Schulprobleme

Anteil der überforderten Schüler in den Klassen 5 bis 7 angestiegen

Über 7 % der Fünft- bis Siebtklässler an Gymnasien in Baden-Württemberg waren im Schuljahr 2017/2018 überfordert. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Philologenverbandes Baden-Württemberg hervor, an der sich 113 Gymnasien im ganzen Land beteiligt hatten.

25.10.2018 Baden-Württemberg Pressemeldung Philologenverband Baden-Württemberg
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„Es ist besorgniserregend, dass der Anteil der leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler gegenüber dem Vorjahr offenbar weiter angestiegen ist“, so der PhV-Vorsitzende Ralf Scholl in einer Pressemitteilung. Im Schuljahr 2016/2017 waren gravierende Probleme bei  6,2 % der Schülerinnen und Schüler zu konstatieren.

In den fünften Klassen betrug die Quote der Kinder, die das Gymnasium während des vergangenen Schuljahres aus Leistungsgründen verlassen mussten, zum Ende des Schuljahres nicht bzw. nur auf Probe versetzt wurden oder eine Realschulempfehlung erhielten, 5,6 %. In der sechsten Klasse lag dieser Anteil bei 8,1 %, in Klasse 7 bei 7,6 %.

Ralf Scholl hofft, dass die zum Schuljahr 2018/2019 eingeführte Vorlagepflicht der Grundschulempfehlung zu einer Verbesserung der Situation beiträgt. „Wir begrüßen diese Maßnahme, da sie den weiterführenden Schulen wichtige Informationen über das Leistungsniveau ihrer neuen Schülerinnen und Schüler liefert und somit eine gezielte individuelle Förderung von Anfang an erleichtert“, erklärt der PhV-Vorsitzende. Er fordert die Kultusministerin auf, die Förder- und Unterstützungsangebote für leistungsschwache und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler auszubauen, damit die Gymnasien ihrer zunehmend heterogenen Schülerschaft gerecht werden können.

An die Eltern appelliert Ralf Scholl, die Grundschulempfehlung ernst zu nehmen und ihr Wahlrecht bezüglich der weiterführenden Schule verantwortungsvoll auszuüben. „Es ist niemanden gedient, wenn Kinder auf eine Schule geschickt werden, die nicht ihrem Niveau entspricht.“ Sollten Schülerinnen und Schüler massive Probleme haben und überfordert sein, sei es im Sinne des Kindes wichtig, möglichst rasch die Schulart zu wechseln. „Nach dem Motto ´Kein Abschluss ohne Anschluss´ stehen in Baden-Württemberg auch Kindern und Jugendlichen, die nicht von vorneherein das Gymnasium besuchen, alle Ausbildungs- und Berufswege offen“, so der PhV-Vorsitzende abschließend.

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