Auseinandersetzung mit DDR-Unrecht bleibt gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Wann: Montag, 23. März 2009, 10.00 bis 12.00 Uhr, Wo: Christa und Peter Scherpf-Gymnasium, Friedhofstr. 47, 17291 Prenzlau (Landkreis Uckermark), Was: Bildungsminister Holger Rupprecht und Zeitzeugin Carla Ottmann diskutieren mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 11 bis 13 über die DDR.

20.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und der SED-Diktatur ist auch 20 Jahre nach der Wende noch brandaktuell", macht Rupprecht klar. "Vom Historiker und Schriftsteller Golo Mann stammt das Zitat: ´Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Zukunft nicht in den Griff bekommen´ – das gilt auch und ganz besonders für die Kenntnis der jüngsten Geschichte und das gilt vor allem hier, im Osten Deutschlands, im Land Brandenburg. Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Jugendlichen erfahren, wie das Alltagsleben in der DDR aussah und welche Schattenseiten die DDR hatte, die viele ihrer Eltern miterlebt haben. Und ich wünsche mir, dass die Lehrkräfte im Land Brandenburg offen und engagiert an das Thema herangehen. Doch die Auseinandersetzung mit 40 Jahren SED-Diktatur endet nicht in Schule und Elternhaus. Sie ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Aus diesem Grund will sich der Bildungsminister in den kommenden Wochen auch weiteren Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern stellen. In den vergangenen Wochen war er zu diesem Thema bereits im Gymnasium Pritzwalk (Landkreis Prignitz), im Gymnasium Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) und im von Saldern-Gymnasium in Brandenburg/Havel.

Die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte ist zentraler Bestandteil der Landes- und Bildungspolitik der vergangenen Jahre. So hat Bildungsminister Holger Rupprecht gemeinsam mit den Bildungsministern und -senatoren von Berlin, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Bremen im vergangenen Jahr einen Antrag in der Kultusministerkonferenz eingebracht, um die Demokratieerziehung an den Schulen zu stärken und die Vermittlung der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu intensivieren. Neben einer bundesweiten Fachtagung in diesem Jahr zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte stehen vor allem eine frühere Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Geschichte in der Schule und die Stärkung der Schülerbeteiligung im Fokus des KMK-Antrags.

Bereits im Jahr 2007 hat die Landesregierung ein Konzept zur aktiven gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur verabschiedet. Dort ging es unter anderem darum, die Vernetzung der Gedenkstätten und Museen voranzutreiben, Themen der Nachkriegsgeschichte auch im Rahmen von internationalen Schülerbegegnungen zu behandeln und den Erfahrungsaustausch – etwa bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung – mit den Staaten auszubauen, die früher zum Ostblock gehörten.

Die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte spielt ebenso in den Schulen eine wichtige Rolle. Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat alle Schulen ausdrücklich verpflichtet, sich in allen Schulstufen mit der Geschichte der DDR auseinanderzusetzen. Darüber hinaus ist die Vermittlung von Wissen über die DDR integraler Bestandteil der Rahmenlehrpläne für die Sekundarstufe I sowie für die Sekundarstufe II, v.a. in den Fächern Geschichte und Politische Bildung. Um darüber hinaus Kindern und Jugendlichen einen besseren Zugang zur DDR-Geschichte zu ermöglichen, gibt es seit 2002 zudem zahlreiche Kooperationen mit Gedenkstätten und Institutionen, die sich mit der Aufarbeitung der DDR-Geschichte beschäftigen, u.a. mit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit, dem Verein "Berliner Mauer" sowie der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Für die pädagogische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in Gedenkstätten und Museen stellt das Bildungsministerium zudem 15 speziell geschulte Gedenkstättenlehrer.


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