Bayern

Ausgerechnet junge Lehrer müssen bluten

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, hat es als kontraproduktiv und unsozial bezeichnet, die Eingangsbesoldung junger Lehrkräfte abzusenken. "Die Staatsregierung nimmt es ausgerechnet von denen, die am wenigsten haben." Auch sei dies für die Gewinnung qualifizierten Lehrernachwuchses ein denkbar schlechtes Signal. Wenzel appellierte an die Staatsregierung, das Vorhaben noch einmal zu überdenken. Nach Informationen des BLLV soll die Eingangsbesoldung angehender Lehrkräfte um eine volle Stufe (ca. 200 Euro pro Monat) herabgesetzt werden.

08.11.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Während die einen erst gar keinen Job bekommen und nach ihrem Lehramtsstudium auf der Straße stehen, werden die anderen, die an den Schulen unterkommen, ausgenutzt und finanziell noch schlechter gestellt: Das wenige Geld, das junge Lehrerinnen und Lehrer im ersten Berufsjahr verdienen, reicht vor allem in Boomregionen mit hohen Mieten nicht zum Leben. Nicht selten müssen sie daher von ihren Eltern finanziell unterstützt werden oder sich zusätzlich Geld verdienen. Ihre ohnehin angespannte finanzielle Situation wird sich nun weiter verschlechtern. "Die Pläne der Staatsregierung werfen ein bezeichnendes Licht auf den niedrigen Stellenwert, den junge Lehrkräfte ganz offensichtlich haben."

Dabei sind Schulen auf beste Nachwuchskräfte angewiesen. "Wie sollen sie die bekommen, wenn die Unsicherheiten und existentiellen Risiken im Lehrerberuf Jahr für Jahr steigen, wenn tausende junge Lehrer nach ihrem Studium auf der Straße stehen und jetzt auch noch die Eingangsbezahlung sinkt?" Er appellierte an die Staatsregierung, diesen Schritt noch einmal zu überdenken. "Wir können nur noch den Kopf darüber schütteln, wie die Politik den Lehrerberuf systematisch unattraktiv macht, anstatt alles daran zu setzen, ihn aufzuwerten."


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden