Digitalisierung

Bildungsministerin Karin Prien zum „Digitalen Bildungspaket“

Schleswig-Holstein hat für das Lehren, Lernen und Arbeiten in der digitalen Schule wichtige Weichen gestellt.

02.07.2018 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein
  • © www.pixabay.de

„Das Lernen mit digitalen Medien beginnt bei uns in der Lehrkräftebildung und reicht bis zum Unterricht an den Schulen. Wir haben Netzwerke von Modellschulen geschaffen und in Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer investiert“, sagte Bildungsministerin Karin Prien heute in Kiel. Dort stellte sie das „Digitale Bildungspaket Schleswig-Holstein“ vor. „Das Bildungspaket bindet die vielen Einzelmaßnahmen zusammen, die bisher schon erfolgreich an den Schulen laufen, und benennt die Projekte, die in kommenden Jahren noch auf der Agenda stehen. Damit können wir systematisch die digitale Entwicklung der Schulen vorantreiben und auf neue Herausforderungen reagieren“, betonte die Ministerin. Dies werde auch mit Mitteln aus dem Digitalpakt des Bundes finanziert: „Ich erwarte, dass diese zusätzlichen Gelder wie angekündigt zum 1. Januar 2019 kommen. Das sind pro Jahr dann voraussichtlich weitere 43,5 Millionen Euro für die Digitalisierung.“

Die KMK hat mit ihrem Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ 2016 einen bundesweit verbindlichen Rahmen definiert und Ziele formuliert. Dazu zählt, dass digitale Kompetenzen integrativer Teil der Fachcurricula aller Fächer sein sowie digitale Lernumgebungen und Medien systematisch im Unterricht genutzt werden sollen. Bildungsministerin Karin Prien: „Alle Länder haben damit einen gemeinsamen Weg vereinbart. Wir haben einen erheblichen Teil des Weges bereits zurückgelegt.“

Als Beispiele nannte sie folgende Projekte:

  • Medienbildung
    Sie ist Aufgabe aller Fächer und ist bereits im allgemeinen Teil der ersten Fachanforderungen der Primarstufe verankert. Bei den Fachanforderungen für die Sekundarstufe I/II wird es die Ergänzung „Medienkompetenz – Lernen mit digitalen Medien“ geben. Beides soll zum Schuljahr 2018/19 in Kraft treten.
  • Modellschulen
    Es gibt ein Netzwerk von inzwischen 130 digitalen Modellschulen, die Konzepte zum Lernen mit digitalen Medien entwickeln und erproben und Wissen in Schulmedientagen an andere Schulen weitergeben. Die Projektrunde 2018 hat den Schwerpunkt „Lernen mit digitalen Medien im Fachunterricht“. Aus diesem Netzwerk soll sich ein Transfernetzwerk für alle Schulen entwickeln.
  • Impulskongress
    In Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Europa Universität Flensburg (EUF) wird es am 21. September 2018 an der CAU einen Impulskongress mit voraussichtlich 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern geben. Er hat den Schwerpunkt „Digitale Medien im Fachunterricht aller Schularten“.
  • Lehrkräfteausbildung
    Die Vermittlung von Medienkompetenz ist in allen Lehramtsstudiengängen seit dem WS 2017/18 verbindlich. Eine sinnvolle Nutzung digitaler Medien wird in der 2. Phase der Lehrerausbildung durch Blended-Learning Module oder Webinare umgesetzt - derzeit gibt es 25 Ausbildungsgruppen, die dies auf freiwilliger Basis bereits nutzen.
  • Lehrkräftefortbildung
    Lehrkräfte können ein umfangreiches fachspezifisches Fortbildungsangebot nutzen. Zusätzlich bietet eine Medienwerkstatt des Institutes für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) die Möglichkeit, digitale Medien zu erproben und sich über digitale Ausstattungen zu informieren. Dies Angebot wurde in 2017 sehr gut angenommen: Es gab 100 Veranstaltungen mit 1.473 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Geplant ist, weitere Medienwerkstätten einzurichten. Unter der Überschrift „Informatorische Grundkenntnisse in Grundschulen“ ist im Februar 2018 ein Projekt gestartet. Es macht Informationstechnologien selbst zum Gegenstand des Unterrichtes. Ziel ist es, die digitale Welt für Kinder spielerisch verstehbar  zu machen.
  • Infrastruktur
    Seit Oktober 2015 können alle Schulen die Kommunikationsplattform SchulCommsy als virtuelles Klassenzimmer und zur Kommunikation zwischen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften nutzen. Aktuell wird dies von 300 Schulen genutzt. Verfügbar für alle Lehrkräfte ist die digitale Mediathek des IQSH mit weit über 25.000 Medien für fast alle Fächer, Jahrgangsstufen und Schularten.

Bildungsministerin Karin Prien:„ Jetzt machen wir mit dem Digitalen Bildungspaket den nächsten wichtigen Schritt.“ Dazu zähle auch die Umsetzung einer einheitlichen Schulverwaltungssoftware. „Das ist die Voraussetzung für das notwendige Bildungsmonitoring . Auf Basis dieser Daten können wir künftig die Schul- und Unterrichtsentwicklung noch besser unterstützen und regelmäßig darüber berichten."

Folgende Projekte gehören in das Digitale Bildungspaket:

  • Einheitliche Schulverwaltungssoftware
    Schulverwaltungsprozesse an allen öffentlichen Schulen können damit schulart-übergreifend und landeseinheitlich gestaltet werden: eine einheitliche Stunden- und Vertretungsplansoftware, standardisierte Zeugnisformulare, ein digitales Klassenbuch und Dokumentation des Unterrichtsausfalls werden möglich.
  • „Schulportal SH“
    Diese digitale Plattform wird aufgebaut. Ziel ist, dass insbesondere Lehrkräfte, aber auch Schülerinnen und Schüler sowie Eltern darauf arbeiten und miteinander kommunizieren können. Lehrkräfte sollen eine dienstliche E-Mail-Adresse erhalten, aber auch Schülerinnen und Schüler erhalten einen Zugang.
  • Lehrkräftebildung
    Erstmals wird das Lernen mit digitalen Medien systematisch in der Lehrkräftebildung verankert. Die Aus- und Fortbildungsinhalte sollen auf Basis der KMK-Strategie für alle Fächer und Schularten verändert werden. Geplant ist weiterhin ein Zentrum für Blended-Learning und der Ausbau der Unterrichtshospitationen an digitalen Modellschulen. Ein weiteres Projekt ist der Masterplan digitale Lehrkräftefortbildung.
  • Digitale Infrastruktur
    Eine landesweite Infrastruktur ist Voraussetzung für das digitale Arbeiten an den Schulen. Um diese aufbauen und unterhalten zu können, brauchen die Schulträger Ausstattungs- und Betriebskonzepte. Sie sollen in Zusammenarbeit mit den kommunalen Landesverbänden diese Konzepte erarbeiten. Zu einem gemeinsamen Fachtag, der mit den kommunalen Landesverbänden gemeinsam geplant und durchgeführt wird, sind am 26. September 2018 alle Schulträger nach Rendsburg eingeladen, um Konzepte zu diskutieren und best practise kennen zu lernen.  Ein weiterer Punkt ist die Ausstattung der Schulen, zum Beispiel mit Endgeräten für Schülerinnen und Schüler sowie Präsentationstechnik in den Unterrichtsräumen. 

Geplant ist, die Schulen bis 2021 an das landeseigene Breitbandnetz anzuschließen.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden