Bessere Bedingungen für sonderpädagogische Förderung

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für die Entwicklung eines Bildungssystems stark, in dem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gemeinsam mit ihren Gleichaltrigen in den Grundschulen und weiterführenden Schulen lernen können.

18.02.2010 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Jedes schulische Angebot muss der Individualität jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen gerecht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Landesregierung die Rahmenbedingungen schafft. Dazu gehören vor allem kleinere Klassen beziehungsweise Gruppen, sonderpädagogische Kompetenz an allen Schulen, Hilfsmittel für die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler sowie umfassende Veränderungen in der Lehreraus- und -fortbildung. Die Diagnose- und Förderkompetenz der Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen muss den Kindern und Jugendlichen an allen Schulen zur Verfügung stehen", sagte am Donnerstag (18.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Aus der Sicht der GEW lassen die Empfehlungen des Expertenrats "Schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung" noch viele Fragen offen. Eltern, die für ihr behindertes Kind den Besuch einer allgemeinen Schule wollen, werden als Sonderfall behandelt. Ein konkreter Zeitplan sei nicht erkennbar.

In Deutschland dauerte es zwei Jahre, bis im Dezember 2008 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen alle parlamentarischen Hürden für die Ratifizierung genommen hat. Vor allem der Bildungsartikel 24 der Konvention erweist sich als große Herausforderung für die Bildungspolitik. Die UN-Konvention verlangt, dass Menschen mit Behinderungen in allen Schularten wie alle anderen Schüler/innen lernen können.

In Baden-Württemberg gibt es bisher in den Bildungseinrichtungen noch keine geeigneten Rahmenbedingungen, um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen erfolgreich in allen Schularten integrieren und erfolgreich fördern zu können. Es gibt außerdem Kinder, für die aufgrund ihrer Behinderungen die Sonderschule der geeignetste Lernort bleiben wird.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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