Anteil der integrativ geförderten Schülerinnen und Schüler steigt weiter an

Die Anstrengungen der Länder im Bereich der gemeinsamen Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung bringen Früchte. So hat sich der Anteil der integrativ geförderten Schülerinnen und Schüler in allgemeinen Schulen an allen Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischer Förderung weiter erhöht.

17.03.2014 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Das integrative Lernen in den Schulen und der Umgang mit Heterogenität im Klassenzimmer ist ein Schwerpunktthema der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. "In den Schulen kann das gemeinsame Arbeiten, Lernen und Leben von Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung früh erfahren werden. Zugleich nehmen wir die Sorgen und Ängste von Eltern und Lehrkräften beim Thema Inklusion sehr ernst. Mit Fortbildungen und weiteren Begleitmaßnahmen werden die angelaufenen Entwicklungen in den Schulen unterstützt. Wichtig ist, alle Beteiligten einzubeziehen durch Information, Beratung und Dialog."

Mit ihrer Empfehlung "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen" hat die Kultusministerkonferenz im Oktober 2011 eine wesentliche Grundlage zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an Bildung geschaffen. Sie stellt die Rahmenbedingungen einer zunehmend inklusiven pädagogischen Praxis in den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen dar. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die in den vergangenen Jahren eingeleitete positive Entwicklung bei der inklusiven Beschulung auch künftig weiter vorangetrieben werden kann.

Im Jahr 2012 wurden in allgemeinen Schulen 139.605 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischer Förderung gezählt. Das waren 17.600 (14,4 %) mehr als im Vorjahr. Seit 2003 hat damit der Anteil der integrativ geförderten Schülerinnen und Schüler in allgemeinen Schulen an allen Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischer Förderung von 17,5 % auf 28,2 % im Jahr 2012 um gut 10 Prozentpunkte zugenommen.

Insgesamt wurden im Jahr 2012 rund 494.700 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischer Förderung in Deutschland unterrichtet. Der Förderschwerpunkt "Lernen" hatte dabei einen Anteil von 197.500, die sonstigen Förderschwerpunkte einen Anteil von 297.300 Schülerinnen und Schülern. Neben "Lernen" waren geistige Entwicklung, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung die am stärksten vertretenen Förderschwerpunkte.

Seit 2003 ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischer Förderung in allgemeinen Schulen und Förderschulen von 5,6 % auf 6,6 % aller Schülerinnen und Schüler im Alter der Vollzeitschulpflicht gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Förderquote im Jahr 2012 nahezu unverändert geblieben, 2011 waren es 6,4 %.

355.100 Schülerinnen und Schüler wurden im Jahr 2012 in Förderschulen unterrichtet. Das waren knapp 10.600 Schülerinnen und Schüler weniger als im Vorjahr. Trotz einer zunehmenden Tendenz, Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischer Förderung auch in allgemeinen Schulen zu unterrichten, ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler an Förderschulen im Verhältnis zur Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler im Alter der Vollzeitschulpflicht seit 2003 nahezu stabil und beträgt 2012 4,8 % (Förderschulbesuchsquote).

Die Kultusministerkonferenz gibt mit ihrer Veröffentlichung "Sonderpädagogische Förderung in Schulen" alle zwei Jahre einen statistischen Überblick über den aktuellen Stand. Die neue Ausgabe ist jetzt erschienen. Im Vordergrund stehen die Zahlen zu Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischer Förderung, die differenziert nach Förderschule und allgemeinen Schulen sowie nach Ländern dargestellt werden. Neben den Absolutzahlen werden mit der Förderquote und der Förderschulbesuchsquote in dieser Dokumentation auch wichtige Kennzahlen veröffentlicht.

Die neue Statistik der Kultusministerkonferenz kann als Dokumentation Nr. 202 im Internet unter www.kmk.org/statistik/schule/statistische-veroeffentlichungen/sonderpaedagogische-foerderung-in-schulen.html heruntergeladen und in gedruckter Form im Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Taubenstraße 10, 10117 Berlin oder per E-Mail an bestellt werden.


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