GEW Baden-Württemberg

Bildungspolitik in der Sackgasse

"Es ist erschreckend, welche Vorschläge mir in den vielen Gesprächen von Spitzenpolitikern der Landesregierung und Landtagsabgeordneten der Grünen und der SPD in den vergangenen Wochen gemacht wurden. Wenn nur ein Teil davon Wirklichkeit wird, ist die Bildungspolitik der Landesregierung am Ende, bevor sie begonnen hat", sagte am Freitag (03.08.) Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

03.08.2012 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW-Chefin nennt die Bildungspolitik "planlos und ohne klare Zukunftsperspektive". "Die Landesregierung weiß nicht, welche Reformschritte sie bis zum Ende der Wahlperiode umgesetzt haben will. Sie weiß nur, dass sie Lehrerstellen streichen will. In den vergangen Jahren wurden zum Beispiel mühsam Instrumente zur Qualitätsentwicklung in den Schulen aufgebaut, die jetzt einfach gestrichen werden sollen. Auch die Ideen zur Schließung von Fortbildungseinrichtungen zeugen von bildungspolitischer Ahnungslosigkeit. Wie sollen die vielen Reformpläne umgesetzt werden, wenn Lehrkräfte dafür nicht qualifiziert werden", sagte Moritz.

Die GEW erwartet, dass Ministerpräsident und Kultusministerin nach den Sommerferien ein klares bildungspolitisches Programm vorlegen. "Wer der Öffentlichkeit weismachen will, dass die Streichung von 11.600 Lehrerstellen schmerzlos zu verkraften sei, kennt die Situation in den Schulen und die berechtigten Erwartungen der Eltern nicht. Statt tröstender und beschwichtigender Worte aus dem Staats- und Kultusministerium erwarten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte klare Antworten, was mit den hunderten kleinen Schulstandorten passiert, wann ihre Schulen endlich zu echten Ganztagsschulen ausgebaut werden und wie qualifizierter Lehrernachwuchs gewonnen werden kann", sagte Moritz.

Die mögliche Absenkung der Eingangsbesoldung für neue Lehrer/innen bezeichnet die GEW als "fatales Signal". "Wenn Kretschmann und Schmid den jungen Lehrkräften ab 2013 das Gehalt kürzen wollen, geben sie das Signal, dass ihnen die Arbeit der pädagogischen Profis weniger wert ist. Viele gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer werden deshalb in anderen Bundesländern oder der Schweiz auf die Stellensuche gehen. Wir sind gespannt, wie die Landtagsabgeordneten in den Schulen erklären wollen, dass sie jedes Jahr eine automatische Diätenanpassung haben und dem Lehrernachwuchs bis zu 5.000 Euro jährlich streichen", sagte Moritz.

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