Besondere Sprachförderung jetzt auch für ältere Schüler mit Migrations-Hintergrund

Berlins Schule wird mit dem kommenden Schuljahr um ein weiteres Instrument zur Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund in der Sekundarstufe I (Jahrgangstufe 7 bis 10) reicher: Lehramts-Studenten werden dann an acht Schulen betroffenen Schülern nach dem Unterricht und auch in den Ferien helfen, Lerndefizite im Deutschen auszugleichen. Damit wird die bestehende Förderung über "Deutsch als Zweitsprache" weiter ausgedehnt.

21.07.2005 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Zurzeit werden über "Deutsch als Zweitsprache" bereits 22.000 Schüler in der Sekundarstufe I mit besonderem Zusatz-Unterricht dauerhaft gefördert. Das neue Projekt - maßgeblich unterstützt von der Stiftung Mercator - macht es den acht teilnehmenden Schulen möglich, ihren Schülern weitere, individuelle Förderangebote auch außerhalb der eigentlichen Unterrichtszeit zu unterbreiten.

Die Schüler werden nach Vorschlag durch ihre Lehrer entweder im Anschluss an die reguläre Stundentafel, samstags oder in den Ferien gefördert. Lehramts-Studenten der FU Berlin unterstützen die Schüler dann z.B. bei Hausaufgaben, unternehmen Museumsbesuche und geschichtlich orientierte Stadterkundungen - oder führen sie an die Arbeit in einer Bibliothek heran. Diese Praxis ergänzt ihre Studienerfahrungen.

Pro Schuljahr und pro Standort werden ca. zehn Förderstunden pro Woche und Schule und ein ein- bis zweiwöchiger Ferienblock finanziert (=6000 Stunden insgesamt).

Die Finanzierung ist bis Mitte 2008 gesichert: Mit maximal 180.000 Euro trägt die Essener Stiftung Mercator die Kosten für die Studentenhonorare, das BMBF stellt dem IZLL (Interdisziplinäres Zentrum für Lehr- und Lernforschung) der FU Berlin maximal 90.000 Euro für die Basisqualifizierung und die Kosten der wissenschaftlichen Begleitung zur Verfügung stellt. Die Bildungsverwaltung koordiniert die Projekte mit einer Vollzeitstelle.

Bildungssenator Klaus Böger unterstreicht die Tragweite des Projekts: "Jeder vierte Schüler in Berlin wächst zuhause nicht mit Deutsch als Muttersprache auf. In der Folge verlässt jeder vierte dieser Schüler die Schule später ohne Abschluss. Viele müssen Jahrgangstufen wiederholen. Wir müssen im Interesse aller diesen Kindern bessere Chancen geben. Wir fördern mit diesem Projekt aber ebenso Schüler, die sich auf einen höheren Abschluss vorbereiten."

Die Geschäftsführerin der Stiftung Mercator, Annabel von Klenck führt aus: "Unser Projekt "Förderunterricht" wird mittlerweile an 25 Standorten in elf Bundesländern angeboten. Es freut uns sehr, dass jetzt auch Berliner Schüler diese Unterstützung erhalten. Wir möchten mit unserem Projekt dazu beitragen, dass zukünftig alle Kinder und Jugendliche mit Migrationhintergrund die individuelle Förderung erhalten, die sie benötigen - auch über den Zeitraum der unmittelbaren Finanzierung durch die Stiftung hinaus."


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