Bayern

An der Bildung darf nicht gespart werden

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat im Vorfeld der Beratungen über den Doppelhaushalt 2011/12 an die Staatsregierung appelliert, nicht weiter an der Bildung zu sparen, sondern Geld für kräftige Investitionen bereit zu stellen: "Alle Schulen brauchen dringend verbesserte Arbeitsbedingungen, mehr Personal und fachliche Unterstützung. Schulleitungen und Verwaltungsangestellte an Grund-, Haupt- und Förderschulen müssen endlich von bürokratischem Ballast entlastet werden und benötigen hierfür gute Arbeits- und Gestaltungsbedingungen." Zudem müsse die demografische Rendite in den Schularten belassen werden. "Die frei werdenden Stellen werden dringend für den Ausbau der individuellen Förderung, der gebundenen Ganztagsklassen und der Ausstattung von jahrgangskombinierten Klassen gebraucht." Grundsätzlich müssten alle Schulen in die Lage versetzt werden, die Inklusionsidee umzusetzen - "ohne entsprechendes Personal, kleinere Klassen und Gruppen, ohne neues Lern- und Leistungsverständnis ist das aber nicht möglich." Wenzel verlangte auch eine bessere Ausstattung für die Mittelschulen.

03.11.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

In Anspielung auf die Milliarden-Summen, die zur Rettung von Banken bereit gestellt wurden, erklärte der BLLV -Präsident: "Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass unvorstellbar viel Geld vorhanden ist. Die Politik entscheidet, wofür es ausgegeben wird und setzt Prioritäten. Das Desaster der Banken darf aber nicht auf dem Rücken der Schüler und Lehrer ausgetragen werden. Kürzungen im Bildungsbereich müssen Tabu sein."

Seit Jahren ist die Lehrerversorgung auf Kante genäht. Die Lern- und Arbeitsbedingungen sind an vielen Schulen schlecht. Viele Eltern wünschen sich ein neues, modernes Schulsystem, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. "Zum Nulltarif ist das nicht zu haben", betonte Wenzel. Ohne kräftige Investitionen lassen sich notwenige Reformen nicht umsetzen. "Gute Ideen wie beispielsweise die flexible Grundschule nützen nichts, wenn sie im Schulalltag nicht so verwirklicht werden können, wie es pädagogisch angemessen ist, weil das dafür nötige Personal fehlt. Solche Reformen haben dann sogar eher kontraproduktive Folgen für die Kinder." Ohne Personal lassen sich auch die von der Staatsregierung immer wieder hervorgehobenen Ziele wie die Senkung der Klassengrößen, der Ausbau der individuellen Förderung und ein deutlich größeres Angebot rhythmisierter Ganztagsschulen sowie der Ausbau und die Stärkung des frühkindlichen Bereichs nicht realisieren.

"Im Doppelhaushalt muss deutlich erkennbar werden, dass Bildung Priorität hat", sagte Wenzel. Dazu gehöre auch die bessere Ausstattung von Mittelschulen. Die Ausstattung dieser Schulen mit Lehrerstunden, Pflicht- und Wahlangebot lasse zu Wünschen übrig. "Wir begrüßen, dass Mittelschulen mit mehreren Standorten in der Budgetierung mehr Lehrerstunden je Schüler zugewiesen werden, müssen aber feststellen, dass sich die tatsächliche Zuweisung in diesem Schuljahr fast durchgehend am unteren Rand der vorgegebenen Bandbreite bewegt hat. Schulverbünde mit mehreren Standorten können kaum das volle Angebot einer attraktiven Mittelschule organisieren."


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