Länger gemeinsam lernen

Berg Fidel: Scheitert die Teilnahme am Modellversuch?

(red) Die [Grundschule Berg Fidel](http://www.ggs-bergfidel.de/) in Münster gilt als Vorreiterschule für Inklusion in Deutschland. Bundesweit bekannt geworden ist sie durch den gleichnamigen Dokumentarfilm von Hella Wenders. Mittlerweile hat Berg Fidel ein Konzept für eine Schule von Klasse 1 - 13 entwickelt und sich damit beim nordrhein-westfälischen Modellversuch [PRIMUS](http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Modellprojekte/PRIMUS/) beworben. Die Chancen stehen allerdings schlecht. Warum?

05.06.2013 Artikel
  • © bikl.de

Im Modellversuch PRIMUS soll an bis zu 15 Schulen in Nordrhein-Westfalen erforscht werden, welche Auswirkungen das längere gemeinsame Lernen unter diesen besonderen Bedingungen auf das Lernverhalten, die Leistungsentwicklung und das Sozialverhalten der Kinder hat. Berg Fidel hat bereits gezeigt, wie Schule, in der grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler willkommen sind, gelingen kann. Ideale Voraussetzungen also für die Teilnahme am Modellversuch - gäbe es da nicht eine kleine Hürde: Schulen, die am Modellversuch teilnehmen, sollen "in der Regel dreizügig" sein. So steht es in den Eckpunkten Eckpunkten zum Schulversuch PRIMUS. Und genau diese Bedingung erfüllt Berg Fidel nicht.

Ob der Antrag auf das Modell Primus überhaupt gestellt wird, entscheidet der Rat der Stadt Münster in den kommenden Wochen. Im April hatte die Schuldezernentin der Stadt Münster, Dr. Andrea Hanke, in einem Brief an die Schulministerin erklärt, dass ein Ratsbeschluss zur Teilnahme nur angestrebt werden kann, "wenn zumindest in den grundsätzlichen Fragen Übereinstimmung zwischen dem Schulkonzept und den Anforderungen des Schulversuchs besteht." Immerhin heißt es in den Eckpunkten des Ministeriums auch: "Ausnahmsweise kann eine Schule auch mit zwei Parallelklassen pro Jahrgang errichtet werden." Hebt dennoch die Ministerin die grundsätzliche Forderung der Dreizügigkeit nicht auf, könnte die Grundschule Berg Fidel nicht am Modellversuch teilnehmen.

Jetzt hat der Verein Politik gegen Aussonderung die nordrhein-westfälische Schulministerin eindringlich gebeten, der Stadt Münster ein Signal zu geben, dass Berg Fidel als zweizügiges Modell eingerichtet werden kann: "Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich in der Integrationsbewegung stets gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern für Weiterentwicklungen eingesetzt. In Münster ist eine starke Elternbewegung für die Internationale Inklusive Schule Berg Fidel entstanden, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bundesweit begleitet wird. Wir bauen darauf, dass auch in diesem Fall das gemeinsame Engagement zum Erfolg führt", heißt es in der Stellungnahme. Sollte Berg Fidel wirklich an der vorgeschriebenen Dreizügigkeit scheitern?


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