Unterrichtsversorgung

Bestmögliche Ausstattung und hoher Anspruch an Unterrichtsqualität

Hessens Kultusminister Lorz betont politische Schwerpunktsetzung der Landesregierung. Die Schulpolitik in Hessen steht unter zwei großen Prämissen: Bestmögliche Ausstattung mit Lehrkräften und ein hoher Anspruch an die Qualität von Schule und Unterricht.

02.02.2018 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium
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„In Hessen sind wir stolz auf die gute Unterrichtsversorgung und Ausstattung mit Lehrkräften. Um auch in Zukunft das über den eigentlichen Unterricht hinausgehende Angebot der Schulen aufrecht zu erhalten, hat die Gewinnung neuer Lehrerinnen und Lehrer für die Hessische Landesregierung absolute Priorität“, betonte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz in der Plenardebatte zur Schulpolitik im Hessischen Landtag. Der insbesondere durch die hohe Zuwanderung verursachte Lehrkräftebedarf sei vor einigen Jahren so noch nicht vorhersehbar gewesen. Dies zeige sich nicht zuletzt daran, dass derzeit alle Länder in Deutschland einen hohen Einstellungsbedarf für Lehrkräfte mit dem Lehramt für Grund- und Förderschulen haben. Hessen habe dem allerdings schon frühzeitig entgegengesteuert.

Bereits Anfang des Jahres 2017 hatte die Hessische Landesregierung ein dreistufiges Maßnahmenpaket angestoßen: „Als kurzfristige Maßnahme haben wir Pensionäre reaktiviert und Lehrkräfte gebeten, ihren Eintritt in den Ruhestand zu verschieben. Mittelfristig wirkend haben wir ein Programm zur Weiterqualifikation von bislang nicht eingestellten Gymnasial- und Hauptschul- und Realschullehrkräften für den Unterricht an Grundschulen bzw. Förderschulen entwickelt, und als langfristig wirkende Maßnahme haben wir die Erweiterung der Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen in Hessen in die Wege geleitet“, erläuterte Lorz. Alle diese Maßnahmen seien zügig umgesetzt worden und zeigten erste Erfolge:

Rund 150 Lehrkräfte haben sich daraufhin 2017 entschieden, über ihr Ruhestandsalter hinaus weiter in den Schulen zu unterrichten. Auch zu Beginn dieses Jahres hat das Kultusministerium einen erneuten Aufruf gestartet. Im Sommer 2017 starteten die Weiterqualifizierungsmaßnahmen mit ca. 140 Teilnehmern für die Grundschulen und ca. 80 für die Förderschulen. Die Studienplatzkapazitäten an den hessischen Hochschulen sind seit dem laufenden Wintersemester für die Lehrämter an Grundschulen und an Förderschulen um 315 Plätze ausgeweitet worden – das entspricht einer Steigerung von 50 Prozent! Der Doppelhaushalt sieht eine nochmalige Ausweitung der Studienplatzkapazitäten um 90 weitere Plätze vor. Außerdem wird der Rahmen für die Ausbildung von Haupt- und Realschullehrkräften um 400 zusätzliche Referendare in diesem und im kommenden Jahr erweitert.

Eine zusätzliche Sondermaßnahme ist die Öffnung des Grundschulreferendariats für Absolventen des 1. Staatsexamens an Gymnasien, Haupt- und Realschulen mit bestimmten Fächern. Dafür standen am 1. November 2017 über 50 Plätze zur Verfügung, zum 1. Mai 2018 kommen noch einmal mindestens 50 Plätze hinzu. Kultusminister Lorz sprach außerdem die schon seit langem bestehenden Maßnahmen zum Quereinstieg in den pädagogischen Vorbereitungsdienst und Weiterbildungsangebote für Mangelfächer wie Physik und Deutsch als Zweitsprache an.

Änderungen zum neuen Schulhalbjahr

Darüber hinaus starten mit dem heutigen Tag weitere Maßnahmen, die dafür sorgen, dass jetzt und in Zukunft ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stehen und die vorhandenen in ihrer Arbeit entlastet und unterstützt werden:

  • So stehen ab dem 1. Februar in einer ersten Tranche 400 Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an den hessischen Grundschulen zur Unterstützung unserer Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer zur Verfügung.
  • Zum 1. Februar stehen noch einmal 200 Plätze im Rahmen einer Weiterbildung zur Lehrkraft an Grundschulen zur Verfügung. 
  • Zum 1. Februar startet eine Weiterbildungsmaßnahme für das Lehramt an beruflichen Schulen in den Fachrichtungen Metall- und Elektrotechnik für Hochschulabsolventen mit 40 Plätzen.

Qualitätsoffensive in der Bildungspolitik

Neben der hervorragenden Ausstattung unserer Schulen mit Lehrkräften steht die weitere Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht im Mittelpunkt der hessischen Schulpolitik. Dazu gehören:

  • Der Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren (BEP), mit dem Hessen den Orientierungsrahmen für eine Bildungsphilosophie, für Bildungsziele und Bildungsinhalte aller Bildungs- und Lernorte für Kinder von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr zur Verfügung stellt.
  • Die Stärkung der Bildungssprache Deutsch: Dazu gehören die Stärkung und Verbesserung der Rechtschreibkompetenz, u.a. durch die Einführung eines Grundwortschatzes an den Grundschulen und den Einsatz einer computergestützten Lernverlaufsdiagnostik.
  • Das Programm zur Schulleiterqualifizierung wird nach einer erfolgreichen Pilotphase 2016/17 nun flächendeckend eingeführt, um künftige Schulleiterinnen und Schulleiter noch gezielter auf ihre herausfordernde Tätigkeit vorzubereiten.
  • Die Berufs- und Studienorientierung an den Schulen wird deutlich aufgewertet; der Übergang von der Schule in den Beruf neu konzeptioniert. Wichtiger Baustein ist dabei die neue Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA).
  • Fortbildung und Beratung von Lehrkräften sowie die Schulevaluation sind 2017 neu ausgerichtet worden und setzen mit ihren Schwerpunktthemen die richtigen Prioritäten: Medienbildung, Lesen-Schreiben-Rechnen, Inklusion, Integration von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, Berufsorientierung und Ganztagsschulen.
  • Die Einführung der inklusiven Schulbündnisse, mit deren Hilfe für alle Kinder mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen der richtige Förderort gesucht und gefunden wird – sei es die Förderschule oder die inklusive Beschulung an einer allgemeinen Schule.

„Diese Erfolge und Ergebnisse bestätigen uns in unserem Kurs“, erklärte Kultusminister Lorz. „Ohne ideologisch motivierte Experimente, ohne Endlosdebatten über Schulstrukturen, ohne den Schulen ein ideologisches Konzept als ‚Allheilmittel‘ für alles überzustülpen, sondern mit dem professionellen Augenmaß für eine systematische Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung.“ Im Mittelpunkt der Schulpolitik stehe das Kind mit seiner Individualität.  „Wir gewährleisten eine einzigartig hohe Zuweisung sowie die erforderlichen Unterstützungsangebote und Rahmensetzungen, die eine optimale individuelle Förderung und Forderung des einzelnen Kindes ermöglichen.“ Dabei halte die Landesregierung am differenzierten Schulsystem sowie der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Schule fest.

Und der Kultusminister betonte nochmals die Anstrengungen in der laufenden Legislaturperiode: „4.350 zusätzliche bzw. neue Lehrerstellen in vier Jahren, 1.800 im Doppelhaushalt für die Jahre 2018 und 2019, davon 700 für sozialpädagogische Fachkräfte zur Unterstützung und Entlastung unserer Schulen, ein Bildungsetat, der 2018 erstmals mehr als 4 Milliarden Euro umfasst – diese Zahlen belegen eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Hessische Landesregierung der Bildungspolitik bemisst. Hessens Schülerinnen und Schülern stehen damit so viele Lehrkräfte wie noch nie zuvor in der Geschichte Hessens zur Verfügung. So werden wir auch zukünftige Herausforderungen meistern und die Bildungsqualität in Hessen stärken. Zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler“, sagte Lorz abschließend.


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