i-Durani-Schule sächsische Bildungseinrichtungen. Im Dezember nahmen Lehrer aus Kabul an Veranstaltungen der SALF teil. Im Februar 2004 fand in Kabul eine Lehrerfortbildung für vier Schulen statt, die von zwei sächsischen Lehrerinnen unter Mitarbeit eines afghanischen Lehrers, der bereits in Sachsen gewesen war, geleitet wurde. Im Juli 2004 waren dann wiederum sächsische Lehrer in Afghanistan.

Für Medienvertreter stellen wir gerne Kontakte zu den Beteiligten her. Neben der Pressestelle des Kultusministeriums sind die Ansprechpartner:

Zum Programm insgesamt: Uta Cöster, Referentin der SALF, Tel. 03521 - 412755.

Zum Schulbesuch / zu den Gastfamilien in Elsterberg: Schulleiter Wolfram Markert, Telefon 036621 - 30448.

Zum Schulbesuch / zu den Gastfamilien in Chemnitz: Schulleiter Jens Berger, Tel. 0371 - 533 8810.


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