Bayern

Auch Bayerns Junglehrer müssen die Zeche zahlen

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ) im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) zeigt sich angesichts der am Wochenende auf der Kabinettsklausur zum Doppelhaushalt 2011/12 beschlossenen Absenkung der Eingangsbesoldung für Berufseinsteiger bestürzt.

08.11.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

In der gegenwärtigen Zeit der wirtschaftlichen Erholung nach der Finanzkrise ist die Kürzung der Bezüge für Dienstanfänger nur schwer nachvollziehbar und stößt auf großes Unverständnis seitens des Lehrernachwuchses in Bayern. "Nach jahrelangem Studium und Vorbereitungsdienst bzw. Referendariat, währenddessen die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer schon jeden Cent oft dreimal umdrehen mussten oder auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen waren, wird jetzt gerade an den Zukunftsträgern unseres Bildungssystems gespart", so die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer (ABJ), Evelyn Westphal. "Und das, nachdem ohnehin immer noch hunderte qualifizierte Junglehrer auf der Straße stehen."

Steigenden Herausforderungen, wie beispielsweise die grundsätzlich begrüßenswerte Umsetzung des inklusiven Gedankens an den bayerischen Regelschulen, oder die immer intensiver werdende, notwendige erzieherische Tätigkeit, wird nun mit einer Absenkung der Eingangsbesoldung begegnet. "Das ist ein denkbar schlechtes Signal an unseren Lehrernachwuchs", kritisierte Westphal. "Wie soll man professionelle und motivierte Fachkräfte gewinnen, wenn der Start ins Berufsleben mit finanziellen Einbußen ´versüßt´ wird? Gerade nach dem Studium und der zweiten Ausbildungsphase ist es für die Betroffenen wichtig, finanziell in geordnete Bahnen zu kommen. Die Rückzahlung von Bafög, oft mehrfache Umzüge oder die Beschaffung von Unterrichtsmaterialien lassen jungen Lehrkräften häufig keinen finanziellen Handlungsspielraum mehr. Es stellt sich mehr und mehr die Frage, was Bayern sein qualifizierter Lehrernachwuchs wert ist."

Die Banken, die die Finanzmisere ausgelöst haben und denen Milliarden Euro an Steuergeldern zur Verfügung gestellt wurden, haben zum Großteil die Krise schon hinter sich gelassen und wirtschaften, als ob nichts gewesen wäre.

Schon jetzt gibt es in einigen Fächerverbindungen Probleme, den Unterricht mit qualifiziertem Fachpersonal abzudecken. So lockt auch die freie Wirtschaft heute wieder mit interessanten Angeboten für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Will Bayern auch in Zukunft bei rückläufigen Bewerberzahlen engagierte und begeisterungsfähige Lehrerinnen und Lehrer gewinnen, die den bayerischen Bildungsstandard weiterhin sichern, dann sollte der Start ins Berufsleben nicht mit einer finanziellen Einbuße beginnen.


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