Datenerhebung

Baden-Württemberg: Zweite Vollerhebung zum Unterrichtsausfall

Ministerin Dr. Susanne Eisenmann: Ein weiterer Schritt zu einer soliden Datenbasis mit schulscharfem Steuerungswissen.

14.01.2019 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
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Vom 12. bis zum 16. November hat das Kultusministerium zum zweiten Mal eine Vollerhebung des Unterrichtsausfalls an allen öffentlichen Schulen in Baden-Württemberg durchgeführt. Der Rückmeldequote der rund 4.500 Schulen in Baden-Württemberg lag erneut bei 100 Prozent. Über alle Schularten hinweg belief sich der Unterrichtsausfall bei der zweiten Vollerhebung auf 3,6 Prozent aller Stunden des Pflichtunterrichts laut Stundenplan. Der Wert liegt damit einen halben Prozentpunkt unter dem Wert der letzten Vollerhebung im Juni 2018. „Mit den Ergebnissen der zweiten Vollerhebung sind wir nun einen Schritt weiter auf dem Weg zu einer soliden Datenbasis mit schulscharfem Steuerungswissen. Mit jeder Vollerhebung werden wir die Unterrichtsversorgung noch besser einschätzen und analysieren können“, so Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. Ein unmittelbarer Vergleich der beiden nun vorliegenden Vollerhebungen ist nur bedingt möglich, da die Erhebungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Schuljahr stattfanden. 

An den einzelnen Schularten gab es den geringsten Unterrichtsausfall mit 1,0 Prozent an den Grundschulen (Juni 2018: 1,2 Prozent), gefolgt von den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit Förderschwerpunkt Lernen mit 1,8 Prozent (Juni 2018: 2,5 Prozent). Bei den Gemeinschaftsschulen lag der Unterrichtsausfall bei 2,5 Prozent (Juni 2018: 2,8 Prozent) und bei den Haupt- und Werkrealschulen bei 3,0 Prozent (Juni 2018: 3,4 Prozent). Die beruflichen Schulen verzeichnen mit 6,2 Prozent (Juni 2018: 6,0 Prozent) den höchsten Unterrichtsausfall. Ihnen folgen die allgemein bildenden Gymnasien mit 4,9 Prozent (Juni 2018: 6,6 Prozent) und die Realschulen mit 3,9 Prozent (Juni 2018: 4,3 Prozent) Unterrichtsausfall. Die Abwesenheitsquote (Anteil des von den originär vorgesehenen Lehrkräften nicht erteilten Pflichtunterrichts) der Lehrkräfte betrug über alle Schularten hinweg 9,1 Prozent (Juni 2018: 10,4 Prozent). In 60,1 Prozent der Fälle entfiel der Unterricht trotz der Abwesenheit der Lehrkraft aber nicht ersatzlos, sondern konnte vertreten werden.

Krankheit häufigster Grund für Abwesenheit von Lehrkräften

Im Vergleich mit der ersten Vollerhebung ist der Unterrichtsausfall leicht zurückgegangen. Dies lässt sich vermutlich auch darauf zurückführen, dass im Juni vermehrt außerunterrichtliche Veranstaltungen stattfinden und Vertretungslehrkräfte im November besser gewonnen werden können. Das spiegelt sich auch darin wider, dass nur in 7,7 Prozent der Fälle die Abwesenheit einer Lehrkraft wegen einer außerunterrichtlichen Veranstaltung der Grund für nicht erteilten Unterricht war. Im Juni lag dieser Wert noch bei 21,6 Prozent. Häufigster Grund für die Abwesenheit einer Lehrkraft war bei der aktuellen Vollerhebung Krankheit (53,4 Prozent   Juni 2018: 33,2 Prozent), gefolgt von Fortbildungen (16,7 Prozent   Juni 2018: 12,2 Prozent). „Bei der aktuellen Vollerhebung fällt auf, dass mehr als die Hälfte der Abwesenheiten krankheitsbedingt war, was sicherlich an der für den November typischen Erkältungszeit liegt. Unsere Vertretungsquote von rund 60 Prozent ist zwar ordentlich. Trotzdem schauen wir uns in der Folge der Erhebung die Vertretungskonzepte der Schulen genauer an. Eine Vertretungsquote von 100 Prozent ist eine Illusion, aber wir möchten dennoch Hinweise darauf bekommen, wie Unterrichtsausfall künftig im Einzelnen noch besser aufgefangen werden kann“, so die Kultusministerin.

Vertretung wurde vor allem durch die Zusammenlegung von Gruppen und Klassen (24,4 Prozent   Juni 2018: 19,9 Prozent) geleistet. Aber auch durch Mehrarbeit (23,8 Prozent   Juni 2018: 18,8 Prozent) und durch den Einsatz von Vertretungslehrkräften (20,2 Prozent   Juni 2018: 23,2 Prozent) konnte Unterrichtsausfall häufig vermieden werden. „Mein herzlicher Dank gilt ausdrücklich allen Lehrkräften, die oft auch kurzfristig im Vertretungsfall einspringen. Sie verhindern mit großem Engagement, dass Unterricht ausfällt“, sagt Kultusministerin Eisenmann.


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