Bildungssenator Klaus Böger zur Herbert-Hoover-Realschule:

"Ich unterstütze ausdrücklich das Vorgehen der Herbert-Hoover-Realschule und den Beschluss der Schulkonferenz. Nach einer Woche großer Aufregung in und um die Herbert-Hoover-Realschule müssen wir festhalten:

27.01.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

  • Die Schule hat sich in Eigenverantwortung eine Hausordnung gegeben - mit Zustimmung aller Beteiligten. Es handelt sich nicht um ein generelles Verbot, sondern um eine Vereinbarung der Eltern, Schüler und Lehrer dieser Schule.
  • Die Forderung, Deutsch auch in den Pausen und auf Klassenfahrten zu üben, ist ein aktiver Schritt zur Integration. Wir müssen uns mit den Realitäten an Berlins Schulen auseinandersetzen.
  • Der Beschluss stammt übrigens bereits vom März 2005 - bislang gab es keine einzige Klage. Bei Verstößen gegen diesen Teil der Hausordnung gibt es übrigens eine freundliche Erinnerung an die gemeinsam vereinbarten Grundregeln und gegebenenfalls ein pädagogisches Gespräch.
  • An der Hoover-Realschule liegt die Zahl der Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache bei über 90 Prozent - Schüler türkischer, arabischer, serbischer, kroatischer, russischer oder pakistanischer Herkunft. Es ist schon allein ein Gebot der Verständigung untereinander, dass von den Schülern verlangt wird, Deutsch zu sprechen.
  • Um diesen jungen Berlinern eine Chance auf schulischen Erfolg zu geben, um es ihnen leichter zu machen einen Ausbildungsplatz zu finden, ist es eine Selbstverständlichkeit, Deutsch - unsere Amts- und Verkehrssprache - so oft wie möglich zu üben.
  • Eltern, vor allem übrigens Eltern nichtdeutscher Herkunftssprache, unterstützen die Schule bei der Umsetzung der Hausordnung. Die Anmeldezahlen für diese Schule sind um 20 Prozent gestiegen, die Deutsch-Kenntnisse der Schüler haben sich nach Einschätzung der Lehrer bereits verbessert.

Es geht also nicht um die Diskriminierung anderer Kulturen und nicht um die Abwertung anderer Sprachen. Es geht darum, alle Möglichkeiten des Lernraums "Schule" zu nutzen, um Deutsch zu üben: formell im Unterricht und informell in der Pause.

Die Regelung ist nur ein Mosaikstein in einem Bündel an Maßnahmen der Schule zur Förderung der Sprachkompetenz: Im Schulprogramm hat die Schule ein spezielles Profil der Deutsch-Förderung festgeschrieben. Um dieses Sprachprofil zu unterstützen, habe ich der Verstärkung des Deutschunterrichts zugestimmt. Außerdem nimmt die auch seit letztem Sommer am Sprachförderprojekt der Stiftung Mercator teil: Lehramts-Studenten werden dann an acht Schulen betroffenen Schülern nach dem Unterricht und auch in den Ferien helfen, Lerndefizite im Deutschen auszugleichen.

Ich bin für die Eigenverantwortung der Schulen. Deswegen wäre es falsch, diese Regelung "von oben" auf alle Berliner Schulen auszudehnen. Der Berliner Weg heißt "Integration durch Bildung". In diesem Konzept legen wir dar, wie die verschiedenen Maßnahmen zur Sprachförderung, z. B. im Kitabildungsprogramm, Deutsch Plus, vorschulische Sprachförderung, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Mercator-Projekt und Mütterkurse, ineinander greifen. Diese Strategie werde ich in der nächsten Woche der Öffentlichkeit - gemeinsam mit den neuen Ergebnissen zu Deutsch Plus und der Einrichtung der Sprachförderkurse – darstellen und erläutern.

Mit den Migrantenverbänden habe ich vereinbart, über die Sprachförderung im Gespräch zu bleiben. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern der Herbert-Hoover-Realschule gute Erholung in den Winterferien und viel Elan im zweiten Halbjahr!"


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden