Personalwechsel

"Bayern ist Spitze in der Bildung und soll es auch bleiben"

Bernd Sibler brennt für seine neue Aufgabe als Kultusminister: "Hinter Zahlen stehen Gesichter, Geschichten, Erfahrungen und Persönlichkeiten". Er hat Erfahrung als Lehrer und Kultusstaatssekretär.

22.03.2018 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
  • © StMBW

"Im Mittelpunkt meiner Aufgabe als Staatsminister für Unterricht und Kultus stehen unsere Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern und unsere Lehrerinnen und Lehrer. Denn hinter den Zahlen, hinter rund 1,7 Millionen Schülern und etwa 155.000 Lehrkräften, stehen Gesichter, Geschichten, Erfahrungen und Persönlichkeiten, die in unserem Bildungssystem berücksichtigt werden wollen. Mein Ziel ist es in den kommenden Monaten, viele von ihnen zu treffen und mir ihre Anliegen anzuhören", erklärt Bernd Sibler, der heute von Ministerpräsident Dr. Markus Söder zum Bayerischen Staatsminister für Unterricht und Kultus ernannt und vom Bayerischen Landtag bestätigt worden ist. Als Staatssekretärin für Unterricht und Kultus steht ihm ab sofort Carolina Trautner zur Seite.

"Unsere Zukunft sind unsere jungen Menschen. Unser Kerngeschäft ist ihre Bildung, die Vermittlung von Wissen und Können, von Fertigkeiten und Kompetenzen. Trotzdem ist mir wichtig, dass an unseren Schulen auch Herz und Charakter vermittelt werden - das ist für mich Bildung in einem umfassenden Sinn. Wir setzen alles daran, unsere Schülerinnen und Schüler für die Chancen und Herausforderungen, die ihnen begegnen werden, vorzubereiten", so Kultusminister Bernd Sibler, selbst ausgebildeter Gymnasiallehrer. "Auf diese Aufgabe freue ich mich außerordentlich - nicht nur als Politiker, sondern auch als Lehrer und Familienvater!"

Als Schwerpunkte seiner Arbeit im Kultusministerium nannte er u.a. die Werte- und Demokratieerziehung sowie die Digitalisierung an den Schulen weiter voranzubringen, vergleichbar gute Lebens- und Bildungschancen in allen Landesteilen anzubieten und die jungen Menschen auf ihrem individuellen Bildungsweg passgenau zu begleiten. "Bayern ist Spitze in der Bildung und soll es auch bleiben! Die Voraussetzungen dafür sind wirklich gut. Trotz aller Erfolge im Bereich der Bildung haben wir in Bayern jedoch Herausforderungen zu bewältigen. Diese werden wir angehen und den Weg zu einem Bildungssystem, das qualitätsvoll und sozial gerecht gestaltet wird, konsequent weitergehen", betont Bernd Sibler.

Bernd Sibler ist in Straubing geboren. Der 47-jährige ist ausgebildeter Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch und Geschichte und hat selbst u.a. am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf unterrichtet. Er lebt mit seiner Familie in Plattling im Landkreis Deggendorf und gehört seit 1998 dem Bayerischen Landtag an. Von 2007 bis 2008 war er Staatssekretär im Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Von 2008 bis 2011 leitete er den Ausschuss Hochschule, Forschung und Kultur des Bayerischen Landtags. 2011 wurde er erneut zum Staatssekretär für Unterricht und Kultus ernannt, seit Oktober 2013 war er Staatssekretär im Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Carolina Trautner ist in Augsburg geboren. Die 56-jährige Apothekerin lebt mit ihrer Familie in Stadtbergen im Landkreis Augsburg und gehört seit 2013 dem Bayerischen Landtag an. Sie war dort u.a. Mitglied des Ausschusses für Bildung und Kultus und Mitglied der Enquête-Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern". "Ich freue mich auf die neue Herausforderung und möchte diese Aufgabe dankbar mit vollem Tatendrang angehen. Gemeinsam mit Staatsminister Bernd Sibler möchte ich die erfolgreiche bayerische Bildungspolitik fortsetzen und Entwicklungen wie zum Beispiel im Bereich Digitalisierung entsprechend berücksichtigen. Für eine in die Zukunft gerichtete und gerechte bayerische Bildung!", erklärt die Staatssekretärin.


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Ein Kommentar vorhanden

  • Susann Dohm 28.03.2018 13:15 Uhr
    Bayern ist nicht Spitze in der Bildung wenn es um die inklusive Beschulung
    behinderter Kinder geht.

    Die Not vieler Eltern, mit ihren behinderten Kindern, ist in Bayern sehr groß. Doch spielt sich dies oft im Verborgenen ab. Ausgrenzungen in der Gesellschaft gehören zu unserem Alltag. So werden unsere Kinder z.B: nicht gerne zum Geburtstag eingeladen, weil das Kind vielleicht nur ein Bein hat und das auf den Bildern der Geburtstagsparty nicht so hübsch ausschaut oder ein Kind nicht lange laufen kann und geschoben werden muß und die Schatzsuche im Wald dadurch nicht ganz so einfach gestaltet werden kann, oder andere Eltern wechseln sogar die Straßenseite an der Schule, wenn wir mit unseren Kindern kommen. Wir können mittlerweile damit gut leben, aber andere Eltern sind oft nicht so stark und sie ziehen sich aus der Gesellschaft zurück.

    Wir wissen, es gibt keine Lobby für Behinderte und der Nutzen für die Gesellschaft (in finanzieller Hinsicht gesehen) wird vermutlich nicht sehr hoch sein, wenn diese behinderten Kinder einmal Erwachsene sind. Sie haben derzeit an den Förderschulen keine echte Chance, um später einen Arbeitsplatz auf dem 1. Arbeitsmarkt finden zu können.

    Jeder Mensch, der eine Behinderung hat, konnte sich diese nicht aussuchen und er muß heute damit zurecht kommen. In Deutschland ist das besonders schwer. Noch immer werden die Menschen separiert und exkludiert. Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft, wo der einzelne Mensch nicht viel zählt.

    Besonders im Kindergarten und in der Schule ist die Inklusion noch nicht angekommen, dabei beginnt dort alles und ist sehr wichtig. Seit über 10 Jahren berate ich nun schon andere betroffene Eltern in ganz Deutschland und wir sind viele, viele Einzelfälle. Auf Facebook haben wir eine Elterngruppe mit über 90 Mitgliedern, wo wir uns einander austauschen und helfen können.

    Die Eltern haben keine Rechte in Bayern, weil die Novellierung der Schulgesetze bisher nicht ausreichend entwickelt wurden und Schulleitungen sich nur an die Regelfälle halten dürfen und das sind Gesetze, die ursprünglich für NICHTBEHINDERTE entwickelt wurden.

    Auch nach fast 10 Jahren, seit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention, haben sich die Lernbedingungen für behinderte Kinder im Kindergarten und an den Regelschulen kaum verbessert. Sicher liegt es auch daran, dass zwei Systeme aufrecht erhalten werden sollen.

    Die Digitalisierung ist ein sehr wichtiges Thema und ich begrüße das, da ich beruflich aus diesem Umfeld komme, aber wo bleibt die Umsetzung von echter Inklusion in Bayern? Es ist gänzlich in der Politik verschwunden?

    Aus diesem Grunde haben wir Eltern uns zusammen geschlossen und vor zwei Jahren eine Elterninitiative für Inklusion in Starnberg gegründet, um den Schulen bei der schulischen inklusiven Entwicklung zu helfen. Bisher gibt es in Starnberg keine einzige Grundschule, die das Profil Inklusion entwickeln konnte. Ohne das Profil Inklusion ist derzeit ein inklusiver Unterricht nicht möglich, siehe den Bericht BLLV Starnberg:

    BLLV Kreisverband Starnberg, Presseerklärung vom 20.02.2018

    Starnberg zum Stand der Inklusion in Starnberg: "Lehrer werden allein gelassen" "Die Rahmenbedingungen stimmen hinten und vorne nicht!"

    http://www.bllv-starnberg.com/single-post/2018/02/20/Presseerkl%C3%A4rung-des-BLLV-Starnberg-zum-Stand-der-Inklusion-in-Starnberg-%E2%80%9ELehrer-werden-allein-gelassen%E2%80%9C-%E2%80%9EDie-Rahmenbedingungen-stimmen-hinten-und-vorne-nicht%E2%80%9C

    Weil Lehrer keine sonderpädagogische Ausbildung haben und keine Sonderpädagogin an der Regelschule fest angestellt ist und die Klassen mit bis zu 27 Kindern in der Grundschule viel zu groß sind, kann Inklusion nicht gelebt werden. Der MSD (Mobile sonderpädagogische Dienst) reicht da nicht aus.

    Der MSD ist viel zu selten an den Schulen und er unterstützt in erster Linie die Lehrer. Was derzeit an Regelschulen ohne Profil Inklusion gemacht werden kann ist Integration. Diese Form der Beschulung reicht aber nicht aus, bei Kindern mit erhöhten sonderpädagogischen Förderbedarf (so nennt man Kinder mit Behinderungen ab einer anerkannten Schwerbehinderung von mindestens 50%) und Integration ist etwas ganz anders als Inklusion.

    Wir Eltern von behinderten Kindern haben aber ein Recht auf einen wohnortnahen und inklusiven Schulplatz. Doch eine Lösung gibt es hier für viele Eltern nicht. Entweder sollen diese Kinder dann weiter auf Förderschulen, obwohl sich die Eltern oft eine inklusive Beschulung am Wohnort wünschen würden, oder Kinder werden aus dem Regelschulsystem gleich ganz ausgeschult und müssen zu Hause sitzen, manche bekommen für eine Zeit Hausunterricht der Regierung mit 5 Wochenstunden, andere sollen auf Klinikschulen, die sich weit weg vom Wohnort befinden. Sie werden dann wieder exkludiert. Das ist das Gegenteil von Inklusion.

    In fast 10 Jahren haben nur ca. 240 Regelschulen von insgesamt über 100.000 Regelschulen in Bayern das Profil Inklusion entwickelt. Weil die Schulen es ja auch nicht müssen, es gibt keine rechtliche Grundlage um das Profil Inklusion bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu entwickeln, keine Inklusionskonzepte, keine finanzielle Unterstützung der Politik oder der Kommunen und die Schulbegleitungen sind als Sozialleistung/Hilfeleistung beim Jugendamt und dem Bezirk auch falsch zugeordnet. Diese müssen in Zukunft direkt bei den Schulen angesiedelt werden.

    Wir haben uns mit mehreren Initiativen zusammen geschlossen und kennen unsere Rechte und fordern diese nun ein. Aus diesem Grunde haben wir bereits 2 Petitionen auf change.org ins Leben gerufen:

    1. Starnberg verweigert behinderten Menschen Teilhabeleistung als Schulbegleitung Inklusion
    Unser jüngster Sohn kann seit 01.02.2018 seine Grundschule nicht mehr besuchen. Er hat zwar einen Inklusionsplatz, aber er erhält keine Schulbegleitung, weil das Jugendamt keinen Vertrag mit dem Träger auf Festvertragsbasis machen darf.
    https://www.change.org/p/starnberg-verweigert-behinderten-menschen-teilhabeleistung-als-schulbegleitung-inklusion

    2. Endlich Inklusion: Herr Söder, das bayerische Schulgesetz muß dringend novelliert werden.
    https://www.change.org/p/bernd-sibler-endlich-inklusion-herr-s%C3%B6der-das-bayerische-schulgesetz-mu%C3%9F-dringend-novelliert-werden

    Ich möchte Sie um eine Stellungnahme bitten, wie Sie das Thema Inklusion in Bayern in den nächsten Jahren ganz konkret entwickeln möchten, damit betroffene Eltern ihr Recht auf Inklusion auch einfordern können, wenn es flächendeckend noch nicht entwickelt werden konnte. Die Änderung von Förderschulen/Sonderschulen zu Inklusionsschulen ist nicht die Lösung. Für echte Inklusion wird immer eine größere Gruppe von nichtbehinderten Kindern benötigt. Diese sind an den Förderschulen nicht zu finden und das Wichtigste ist für uns die Teilhabe, nicht der Abschluss z.B. an einem Gymnasium. Kinder die eine Förderschule besuchen, können auch keine entsprechenden Abschlüsse erzielen, die es ihnen erlaubt auf dem 1. Arbeitsmarkt entsprechende Jobs zu finden.

    Förderschulen sind natürlich weiterhin wichtig für Eltern, die diesen Weg für den Richtigen halten, aber wir Eltern, die gute Inklusion wünschen, dürfen nicht weiter dazu gezwungen werden unsere Kinder auf Förderschulen anzumelden, wenn wir dies nicht wünschen.

    Dafür müssen JETZT neue Lösungen gefunden werden. Wir wollen nicht weitere 10 Jahre darauf hoffen, warten, bitten und betteln.

    Für weitere Gespräche stehen wir Ihnen jederzeit gerne persönlich zur Verfügung.
    Sehen Sie unsere Initiative als eine Art Vermittler zwischen Schule und Eltern.
    Betroffene Eltern müssen stärker in diesen Entwicklungsprozess mit eingebunden werden, denn das wurde bisher versäumt.

    Vielen Dank
    Susann Dohm

    Inklusionsbewegung Starnberg, Elterninitiative
    http://www.inklusionsbewegung-starnberg.de
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