Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Das Vorstellungsverfahren der Viereinhalbjährigen haben 96,5 % der Hamburger Kinder absolviert."

Im ersten Quartal dieses Jahres luden die zuständigen Hamburger Grundschulen die Eltern von rund 15.300 Kindern, die im Jahr 2005 schulpflichtig werden, zu einem Vorstellungsgespräch ein. Dabei wurde der Entwicklungsstand der durchschnittlich Viereinhalbjährigen überprüft, insbesondere die Sprachentwicklung. Den Eltern wurden Empfehlungen zur weiteren Entwicklungsförderung bis zur Einschulung gegeben.

24.08.2004 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Die endgültige Auswertung der Vorstellungsgespräche und eine repräsentative Abfrage unter den Vorschulen zum Verhalten der Eltern nach der Untersuchung liegen jetzt vor. Danach

  • haben 96,5 % der Kinder, also rund 14800, die Untersuchung absolviert.
  • sind 35 % der Kinder in sprachlicher, körperlicher, geistiger oder seelischer Hinsicht förderbedürftig.
  • beträgt der Förderbedarf deutscher Sprachkenntnisse bei allen Kindern rund 20 %. Bei den einsprachig deutschen Kindern liegt der Sprachförderbedarf bei knapp 4 %, bei zweisprachigen Kindern mit Migrationshintergrund jedoch bei rund 51 %.
  • haben sich Anhaltspunkte für eine sonderpädagogische Förderung bei 10 % der Kinder ergeben.
  • differiert der Förderbedarf deutscher Sprachkenntnisse sehr stark nach Stadteilen: In den Walddörfern liegt er unter 10 %, in Wilhelmsburg bei knapp 40 %.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Das die Untersuchung praktisch hamburgweit und flächendeckend absolviert wurde, ist das Ergebnis der intensiven und hartnäckigen Arbeit der Hamburger Grundschullehrerinnen und -lehrer und ihrer Schulleitungen. Ich danke ihnen allen ausdrücklich dafür. Ihre Anregungen, wie wir die erstmals durchgeführte Untersuchung in Zukunft noch reibungsloser ablaufen lassen können, werden wir aufnehmen."

Den Empfehlungen der Grundschulen an die Eltern mit förderbedürftigen Kindern wurde offenbar weitestgehend gefolgt: Nach einer Umfrage unter Vorschulen sind rund 90 Prozent der Eltern, denen geraten wurde, ihr Kind auf einer Vorschule anzumelden, diesem Rat gefolgt. Die Zahl der Anmeldungen zur Vorschule ist zum Beginn dieses Schuljahres um 5,6 Prozent auf 6750 Schülerinnen und Schüler gestiegen.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Das Vorstellungsverfahren hat sich bewährt: Wir können so den Eltern, deren Kinder gut ein Jahr vor Schulbeginn noch Entwicklungsbedarf haben, konkret mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich erwarte mittelfristig ein deutlich besserer Niveau im deutschen Sprachstand der Erstklässler. Wir werden die Ergebnisse dieser Untersuchung und die der in Kürze zur Veröffentlichung anstehenden KESS-Untersuchung der Leistungsstände der Viertklässler nutzen, um die Sprachförderung in Hamburg so neu zu konzipieren, dass sie wirkungsvoll vor allem in den Schulen ankommt, in denen sie wirklich gebraucht wird."


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