Datenerhebung

Anzahl der Langzeiterkrankungen von Lehrkräften im Herbst erneut gestiegen

Die jüngste Erhebung zum Unterrichtsausfall in Thüringen, die in der Woche vom 26. bis 30. November stattfand, zeigt erneut einen Anstieg von Langzeiterkrankungen.

21.12.2018 Thüringen Pressemeldung Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
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Während bei der Vorjahresmessung 883 Lehrerinnen und Lehrer (5,1 %) langzeitkrank gemeldet waren, lag der Wert im November 2018 bei 971 Personen bzw. 5,7 Prozent.

Für Bildungsminister Holter sind die Zahlen auch Beleg für die hohen Anforderungen, die mit dem Lehrerberuf verbunden sind: „Mich ärgert, wenn ich höre, dass Lehrer doch dauernd frei oder Ferien hätten. Lehrerin oder Lehrer ist ein unglaublich fordernder Beruf mit einer hohen persönlichen Verantwortung. Deswegen haben sie auch mehr gesellschaftliche Anerkennung verdient. Ich habe Hochachtung vor der Leistung unserer Pädagogen.“

Zumindest ein Teil der Langzeiterkrankungen hat auch einen erfreulichen Hintergrund. In Folge der vielen Neueinstellungen in den letzten Jahren gibt es viele junge Lehrerinnen im Thüringer Schuldienst. Wenn Lehrerinnen in der Schwangerschaft aus medizinischen Gründen ein Beschäftigungsverbot erhalten, zählt dies in der Statistik auch zu den Langzeiterkrankungen.

Der Unterrichtsausfall an allgemein bildenden Schulen hat sich im November 2018 leicht erhöht. Er lag insgesamt bei 6,6 Prozent. Der Anteil der Stillarbeit, die im vergangenen Jahr noch zum Vertretungsunterricht gezählt wurde, betrug 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (5,5 %) ergibt sich damit bei Berücksichtigung der Stillarbeit ein Anstieg von 0,5 Prozent. 

Der Umfang des vertretenen Unterrichts wurde in der Novembererhebung an allgemein bildenden Schulen mit 5,7 Prozent gemessen, wobei 2,4 Prozent fachgerecht und 3,3 Prozent fachfremd vertreten wurden.

Auch an den berufsbildenden Schulen hat der Unterrichtsausfall im November 2018 um ein halbes Prozent zugenommen. Er lag bei 8,2 Prozent, wovon 0,7 Prozent Stillarbeit waren.

Hintergrund:

Der Unterrichtsausfall in Thüringen wird ab diesem Schuljahr mit einer überarbeiteten Methode gemessen, die das Bildungsministerium mit den Bildungsgewerkschaften GEW Thüringen und tlv thüringer lehrerverband sowie der Eltern- und der Schülervertretung gemeinsam erarbeitet hat. Eine entsprechende Arbeitsgruppe hatte mehrere Monate beraten, wie sich die Erhebung gestalten lässt, damit sie aus Sicht aller Akteure ein realistisches Bild der Situation an den Schulen zeichnet. Es wurde sich darauf verständigt, die drei Erhebungswochen pro Schuljahr (Schuljahresbeginn, Herbst, Frühjahr) beizubehalten, um den Schulen keinen zusätzlichen bürokratischen Aufwand zuzumuten. Neu ist die gesonderte Erfassung von sogenannter „Stillarbeit“ als Unterrichtsausfall sowie eine Erhebung über Klassenzusammenlegungen.


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