Schuljahresanfang

An vielen Schulen fehlen qualifizierte Lehrkräfte

Zum Schuljahresbeginn fehlen an vielen Schulen in Schleswig-Holstein qualifizierte Lehrkräfte. „Hier hat die neue Bildungsministerin die alten Probleme geerbt", sagte Astrid Henke, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am 31.08.17 in Kiel.

31.08.2017 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein
  • © www.pixabay.de

"Viele Schulen können Stellen beispielsweise nur notdürftig mit Lehramtsstudierenden oder Absolventinnen und Absolventen ohne zweites Staatsexamen besetzen, und zwar vor allem an Grundschulen und Förderzentren sowie im Hamburger Umland. So kann das doch nicht gehen. Im Krankenhaus will man ja auch nicht von Ärzten operiert werden, die noch im Studium sind und keine praktischen Erfahrungen sammeln konnten."

Vor diesem Hintergrund sei es richtig, dass Frau Prien das Thema Lehrkräftegewinnung auf ihrer Pressekonferenz vom 31.08.17 so deutlich angesprochen habe, meinte Astrid Henke. Bei allem Verständnis dafür, dass die neue Ministerin noch keine drei Monate im Amt sei, hätte sich die GEW doch konkretere Lösungsvorschläge gewünscht. „Imagekampagnen für den Beruf der Lehrerinn und des Lehrers werden im Sande verlaufen, wenn nicht endlich bessere Arbeitsbedingungen an den Schulen geschaffen werden, zum Beispiel durch Reduzierung der Arbeitsbelastungen. Ein ganz entscheidender Punkt ist dabei eine höhere Besoldung für Grundschullehrerinnen und –lehrer. A13 muss jetzt kommen! Und nicht erst langfristig, wie es die Ministerin plant“, forderte Astrid Henke. 

Hinsichtlich der Pläne der Bildungsministerin für die Grundschule übte die GEW-Landesvorsitzende deutliche Kritik: „Ich bin fest davon überzeugt: Jede Grundschullehrerin weiß besser, wie sie Kindern Schreiben beibringt, als eine Bildungsministerin. Aus Sicht der GEW ist es deshalb völlig falsch an den Grundschulen eine Schreibschrift verpflichtend einführen zu wollen.“  Beim Weg zur verbunden Schrift könnten nicht alle Kinder über einen Kamm geschoren werden. Gerade Kinder mit feinmotorischen Schwierigkeiten – auffallend oft Jungen – bräuchten dafür mehr Zeit. 

Auch die Einführung von Notenzeugnissen in Klasse 3 werde mit Sicherheit nicht die Qualität in der Grundschule steigern, ist sich die GEW-Landesvorsitzende sicher. Zusätzlicher Unterricht, wie ihn die Bildungsministerin heute ja auch angekündigt habe, sei hier eine geeignetere Maßnahme. Die Schaffung von kleineren Klassen wäre ebenfalls sinnvoll.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden