Förderung

Bildungsministerin Karin Prien benennt die ersten 20 PerspektivSchulen

Startschuss für die PerspektivSchulen: Bildungsministerin Karin Prien hat gestern die ersten 20 allgemeinbildenden Schulen benannt, die ab dem kommenden Schuljahr 2019/20 mit einem Bildungsbonus besonders unterstützt werden.

24.04.2019 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein
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Darunter sind neun Grundschulen, fünf Gemeinschaftsschulen mit Grundschulteil, fünf Gemeinschaftsschulen und eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe. Bildungsministerin Prien: „Diese Schulen in einem sozial belasteten Umfeld haben Besonderes zu leisten. Sie brauchen zusätzliche Unterstützung, um für sich und ihre Schülerinnen und Schüler eine neue Perspektive entwickeln zu können.“ Die Schulen in Kiel (9), Lübeck (2), Neumünster (2), Flensburg (2), Pinneberg (1), Rendsburg (2), Husum (1) und Geesthacht (1) wurden auf Basis eines eigens erstellten PerspektivSchul-Index ausgewählt. „Sie sind die Schulen mit dem größten Bedarf und erhalten als erste und über den längsten Zeitraum bis 2024 insgesamt 25,5 Millionen Euro“, betonte die Ministerin. In den beiden Folgejahren, so Ministerin Prien, sollen zusätzliche 40 Schulen in das Programm aufgenommen werden. Es ist bis 2024 mit 50,3 Millionen Euro ausgestattet.

Auswahl nach PerspektivSchul-Index

„Es gab bisher keinen landesweiten Index zur sozialräumlichen Einordnung von Schulen. Deshalb haben wir das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik beauftragt, einen PerspektivSchul-Index zu entwickeln“, erklärte Ministerin Prien. Kriterien des PerspektivSchul-Indexes bei den Grundschulen waren unter anderem der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache, der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die VERA-Ergebnisse in Mathematik und Deutsch sowie der Anteil der Klassenwiederholungen. Bei den Gemeinschaftsschulen werden auch die Ergebnisse der zentralen Abschlüsse und die Quoten der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss berücksichtigt. Auf Basis dieser Daten wurden die ersten 20 Schulen identifiziert.

Ministerin Prien: „Um den Bedarf in Zukunft genauer bestimmen zu können, berücksichtigen wir im PerspektivSchul-Index 2020/21 und 2021/22 zusätzlich die Ergebnisse von Elternbefragungen.“

Unterstützung der PerspektivSchulen

Jede Schule erhält einen Sockelbetrag von 25.000 Euro und ein schülerbezogenes Budget. Zudem stehen Mittel für die Vernetzung im Stadtteil, ein Startpaket und ein Back Office im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Verfügung. Damit entfallen auf die PerspektivSchulen, die ab 2019 unterstützt werden, insgesamt 25,5 Millionen Euro (22,5 Millionen schülerbezogen und 3 Millionen Sockelbeitrag). Die Schulen der zweiten Staffel, die ab 2020 gefördert werden, erhalten über den gesamten Programm-Zeitraum 7,5 Millionen schülerbezogen und 2,5 Millionen Sockelbeitrag. Die Schulen der dritten Staffel, die ab 2021 in der Förderung sind, werden bis 2024 mit knapp 4 Millionen Euro schülerbezogen und 2 Millionen Euro Sockelbeitrag zusätzlich unterstützt. Für das gesamte Programm stellt die Landesregierung im Haushaltsjahr 2019 erstmals 3,3 Millionen Euro bereit, 2020 werden 8 Millionen Euro zur Verfügung stehen, 2021 dann 9 Millionen Euro und ab dem Jahr 2022 bis zum Jahr 2024 sollen pro Jahr 10 Millionen Euro bereitgestellt werden. 

Ministerin Prien: „Generell können die PerspektivSchulen die Mittel für neue Projekte, Kooperationen und Personal sowie für bereits laufende Aktivitäten der Schulen verwenden. Wir lassen den Schulen dabei eine möglichst breite Wahlmöglichkeit, um ihren Anforderungen gerecht werden zu können.“ Ziel sei es, bereits vorhandene Projekte und Unterstützungsleistungen zu verstärken, aber auch Neues zu ermöglichen. Dabei spielen auch die Eltern eine große Rolle.

Arbeit an den PerspektivSchulen

Von der Schulaufsicht wird die PerspektivSchule beispielsweise gefördert durch besondere Beratungsangebote und durch Hilfe bei der Vernetzung und durch Fortbildungsangebote. Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) bietet Unterstützung im Rahmen von Programmen wie „Niemanden zurücklassen“ und Schulfeedback sowie didaktisches Training oder Coachings. Eine gewichtige Rolle wird die Kulturelle Bildung spielen: So können die Grundschulen am Projekt „Musikalische Grundschule für Schleswig-Holstein“ teilnehmen. Dies wird initiiert von der Bertelsmann-Stiftung und sieht vor, allen Schülerinnen und Schülern Zugang zur Vielfalt musikalischer Bildungsangebote zu ermöglichen. Leitidee ist: „Mehr Musik, von Mehr Beteiligten zu Mehr Gelegenheiten im Unterricht aller Fächer und im pädagogischen Alltag“. An Schülerinnen und Schüler ohne musikalische Vorbildung in der Sekundarstufe I richtet sich ein musikpädagogisches Projekt des Schleswig-Holstein Musik Festival. Geplant ist, unterschiedliche Workshops zum Beispiel im Bereich Percussion, Hip-Hop oder Break-dance anzubieten. 

Ein Partner im Projekt der PerspektivSchulen ist die Wübben-Stiftung. Sie werde, so die Ministerin, die Schulleitungen mit speziellen Programmen unterstützen. Geplant sei, die Schulleiterinnen und Schulleiter mit speziellen Fortbildungen und im Projektmanagement zu begleiten und in einem Netzwerk miteinander zu verbinden. 

Bildungsministerin Karin Prien: „Schulen mit besonderen Herausforderungen verlangen und verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit und eine besondere Unterstützung. Die geben wir als ersten Flächenland überhaupt mit dem Programm der PerspektivSchulen. Selbstverständlich werden wir diesen Prozess wissenschaftlich begleiten.“


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