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Anzahl der Schüler ohne Halbjahresnoten sinkt deutlich

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die in mindestens einem Fach zur Zeugnisausgabe am 30. Januar keine Halbjahresnote aufgrund nicht ausreichend erteiltem Unterricht erhalten, ist nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken: um weit mehr als die Hälfte von 3.632 auf 1.448.

02.02.2015 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Bildungsminister Günter Baaske sieht darin eine positive Entwicklung, "die uns aber noch nicht zufriedenstellen kann. Es ist weiterhin notwendig, alle Anstrengungen zu unternehmen, den Stundenausfall weiter zu verringern. Jede nicht gegebene Zeugnisnote ist eine zu viel".

Von den insgesamt etwa 243.000 Schülerinnen und Schülern an öffentlichen Schulen im Land Brandenburg erhalten somit 0,6 Prozent keine Zeugnisnoten in einzelnen Fächern, weil der Unterricht gänzlich ausfiel oder zumindest nicht ausreichend gegeben werden konnte.

Statistisch kommen zu den 1.448 Schülerinnen und Schülern noch 395 hinzu, die in einzelnen Fächern keine Noten erhalten, da es sich um epochalen Unterricht handelt, der planmäßig nur in bestimmten Abschnitten erteilt wird (2013/14 betraf dies 495). Damit ergeben sich insgesamt 1.843 Schülerinnen und Schüler in diesem Halbjahr zu 4.127 im Vorjahr. Baaske: "Epochalen Unterricht wird es aber immer geben – und damit auch immer nicht benotete Fächer."

Die betroffenen Schülerinnen und Schüler kommen aus 17 der insgesamt 742 Schulen in öffentlicher Trägerschaft und 88 Klassen. 93 davon besuchen Grundschulen, 1.355 weiterführende Schulen.

Baaske: "Würde man den Statistikirrsinn weiter treiben und die Gesamtzahl der unterrichteten und benoteten Fächer in Relation zu den nicht benoteten Fächern setzen, käme eine Prozentzahl im Promillebereich heraus - mit vielen Nullen hinter dem Komma. Ich will das Problem nicht kleinreden, aber in der halbjährlich von der Opposition angeheizten, politischen Diskussion sollte das zumindest bedacht werden."

Um Stundenausfall zu verringern, setzt das Bildungsministerium unter anderem das 10-Millionen-Euro Vertretungsbudget ein, womit relativ schnell befristete Einstellungen möglich sind.

Baaske: "Das Problem dabei: Das Geld ist da, aber oft fehlen uns dafür trotz intensiver Suche die fachspezifischen Lehrkräfte oder Seiteneinsteiger. Deshalb ist es leider nicht immer gelungen, bei Ausfall von Lehrkräften Ersatz zu organisieren."

Das Bildungsministerium bemüht sich derzeit auch darum, Musiklehrer, die an freien oder staatlichen Musikschulen arbeiten, für den zumindest zeitweisen Schuldienst zu gewinnen. Auch mit Sportverbänden werden im Bildungsministerium Gespräche geführt, um Unterstützungsmöglichkeiten bei Stundenausfall zu finden.

Folgende Schulen und Fächer sind betroffen:

  • Musik in Lübben FL Schule am Neuhaus, Zeuthen Gesamtschule Paul Dessau, Schorfheide Grundschule Lichterfelde, Dahlewitz (Blankenfelde-Mahlow) Oberschule Herbert Tschäpe;
  • WAT (Wirtschaft, Arbeit, Technik) in Perleberg Oberschule Friedrich-Gedike, Blankenfelde-Mahlow Oberschule Herbert Tschäpe und Templin Oberschule Templin;
  • NW (Naturwissenschaften) in Perleberg Oberschule Friedrich-Gedike,
  • LER in Hennigsdorf Albert Schweitzer-Oberschule, Templin Goethe-Grundschule, Zeuthen Gesamtschule Paul Dessau und Bernau Barnim-Gymnasium;
  • Kunst an der 1. Oberschule Velten, Rathenow Duncker-Oberschule, Schwedt Talsand-Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe;
  • Sport in Rathenow Duncker-Oberschule;
  • Physik in Falkensee Kant-Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und in Wünsdorf (Zossen) Oberschule; Informatik in Falkensee Kant- Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe;
  • Religion in Falkensee Grundschule am Gutspark Europaschule und Velten Bollhagen-Gymnasium;
  • Geschichte in Zeuthen Gesamtschule Paul Dessau sowie
  • Biologie in Cottbus Oberschule Sachsendorf.

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